ARD-Deutschlandtrend: AfD profitiert von Frust-Wählern - Regierung im Umfrage-Tief
Eine Mehrheit ihrer Anhänger würde die AfD aus Enttäuschung über andere Parteien wählen. Bild: picture alliance/dpa | Harald Tittel
Erstellt von Martin Gottschling
04.06.2026 09.32
- AfD verteidigt Spitzenposition im ARD-Deutschlandtrend
- 57 Prozent ihrer Anhänger sind enttäuscht über andere Parteien und würden deshalb die AfD wählen
- Unzufriedenheit mit der Bundesregierung wächst in aktueller Umfrage weiter
Die Unzufriedenheit mit der schwarz-roten Bundesregierung ist groß. Davon profitieren kann vor allem die AfD. Im aktuellen ARD-Deutschlandtrendkann die rechtspopulistische Partei ihre Spitzenposition behaupten. Doch das Programm ist für eine Mehrheit nicht der Hauptgrund, warum sie die AfD wählen würden.
AfD weiter auf Platz 1 im ARD-Deutschlandtrend
Die AfD bleibt in der repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap unverändert bei 27 Prozent. Auf Platz 2 liegt weiterhin die Union. CDU und CSU verlieren jedoch einen Prozentpunkt und stehen nun bei 23 Prozent. Es ist der schlechteste Wert seit Januar 2022. Die restlichen Parteien sind abgeschlagen. Bei ihnen gibt es nur wenig Bewegung:
- Grüne: 14 Prozent (-1)
- SPD: 13 Prozent (+1)
- Linke: 10 Prozent (unverändert)
- FDP: 4 Prozent (unverändert)
- BSW: 3 Prozent (unverändert)
- Sonstige: 6 Prozent (+1)
Umfrage-Hoch der AfD: 57 Prozent wählen die Partei aus Enttäuschung
Die Hälfte der Befragten trifft ihre Entscheidung aus Überzeugung. 46 Prozent gaben jedoch an, dass sie ihre Entscheidungen treffen, weil sie von anderen Parteien enttäuscht sind. Dieser Beweggrund spielt bei der AfD eine so große Rolle wie bei keiner anderen Partei: Hier nennen 57 Prozent der Anhänger dieses Motiv, wie "Focus online" berichtet.
Über den richtigen Umgang mit der AfD gibt es geteilte Meinungen. Rund 40 Prozent lehnen jegliche Zusammenarbeit mit ihr ab, ein Viertel der Befragten befürwortet eine gezielte Kooperation.
Deutsche zunehmend unzufrieden mit der Bundesregierung
Für die Bundesregierung gibt es hingegen den nächsten Dämpfer: Nur noch 12 Prozent sind mit ihrer Arbeit zufrieden - neuer Negativ-Rekord im ARD-Deutschlandtrend.
Die Umfrage wurde zwischen dem 1. und 2. Juni telefonisch und online durchgeführt. Insgesamt nahmen 1.326 Personen daran teil.
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