Armin Laschet bei Maybritt Illner: "Würde EU zerstören" - Laschet-Aussagen sorgen für massive Entrüstung
Armin Laschet, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, sieht die Beitritts-Forderungen der Ukraine in die EU als unrealistisch an. Bild: dpa/Sven Hoppe
Erstellt von Ines Fedder
05.06.2026 10.13
- Armin Laschet warnt bei Maybrit Illner vor schnellem EU-Beitritt der Ukraine
- CDU-Politiker: Vollmitgliedschaft würde EU "mit einem Schlag zerstören"
- Laschet nennt Selenskyjs Forderungen unrealistisch und fordert neue Lösungen
- Heftige Kritik im Netz: Zuschauer reagieren empört auf Illner-Auftritt
Bei "Maybrit Illner" kam es am Donnerstagabend zu einer hitzigen Auseinandersetzung über die Zukunft der Ukraine. CDU-Politiker Armin Laschet sprach sich vehement gegen einen schnellen EU-Beitritt der Ukraine aus. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses formulierte seine Bedenken unmissverständlich: "Es würde übrigens mit einem Schlag die Europäische Union zerstören." Seine Worte sowie seine Ausdrucksweise sorgten im Netz für heftige Reaktionen. Die Hintergründe.
Maybritt Illner - Thema Ukraine-Konflikt und die EU
Die Gesprächsrunde am Donnerstagabend bei Maybritt Illner sorgte auch noch Stunden später im Netz für Widerhall. Geladen in der Politik-Talkshow waren unter anderem CDU-Außenpolitiker Armin Laschet, Klaus von Dohnanyi (SPD-Politiker und Autor), Politikwissenschaftlerin Claudia Major sowie Wirtschaftswissenschaftler Rüdiger Bachmann und Wolfgang Merkel.
Armin Laschet warnt vor EU-Beitritt der Ukraine - würde die Europäische Union zerstören
Das Thema: "Krieg oder Frieden: Trumps Chaos, Europas Chance?" Im Vordergrund der Debatte standen unter anderem der Ukraine-Konflikt und mögliche Zukunftsszenarien. Einen Beitritt der EU tat CDU-Politiker Armin Laschet möglichst schnell ab. Er warnte davor, dass die EU dadurch zerstört werden würde. "Das ist natürlich die endgültige – wenn man es nicht richtig macht – Zerstörung der europäischen Außenpolitik." Und weiter: "Es würde übrigens mit einem Schlag die Europäische Union zerstören."
Laschet begründete seine Warnung mit den praktischen Konsequenzen einer Vollmitgliedschaft. Bei einem Beitritt würden sofort 20.000 Regelungen für den europäischen Binnenmarkt in Kraft treten – und diese müssten dann unmittelbar an der Grenze zum Donbas durchgesetzt werden. Eine Mitgliedschaft zweiter Klasse existiere schließlich nicht.
Wie realistisch ist ein baldiger EU-Beitritt der Ukraine überhaupt?
Die vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj "mit einer Penetranz" vorgetragene Forderung nach einer baldigen Aufnahme bezeichnete Laschet als unrealistisch. Ob nach zweijähriger Verzögerung tatsächlich offizielle Beitrittsverhandlungen beginnen können, sei zudem fraglich – die Zustimmung der neuen ungarischen Regierung unter Péter Magyar stehe noch aus.
Laschet bemängelte zudem, dass sich bislang kein europäischer Vertreter bereit erklärt habe, direkte Gespräche mit Russland zu führen. Wenn nun Emmanuel Macron, Friedrich Merz und Keir Starmer verhandeln wollten, sei das zwar möglich – aber nur unter der Bedingung, dass die europäischen Institutionen in den Prozess eingebunden würden.
Laschet bekommt heftigen Gegenwind im Netz - "liegt grundsätzlich daneben"
Im Netz sorgt Laschets Auftritt für ordentlich Gesprächsbedarf. Zahlreiche User:innen bei X kommentierten seinen umstrittenen Auftritt bei Maybritt Illner:
- "Aber warum hat Laschet eigentlich wieder dauernd gelacht? Damals nach dem Ahrtal habe ich gedacht, da hat wohl einer neben ihm einen Witz oder dummen Spruch gemacht. Aber in der Sendung von Illner konnte er auch gar nicht aufhören zu lachen. Lacht er aus Verlegenheit?"
- "Armin Laschetwurde in der Union mit 24% bundesweit vom Hof gejagt. Friedrich Merz fällt mit der Union in der neuen Forsa-Umfrage jetzt auf 21% bundesweit. Warum genau ist der Typ noch immer im Amt?"
- "Laschet scheint mir generell wenig verstanden zu haben."
- "Armin Laschet liegt meistens grundsätzlich daneben. Sein Verhalten hat mich auf die „erfolgreichen (lazy) Verhandler zu Lasten Dritter" aufmerksam gemacht. Bei mir: 'weniger gewünscht'. Kandidatenstatus unerklärlich; mehr Merkel-Verirrtheit u -Selbstgefälligkeit..."
Laschet: Assoziierte Mitgliedschaft als Kompromisslösung
Auch wenn Laschets Meinung im Netz stark kritisiert wird - der CDU-Politiker sieht auch eine positive Entwicklung und eine Chance.
Der Vorschlag von Bundeskanzler Friedrich Merz für eine assoziierte Mitgliedschaft sei als Signal an Selenskyj zu verstehen, dass es bei Friedensverhandlungen einen Weg gebe, wirtschaftlich näher an die EU anzudocken. "Irgendetwas muss es geben, um die Ukraine einzubinden und zu stabilisieren", betonte Laschet.
Der Wirtschaftswissenschaftler Rüdiger Bachmann verwies auf ähnliche Vereinbarungen mit Nicht-EU-Staaten wie Norwegen. Zudem bringe die Ukraine wertvolle Kampferfahrung mit: "Es ist keine Einbahnstraße oder Mitleidsakt", argumentierte er, sondern eine echte Chance für einen Deal, von dem auch Europa profitiere.
Generell zeigte sich Laschet vorsichtig optimistisch, wenn es um den Ukraine-Konflikt ging: "Es ist Dynamik und Bewegung drin, das ist das Gute."
Weitere aktuelle Themen aus der Welt der Politik gefällig?
- Kreml-Chef schimpft über Piraterie - Russen-Tanker im Atlantik abgefangen
- Markus Söder: Böse Kritik nach diesen Worten - "wir sind verloren"
- Robert Habeck: "Goldener Käfig" - Ex-Kanzler-Kandidat spricht über die Zeit danach