Donald Trump: US-Präsident rasiert seinen neuen Geheimdienstchef nach 2 Tagen
Donald Trump hat seinen geplanten Geheimdienstchef bloßgestellt. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
Von news.de-Redakteur Tobias Rüster
05.06.2026 12.51
- Donald Trump stellt seinen Geheimdienstchef öffentlich bloß
- Selbstbewerbung endet in öffentlicher Blamage durch Donald Trump
- Donald Trump hat Wahlbetrugs-Mission für den Übergangschef
Nur zwei Tage nach der überraschenden Ernennung von Bill Pulte zum kommissarischen Geheimdienstchef vollzieht Donald Trump eine bemerkenswerte Kehrtwende. Der US-Präsident, der mit einer Weigerung zuletzt schon seinen Justizminister brüskiert hatte, ließ im Oval Office durchblicken, dass der 38-Jährige keinesfalls dauerhaft auf dem Posten bleiben werde. Die plötzliche Distanzierung erfolgt inmitten massiver Kritik aus beiden politischen Lagern an der Personalie.
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Donald Trump stellt seinen Geheimdienstchef öffentlich bloß
Donald Trump betonte ausdrücklich, dass Pulte lediglich eine vorübergehende Rolle innehabe. "Wir führen gerade Gespräche mit Kandidaten. Es geht nur darum, dass jemand die Position für kurze Zeit übernimmt", erklärte der Präsident gegenüber Reportern. Videos beim Social-Media-Dienst X enthüllen die Szene. Der Mangel an jeglicher Erfahrung des Wohnungsbau-Managers im Bereich der nationalen Sicherheit hatte zuvor für erhebliches Aufsehen gesorgt und die parteiübergreifende Empörung ausgelöst.
Trump konterte die Kritik mit einem bemerkenswerten Argument: Er selbst habe bei Amtsantritt ebenfalls keine große Erfahrung in nationaler Sicherheit gehabt und dennoch hervorragende Arbeit geleistet. Trump-Gegner dürften an dieser Stelle massive Einwände haben.
Selbstbewerbung endet in öffentlicher Blamage durch Donald Trump
Die Rückstufung stellt eine beträchtliche Demütigung für Pulte dar, zumal er sich nach Angaben des "Wall Street Journal" aktiv um die Position bemüht hatte. Der 38-Jährige präsentierte sich demnach selbst als idealen Nachfolger für Tulsi Gabbard, die ihren Posten aufgegeben hatte, nachdem bei ihrem Ehemann eine seltene Form von Knochenkrebs diagnostiziert worden war. Dass Trump nun öffentlich zurückrudert, wiegt besonders schwer.
Besonders pikant: Der Präsident pflegt normalerweise die Praxis, Vertraute in kommissarischen Positionen zu belassen, um schwierige Bestätigungsverfahren im Senat zu umgehen. Im Fall des Enkels von William J. Pulte, dem milliardenschweren Gründer des Wohnungsbau-Konzerns PulteGroup, scheint er jedoch von dieser Strategie abzurücken. Oder?
Milliardärsenkel ohne Sicherheitsexpertise im Geheimdienst
Ein Blick auf Pultes beruflichen Werdegang verdeutlicht das Ausmaß der Kontroverse. Er leitet aktuell die Bundeswohnungsaufsichtsbehörde und steht als Vorsitzender den Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac vor. Diese Ämter wird er laut Trump parallel zur Geheimdienstposition weiterführen. Erfahrung im Bereich der nationalen Sicherheit? Fehlanzeige.
Alarmierend wirkt auf Beobachter zudem sein bisheriges Verhalten in den Wohnungsbehörden. Pulte nutzte seine dortigen Befugnisse, um gegen politische Gegner des Präsidenten vorzugehen.
- So warf er der New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James sowie der Gouverneurin der Federal Reserve, Lisa Cook, Hypothekenbetrug vor.
Don Bell vom Project on Government Oversight warnt vor den Gefahren:
- Eine Person in dieser außerordentlich mächtigen Rolle mit praktisch unbegrenztem Zugang zu sensiblen Informationen und der Fähigkeit, Geheimdienstarbeit zu beeinflussen, sei eine Bedrohung für die Verfassung.
Donald Trump hat Wahlbetrugs-Mission für den Übergangschef
Während Trump versichert, bereits Gespräche mit möglichen dauerhaften Kandidaten zu führen, skizziert er für Pulte eine klare Agenda. Der kommissarische Geheimdienstchef soll in seiner begrenzten Amtszeit "einige Dinge über manipulierte Wahlen" herausfinden, wie der Präsident gegenüber Reportern andeutete. Die Formulierung lässt darauf schließen, dass Pulte primär dazu dienen soll, Trumps lange gehegte Obsession mit angeblichem Wahlbetrug durch Geheimdienstressourcen zu untermauern.
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