Donald Trump: Wirbel um Prostata-Medikament - Ärzte warnen vor den Folgen
Donald Trump nahm bisher ein Prostata-Medikament. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
Von news.de-Redakteur Tobias Rüster
05.06.2026 07.55
- Donald Trump nahm Prostata-Medikament ein
- Weißes Haus schweigt zu aktueller Medikation
- Trump-Werte werfen Fragen auf - Ärzte warnen
In den Gesundheitsberichten von US-Präsident Donald Trump fehlt ein Medikament, dessen Verwendung zuvor dokumentiert war. Wie die "Washington Post" berichtet, erscheint Finasterid nicht mehr in den aktuellen medizinischen Unterlagen des Präsidenten.
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Donald Trump nahm Prostata-Medikament ein
Das Mittel gegen Haarausfall, das auch unter dem Handelsnamen Propecia bekannt ist, war während Trumps erster Präsidentschaft zwischen 2016 und 2020 von seinen Ärzten vermerkt worden. Das Präparat wird auch zur Vorbeugung von Prostatakrebs eingesetzt, schreibt "Raw Story"
Drei frühere Mediziner hatten die Einnahme des Präparats bestätigt. In dem zuletzt veröffentlichten Gesundheitsbericht taucht es jedoch nicht auf. Trump, der für seine blonde Föhnfrisur bekannt ist, hatte das Mittel angeblich zur Erhaltung seiner Haarpracht verwendet. Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im vergangenen Jahr findet sich kein Hinweis mehr auf Finasterid in seinen medizinischen Dokumenten.
Donald Trump: Weißes Haus schweigt zu aktueller Medikation
Auf die Frage, ob der US-Präsident Finasterid weiterhin einnimmt, erteilte das Weiße Haus bisher keine Auskunft. In einer offiziellen Stellungnahme hieß es lediglich, der aktuelle Trump-Bericht enthalte sämtliche Arzneimittel, "deren Offenlegung zum jetzigen Zeitpunkt als klinisch relevant erachtet wird".
Die Regierung betonte zudem, dass der medizinische Bericht alle Informationen umfasse, die für Trumps Fähigkeit zur Ausübung des Präsidentenamtes von Bedeutung seien. Bei seiner letzten Untersuchung bescheinigte Arzt Sean Barbabella dem US-Präsidenten einen ausgezeichneten Gesundheitszustand.
Trump-Werte werfen Fragen auf
Die Angelegenheit gewinnt an Brisanz durch einen Blick auf Donald Trumps Laborwerte. Wie Mediziner Jonathan Reiner auf der Plattform X hervorhob, sind die PSA-Werte des Präsidenten deutlich angestiegen - von 0,1 im vergangenen Jahr auf aktuell 1,0. Dies entspricht einer Verzehnfachung.
Das Problem dabei: Finasterid senkt üblicherweise die Konzentration des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) im Blut. Das Medikament wird deshalb nicht nur gegen Haarausfall, sondern auch zur Vorbeugung von Prostatakrebs eingesetzt. Bereits 2016 waren Trumps PSA-Werte auffällig niedrig gewesen, was damals Fragen bei medizinischen Experten aufwarf.
Ohne Kenntnis der aktuellen Finasterid-Einnahme lässt sich der Anstieg nicht einordnen. Entweder hat Trump das Präparat abgesetzt, oder er nimmt es weiterhin ein und es liegt tatsächlich ein Problem mit der Prostata vor. Reiner warnte, genau deshalb sei Transparenz so wichtig.
Schweigen um scheinbar unwichtiges Trump-Medikament
Die "Washington Post" weist darauf hin, dass die Verschleierung eines so nebensächlich wirkenden Präparats, insofern es für die Haare gedacht ist, Befürchtungen nährt. Es könnte darauf hindeuten, dass die Regierung auch andere Arzneimittel oder gesundheitliche Details des Staatschefs unter Verschluss hält.
Donald Trump: Mögliche psychische Nebenwirkungen im Fokus
Medizinische Experten sehen noch einen weiteren Grund, warum die Offenlegung der Finasterid-Einnahme bedeutsam wäre.
- Der Psychiater Robert Klitzman von der Columbia University wies gegenüber der "Washington Post" darauf hin, dass das Präparat mit einem gesteigerten Risiko für Depressionen in Zusammenhang gebracht wird.
- Solche Nebenwirkungen könnten durchaus Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eines Staatsoberhauptes haben.
- Klitzman betonte, es sei für Trump "entscheidend", Offenheit bezüglich seiner gesundheitlichen Verfassung und seiner Medikation zu zeigen.
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