Politik

Wladimir Putin: Lukaschenko stoppt Drohnenhilfe - verliert er seinen engsten Verbündeten? 

Zu Beginn des Ukraine-Konflikts stand Belarus-Machthaber Alexander Lukaschenko noch hinter Wladimir Putin. Nun bröckelt das Verhältnis der beiden. Bild: dpa/Sergei Chirikov

  • Artikel teilen:
  • Verliert Wladimir Putin mit Weißrussland seinen engsten Verbündeten?
  • Belarus plädiert zur Beendigung des Ukraine-Krieges
  • Affront gegen Wladimir Putin - Lukaschenko entschuldigt sich bei der Ukraine
  • Selenskyj stellt Bedingungen - Weißrussland soll russische Drohnenverstärker abschalten
  • Überraschung - Lukaschenko kommt Ukraine-Forderung nach

Die Beziehung zwischen Belarus und Russland galt lange Zeit als gefestigt. In einer bedeutenden Zeremonie versicherten sich Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko einst die gegenseitige Unterstützung und eine nahezu bedingungslose Treue - zumindest seitens Weißrusslands. Expert:innen vermuteten lange Zeit sogar, dass Putin mit Belarus bereits die nächste Annexion nach der Halbinsel Krim - die gerade heftigst unter Beschuss steht - plant. Doch damit ist offenbar Schluss.

Lukaschenko wendet sich von Wladimir Putin ab - öffentlicher Affront gegen den Kreml-Chef

Weißrusslands Machthaber Alexander Lukaschenko hatte erst vor kurzem Moskau und Kiew aufgerufen, den Krieg zu beenden, da ein militärischer Sieg für beide Seiten unrealistisch sei. Zugleich betonte er, die Ukraine habe von Belarus nichts zu befürchten und entschuldigte sich sogar beim ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Eine Entschuldigung, die sicherlich nicht im Sinne von Kreml-Chef Wladimir Putin ist. Und dennoch: Lukaschenko lässt seinen Worten sogar Taten folgen.

Ukraine mit Forderung an Belarus-Machthaber Lukaschenko

Denn: Selenskyj reicht eine kleine Entschuldigung bei Weitem nicht - er möchte, dass der Belarus-Machthaber konkrete Schritte zur Deeskalation einleitet, berichtet unter anderem die "Deutsche Presseagentur". "Lukaschenko muss über Worte hinaus Deeskalation demonstrieren", sagte er in einem Interview ukrainischer Medien. Eine bloße Entschuldigung des engen Verbündeten Moskaus genüge nicht: "Sein "Ich entschuldige mich" soll er für sich behalten, das funktioniert seit dem ersten Tag des Kriegs nicht mehr."

Drohnenverstärker in Weißrussland sollen lahmgelegt werden

Was der ukrainische Präsident konkret fordert? Selenskyj hat Belarus vorgeworfen, Signalverstärker für russische Drohnen an der Grenze zur Ukraine aufgestellt zu haben und von Machthaber Alexander Lukaschenko deren Abbau innerhalb einer Woche gefordert. "Wenn er das nicht macht, machen wir es", sagte Selenskyj bei einer Pressekonferenz mit dem Präsidenten von Honduras, Nasry Asfura. Auf belarussischem Gebiet befinde sich Technik, die den Beschuss auf die ukrainische Bevölkerung lenke, sagte er.

Überraschung für Wladimir Putin - Belarus kommt Ukraine-Bedingung nach

Und tatsächlich - offenbar haben die Worte des ukrainischen Präsidenten Gewicht. Wie der Ukraine-nahe Militärblogger "War Translated" auf seinem X-Kanal teilt, habe Belarus das russische Mobilfunknetz MTS abgeschaltet.

Genauer gesagt handelt es sich dabei um sogenannteRelaisstationen, die bei russischen Drohnenangriffen auf die Ukraine helfen sollen und über das MTS-Netz gesteuert werden. Werden sie abgeschaltet, können Reichweite, Zielgenauigkeit und Einsatzmöglichkeiten russischer Drohnen erheblich eingeschränkt werden, berichtet die "Bild".

Ein Schritt, mit dem einer sicherlich am wenigsten gerechnet hat - Wladimir Putin. Dieser hält trotz zahlreicher Friedensbemühungen weiter am Ukraine-Krieg fest.

Der ukrainische Präsident Selenskyj erklärte indes nun öffentlich, dass das Netz seit dem 22. Juni in den betroffenen Regionen in Weißrussland nicht mehr in Betrieb sei. Ob die Anlagen tatsächlich demontiert wurden oder lediglich abgeschaltet sind, könne er jedoch nicht sagen, heißt es.

Belarus gilt als Russlands engster Verbündeter. Bei ihrem Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 stieß die russische Armee auch von belarussischem Gebiet in Richtung der ukrainischen Hauptstadt Kiew vor. Selenskyj spricht seit Wochen davon, dass Wladimir Putin versuche, Belarus in den Krieg hineinzuziehen und warnt Minsk davor. Etwas, wovor vor Monaten auch zahlreiche Militärexpert:innen offen warnten.

Weitere Themen, die sich ebenfalls mit Russland, Putin und Belarus beschäftigen:

/bos/news.de/dpa

Themen

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.