Düsseldorf: Fast 5.000 offene Stellen an Schulen - trotz Personalzuwachs
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Erstellt von Sarah Knauth
03.06.2026 16.22
Mit mehr als 166.000 Stellen hat die Personalausstattung an den Schulen in Nordrhein-Westfalen nach Angaben der Landesregierung einen neuen Höchststand erreicht. Derzeit arbeiten demnach über 12.600 Menschen mehr an den Schulen als zu Beginn der Wahlperiode vor vier Jahren. Wie Schulministerin Dorothee Feller (CDU) mitteilte, ist das der stärkste Anstieg seit mehr als vier Jahrzehnten.
Gleichzeitig sei aber auch der Personalbedarf an den Schulen in NRW weiter gestiegen: Am 1. Juni 2026 habe der landesweite Bedarf bei insgesamt rund 173.934 zu besetzenden Stellen gelegen.
Weiterhin tausende offene Jobs an Schulen
4.822 feste Stellen seien unbesetzt geblieben. Trotz erheblicher zusätzlicher Einstellungen gehe die Zahl der offenen Stellen bislang nur langsam zurück, räumte die Landesregierung ein. Ursache für den steigenden Personalbedarf seien insbesondere höhere Schülerzahlen, zusätzliche Unterstützungsangebote für Schulen, der weitere Ausbau des Ganztags, die Stärkung des gemeinsamen Lernens sowie zusätzliche Ressourcen zur Verbesserung der Bildungsqualität.
Insgesamt hat es den Angaben zufolge seit 2022 mehr als 30.000 dauerhafte Neueinstellungen gegeben, davon über 25.000 Lehrkräfte. Die übrigen Einstellungen entfallen demnach auf pädagogische und nicht pädagogische Fachkräfte, beispielsweise für multiprofessionelle Teams, Schulverwaltungsassistenten und Sozialarbeiter. Damit werde bewusst ein breiter Ansatz verfolgt, um die Schulen personell zu stärken und Lehrkräfte im Schulalltag zu entlasten, betonte das Ministerium.
Wüst unterstreicht Regierungsanstrengungen
Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) unterstrich, die Landesregierung habe viel getan, um den Lehrerberuf attraktiver zu machen und so noch mehr Lehrer an die Schulen zu holen. Als Bespiele nannte er die Erhöhung der Einstiegsbesoldung auf A 13 für Lehrkräfte an Grundschulen und in der Sekundarstufe I und das 34 Maßnahmen umfassende "Handlungskonzept Unterrichtsversorgung".
"Auch in diesem Jahr stellen wir mit insgesamt 43,4 Milliarden Euro wieder Rekordmittel für den Bereich Bildung zur Verfügung", sagte Wüst. Die neuen Zahlen zur Personalausstattung zeigten, "dass Politik einen Unterschied machen kann".
Diesen Weg werde die Landesregierung fortsetzen, versicherte Feller. "Wir setzen alles daran, mehr Personal für die Schulen zu gewinnen."
Kritiker bemängeln "Dauerbaustelle" und "Jubelmeldung"
Bildungsgewerkschaften begrüßten die zusätzlichen Einstellungen, wiesen aber gleichzeitig auf großen Nachholbedarf hin. "Unterrichtsausfall, Mehrarbeit, hohe Belastungen und Schwierigkeiten bei der Umsetzung pädagogischer Konzepte gehören vielerorts weiterhin zum Alltag", bemängelte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. "Gute Bildung braucht ausreichend Personal, attraktive Arbeitsbedingungen und eine Bildungspolitik, die die Realität an den Schulen konsequent in den Mittelpunkt stellt."
Die Zahlen zeigten, wie groß die Lücke an den Schulen weiterhin sei, stellte der Verband Bildung und Erziehung fest. Die Unterrichtsversorgung bleibe offensichtlich "eine Dauerbaustelle in NRW".
Das Bündnis "Bildungswende jetzt" sprach von einer "Jubelmeldung" des Schulministeriums: "Nordrhein-Westfalen braucht keine PR-Meldungen über statistische Höchststände, sondern eine schonungslose Bestandsaufnahme der tatsächlichen Versorgungslage." Das Bündnis ist ein in mehreren Bundesländern organisierter Zusammenschluss aus Eltern, Schülern, Lehrkräften, Sozialarbeitern und Erziehern.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
kns/roj/news.de