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TV-Zoff bei "Markus Lanz": Karl Lauterbach liefert sich ein hitziges Wortgefecht mit Strack-Zimmermann

Karl Lauterbach geriet bei "Markus Lanz" mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann aneinander. Bild: picture alliance/dpa | Soeren Stache

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  • Zoff bei "Markus Lanz" zwischen Karl Lauterbach und Marie-Agnes Strack-Zimmermann
  • SPD-Politiker wirft FDP einen "unseriösen Charakter" vor
  • Streit entzündete sich an Strack-Zimmermanns Kandidatur gegen Wolfgang Kubicki auf FDP-Parteitag

Bei "Markus Lanz" lieferten sich Karl Lauterbach (SPD) und Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) einen hitzigen verbalen Schlagabtausch. Der ehemalige Gesundheitsminister holte zum Rundumschlag gegen die Liberalen aus.

Streit zwischen Karl Lauterbach und Marie-Agnes Strack-Zimmermann bei "Markus Lanz" am 02.06.2026

Besonders die überraschende Kampfkandidatur der Europapolitikerin gegen Wolfgang Kubicki beim jüngsten Parteitag nahm Lauterbach ins Visier. "Der Zirkus erinnert mich an das Lügengerede von Christian Lindner", wetterte der SPD-Politiker. Er zog Parallelen zur Ampel-Zeit, als man geglaubt habe, die Koalition würde fortbestehen. "Es war aber lange schon geplant, dass er die Koalition platzen lässt ... Das ist einfach der unseriöse Charakter dieser Partei ... Genau diesen Zirkus haben wir in der Ampel all die Zeit erlebt. Das war einfach ganz schrecklich", so Lauterbach weiter. In der aktuellen wirtschaftlichen Lage brauche man eine solche "halbseidene" Partei "zumindest in der Regierung nicht".

Strack-Zimmermann wegen Kampfkandidatur gegen Wolfgang Kubicki auf FDP-Parteitag unter Beschuss

Die FDP-Europaparlamentarierin verteidigte sich gegen den Vorwurf der geplanten Inszenierung.Die Entscheidung sei am Freitag vor dem Parteitag gefallen, nachdem viele Parteikollegen ihr signalisiert hätten, sie wollten eine echte Wahl haben, betonte sie aus ihrem Brüsseler Büro zugeschaltet.

Doch Lanz blieb skeptisch. Ihre Rede sei "so geschliffen" gewesen. "Niemals schreibt man so etwas spontan und redet das auch nicht spontan. Wie lange haben Sie das wirklich vorbereitet?" Strack-Zimmermann konterte selbstbewusst: "Wenn man einen individuellen Kompass hat, dann reichen 24 Stunden, eine solche Rede zu schreiben. Das habe ich gemacht. Im Vorfeld wollte ich das gar nicht ... Das habe ich nicht gemacht, weil ich mal Lust hatte auf Ramba Zamba. Und es war Ramba Zamba. Es war ja nun eine große Bewegung und richtig was los."

Besonders pikant: Kubicki erfuhr nichts von der Gegenkandidatur seiner langjährigen Parteikollegin. "Nein, ich habe ihm das nicht gesagt. Das war eine Überraschung, wie gesagt, kurzfristig", räumte sie ein. Der FDP-Chef sei davon ausgegangen, "in einem Rutsch gewählt" zu werden – und entsprechend wenig amüsiert gewesen.

Europa-Politikerin giftet gegen Karl Lauterbach im ZDF-Talk

Lauterbachs Kritik wollte Strack-Zimmermann unterdessen nicht auf sich sitzen lassen."Was Sie sich gerade hier erlauben, finde ich völlig überflüssig!", fuhr sie den SPD-Politiker an. "Ich käme nie auf die Idee, Ihnen vorzuwerfen, dass man Sie nicht mehr als Minister wollte, weil Sie allen auf den Geist gegangen sind. Das ist unstatthaft." Sie zeigte sich außerdem irritiert über Lauterbachs Demokratieverständnis.

Lauterbach versuchte zu beschwichtigen: Er hätte sich sogar über ihren Sieg gefreut, es gehe ihm lediglich um den Stil. "Dass Sie etwas Spontanes vortäuschen, was in Wirklichkeit geplant gewesen ist." Doch die Liberale blieb unversöhnlich: "Ihr Kompass ist inzwischen auch irgendwo verloren gegangen." Schließlich behauptete sie noch,Lauterbach sei doch selbst nur durch eine Internetkampagne ins Ministeramt gekommen – und nicht etwa, weil der Kanzler ihn gewollt habe.

Moderator Lanz sah sich gezwungen, einzugreifen: "Aua, aua, aua, aua, aua", unterbrach er den Schlagabtausch. "Sollen wir einen Therapeuten anrufen? Ich habe das Gefühl, gerade ampelmäßig ist hier noch einiges aufzuarbeiten."

Marie-Agnes Strack-Zimmermann warnt vor Annäherung der FDP an die AfD

Trotz aller Differenzen fanden Lauterbach und Strack-Zimmermann in einem Punkt zusammen: Beide warnten vor einer möglichen Annäherung der FDP an die AfD. Die Europapolitikerin gab zu, genau diese Befürchtung habe sie zur Kandidatur bewogen. "Es gibt einfach Sachen, da bin ich hochsensibel", erklärte sie.

Auf Lanz' direkte Frage, ob sie Kubicki zutraue, die Brandmauer einzureißen, gab sie zunächst Entwarnung: Der neue Parteichef habe in seiner Rede versichert, mit ihm werde es nie eine Mehrheit mit der AfD geben. "Insofern ist mein Vertrauen jetzt wiederhergestellt."

Lauterbach sah das kritischer. Kubicki spiele mit seiner Wortwahl "mit dem Feuer". "Das ist einfach super gefährlich", mahnte er. "Die Brandmauer schützt die Demokratie bei uns."

Die komplette Sendung "Markus Lanz" vom Dienstag, dem 2. Juni, ist unter zdf.de zu finden.

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