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Dresden: Kürzungspläne - Psychotherapeuten warnen vor Praxissterben

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Wegen Kürzungsplänen der Bundesregierung warnen sächsische Psychotherapeutinnen vor einem Praxissterben und dem Wegfall Tausender Therapiestunden. Im Gesetzesentwurf, der das Finanzierungsloch der Gesetzlichen Krankenkassen stopfen soll, sei die Psychotherapie von unheimlich vielen Kürzungen betroffen, kritisierte Winja Buss, Therapeutin aus Leipzig und engagiert im Aktionsbündnis Psychotherapie.

"Der schlimmste Punkt ist die Budgetierung. Das wird uns den Hals brechen", sagte Buss. Den Plänen zufolge soll die Psychotherapie ähnlich wie bei Ärzten durch ein Gesamtbudget gedeckelt und Leistungen nicht mehr unlimitiert finanziert werden. In der Psychotherapie sei das völlig widersinnig, weil die Leistungen minutengenau festgelegt seien, sagte Buss.

Über ein Drittel der Sitzungen könnte wegfallen

Zusätzlich sollen unter anderem die Zuschläge für die Kurzzeittherapie gestrichen werden. Wenn das Gesetz wie geplant beschlossen werde, drohten ab Januar 2027 etwa 38 Prozent der Therapiesitzungen wegzufallen, das wären pro Woche 400.000 Sitzungen bundesweit, mahnte Buss. Bereits jetzt würden sich die Auswirkungen zeigen.

Buss selbst wollte etwa in ihrer Praxis in Leipzig zwei neue Gruppentherapien starten, bei denen sie 18 weitere Patienten versorgt hätte - wegen der unklaren Finanzierung liegt der Plan nun aber auf Eis.

Patienten warten lange auf Therapie

In Sachsen gilt der Versorgungsgrad bereits aktuell als niedrig. Laut Daten der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen waren zum Jahresbeginn rund 1.100 Therapeuten im Freistaat tätig. Auf ein Erstgespräch warten Patienten fünf bis zehn Wochen, bis eine Therapie beginnt, vergehen sogar vier bis sechseinhalb Monate, wie Franziska Rietzschel, Psychotherapeutin aus Dresden, ausführte.

In dieser Zeit könne sich die Situation der Patienten verschlimmern, erläuterte Rietzschel. "Angenommen, Sie haben eine leichte Depression und kommen nicht auch dem Bett, Sie wissen nicht, was Sie tun sollen." Der Griff zum Alkohol liege dann nahe. So entwickle sich zusätzlich eine Abhängigkeit oder Missbrauch - und aus einer leichten Depression werde eventuell eine schwere.

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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++ /roj/news.de

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