Wladimir Putin: Demütigung für den Kremlchef – Schwarzmeerflotte zur Flucht gezwungen
Wladimir Putin kassiert erneut einen herben Rückschlag. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Alexander Kazakov
Erstellt von Anika Bube
15.06.2026 10.24
- Die ukrainischen Streitkräfte sollen Russland zu einem Rückzug der Schwarzmeerflotte von der Krim gezwungen haben
- Der Hauptstützpunkt in Sewastopol wird laut Berichten aufgegeben und nach Noworossijsk verlegt
- Gleichzeitig treffen ukrainische Drohnen tief im russischen Hinterland wichtige Industrie- und Energieanlagen
Die ukrainischen Streitkräfte zwingen Wladimir Putin zu einem demütigenden Rückzug auf der Krim. Nach einer Serie intensiver Drohnenangriffe muss das Kommando der Schwarzmeerflotte seinen Hauptstützpunkt in Sewastopol räumen und nach Noworossijsk verlegen.
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Ukraine-Drohnen setzen Wladimir Putin unter Druck
Laut der pro-ukrainischen Gruppe ATESH wird die gesamte Flotte zum Abzug gezwungen. Bereits zuvor hatte Putin einen Teil seiner Schiffe in den weiter östlich gelegenen Hafen verlegt. Die Stimmung in der russischen Führung sei gedrückt, da ein Verbleib in Sewastopol als zu "kostspielig und riskant" eingestuft werde. Der Evakuierung ging ein ukrainischer Angriff auf das Luftfahrthauptquartier der Schwarzmeerflotte am 27. Mai voraus. Seitdem hätten sich die Attacken auf die Halbinsel weiter verschärft. Schätzungen zufolge wurden seit Kriegsbeginn rund 35 Prozent der größeren Kampfschiffe der Schwarzmeerflotte vernichtet.
In der Nacht auf Sonntag trafen ukrainische Drohnen mehrere strategisch wichtige Ziele tief im russischen Hinterland. Die Azot-Anlage in Nowomoskowsk, Russlands größter Produzent von Ammoniak und Stickstoffdüngern, wurde attackiert. Gleichzeitig ging eines der größten Treibstofflager des Landes in der Region Jaroslawl in Flammen auf. Weitere Angriffe richteten sich gegen das Eisenbahndepot in Wjasma in der Region Smolensk sowie gegen Ziele in Orjol. Die anhaltenden ukrainischen Attacken verschärfen die ohnehin angespannte Versorgungslage in Russland erheblich. Bereits jetzt leidet das Land unter chronischen Engpässen bei Benzin und Diesel. In einigen Regionen wurden Rationierungen eingeführt, um die knappen Vorräte zu strecken.
Scharfe Kritik an Kremlchef: Russischer Oppositionspolitiker warnt vor "sozialer Explosion"
Inmitten der militärischen Rückschläge mehren sich auch innenpolitische Warnungen. Der russische Oppositionsabgeordnete Wjatscheslaw Marchajew forderte Putin und die Regierung auf, "zur Vernunft zu kommen", bevor das Land ins "totale Chaos" stürze. "Wir brauchen einen klaren, öffentlichen Plan zur Beendigung der militärischen Spezialoperation, der auf Russlands nationalen Interessen basiert", erklärte der 71-Jährige. "Die Zeit der Illusionen ist vorbei. Das Land steht am Rande einer sozialen Explosion." Marchajew kritisierte die Kreml-Führung scharf dafür, junge russische Männer in Putins Krieg sterben zu lassen. In einem bemerkenswerten Angriff warf er den Machthabern vor, dem Land denselben Schaden zuzufügen wie ein ausländischer Eroberer: "Was würde ein externer Feind tun, wenn er Russland erobert? Er würde Ressourcen beschlagnahmen, die Industrie plündern, Tarife erhöhen und sich Villen bauen."
Warnung vor Russlands Zusammenbruch
"Aber es fand keine Invasion statt – die Behörden haben all das selbst geschafft, effektiver als jeder Aggressor", fügte Marchajew hinzu. Der Oppositionspolitiker warnte eindringlich vor den Konsequenzen eines Fortbestehens der aktuellen Situation. "Wenn das so weitergeht, werden eine soziale Explosion und totales Chaos immer wahrscheinlicher", sagte er. "Der Westen wird dies unweigerlich ausnutzen, um das zu beenden, was von der russischen Staatlichkeit noch übrig ist." Die volle Verantwortung dafür werde bei den "unabsetzbaren Behörden" liegen. Als weiteres Zeichen der Krise musste der unter Druck stehende Kreml-Chef die Feierlichkeiten zum Russland-Tag einschränken, während die Ukraine im erbitterten Konflikt zunehmend die Oberhand gewinnt.
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