Wladimir Putin: Militärblogger warnt Kremlchef - so könnte Kiew die Krim einnehmen
Wladimir Putin hält die Krim seit 2014 besetzt. Bild: picture alliance/dpa/AP | Pavel Bednyakov
Von news.de-Redakteur Tobias Rüster
25.06.2026 15.10
- Wladimir Putin verletzlich wie nie im Ukraine-Krieg
- Wladimir Putin kann Ukraine-Attacken auf Krim-Brücke nicht stoppen
- Ukraine-Truppen könnten die Krim von Land aus zurückerobern
Immer häufiger attackiert die Ukraine russische Öl-Anlagen und Nachschubwege. Besonders im Zentrum dieser Offensive: die von Russland besetzte Krim. Nun hat der kremlnahe Militärblogger Rybar über den Nachrichtendienst Telegram eine detaillierte Analyse veröffentlicht, die aufzeigt, auf welchem Weg Kiew die Halbinsel langfristig wieder unter seine Kontrolle bringen könnte.
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Wladimir Putin verletzlich wie nie - Kiew probt Drohnentypen, Raketensysteme und Angriffstaktiken
Rybars Einschätzung zeichnet ein klares Bild der ukrainischen Strategie. In den vergangenen Monaten habe Kiew unterschiedliche Drohnentypen, Raketensysteme und Angriffstaktiken erprobt. Die Operationen richteten sich gezielt gegen militärische Versorgungswege und kritische Infrastruktur auf der annektierten Krim.
Rybar benennt dabei eine entscheidende Schwachstelle in der russischen Verteidigungslinie: die strategisch bedeutsame Kertsch-Brücke. Sie verbindet die Krim mit dem russischen Festland und stellt die zentrale Lebensader der Besatzung dar. Die Brücke repräsentiert für Moskau nicht nur eine infrastrukturelle Verbindung, sondern auch ein Symbol der Annexion. Ihre Zerstörung würde die russische Versorgung massiv erschweren.
Wladimir Putin kann Ukraine-Attacken auf Krim-Brücke nicht stoppen
Rybars Szenario sieht vor, dass Kiew bis zum Monatsende genügend Waffensysteme und Drohnen für kontinuierliche Attacken auf russisch kontrollierte Gebiete mobilisiert haben wird. Das Hauptziel: Die Verbindungsroute zwischen der Halbinsel und der Region Krasnodar zu kappen.
Rybar rechnet mit massiven Drohnenangriffen und dem Einsatz von unbemannten Fahrzeugen, die über und unter Wasser operieren. Bereits im Frühjahr dieses Jahres seien solche Systeme nahe der Brücke geortet worden. Einige dieser Einheiten habe Russland nach eigenen Angaben schon während ihrer Anfahrt zum Zielgebiet ausgeschaltet.
Ukraine-Krieg: Diese Waffen könnten auf der Krim eingesetzt werden
Der Militärblogger nennt konkret mehrere Waffensysteme, die Kiew für Attacken auf die Brücke einsetzen könnte.
- Die FP-2-Drohnen verfügen über Sprengsätze mit einem Gewicht von bis zu 200 Kilogramm und schaffen Distanzen bis 370 Kilometer. Ausgehend von der Region Saporischschja ließe sich damit Kertsch erreichen. Besonders bedrohlich werde es, wenn diese Systeme mit düsengetriebenen Drohnen kombiniert würden.
- Als weiteres Angriffsmittel führt Rybar die Neptune MD-Marschflugkörper auf. Mit rund 300 Kilometern Reichweite und 150 Kilogramm schwerem Gefechtskopf kämen sie schon jetzt regelmäßig bei Operationen gegen russisches Territorium zum Einsatz. Allerdings sei ihre Verfügbarkeit beschränkt und die Herstellung deutlich aufwendiger als bei Drohnen.
- Eine Zerstörung der Brücke durch herkömmliche Drohnen gilt als kompliziert. Dafür wären anhaltende Angriffe mit schwereren Sprengköpfen oder thermobarischen Ladungen nötig. Einfache Drohnen könnten hauptsächlich die russische Luftabwehr überfordern.
Ukraine-Krieg aktuell: Flamingo-Rakete wird Wladimir Putin gefährlich
Als besonders bedrohlich stuft Rybar die Flamingo-Marschflugkörper ein.
- Diese Waffensysteme tragen Gefechtsköpfe mit einem Gewicht von bis zu 1000 Kilogramm. Für direkte Schläge gegen die Kertsch-Brücke gelten sie als außerordentlich gefährlich.
- Die Reichweite der Flamingo übertrifft mit mehr als 2000 Kilometern alle anderen ukrainischen Systeme erheblich. Damit könnte die Ukraine theoretisch von weit entfernten Positionen aus operieren.
- Der Hersteller Fire Point gab im März dieses Jahres bekannt, täglich ungefähr drei dieser Marschflugkörper zu produzieren.
- Diese Produktionsrate ermöglicht Kiew einen kontinuierlichen Nachschub für potenzielle Operationen. Die Kombination aus enormer Sprengkraft, großer Reichweite und steigender Verfügbarkeit macht die Flamingo-Raketen zu einem zentralen Element der ukrainischen Angriffsfähigkeit gegen strategische Ziele auf der Krim.
Ukraine-Truppen könnten die Krim von Land aus zurückerobern
Neben Luftangriffen sieht Rybar auch den Einsatz unbemannter Fahrzeuge als realistische Bedrohung für die Kertsch-Brücke. Sowohl über als auch unter der Wasseroberfläche operierende Systeme könnten zum Einsatz kommen. Russische Stellen meldeten bereits im Frühjahr die Entdeckung solcher Einheiten nahe der Brücke, von denen mehrere auf dem Weg zu ihrem Ziel abgefangen worden seien.
Der Militärblogger hält zudem amphibische Landungsoperationen für denkbar. Konkret nennt er den Westen der Halbinsel sowie die Region Cherson als mögliche Angriffspunkte für Truppen vom Meer aus. Nach einer erfolgreichen Landung könnte die Ukraine versuchen, die Krim von Land aus zurückzuerobern.
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