Wladimir Putin: Ukraine-Krieg bald unbezahlbar? Putin-Minister schlagen Alarm
Wladimir Putin geht offenbar die Kohle aus. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Vyacheslav Prokofyev
Erstellt von Anika Bube
02.06.2026 08.52
- Im Kreml wächst der Streit über die Finanzierung des Ukraine-Krieges
- Russlands Staatskasse weist bereits ein Defizit von umgerechnet mehr als 70 Milliarden Euro auf
- Finanzministerium und Zentralbank drängen auf Einsparungen – das Militär fordert dagegen noch mehr Geld
Im Kreml bahnt sich ein erbitterter Machtkampf an: Das russische Finanzministerium warnt Wladimir Putin eindringlich vor dem finanziellen Zusammenbruch durch die explodierenden Kriegskosten. Die Ausgaben für den Ukraine-Feldzug seien schlicht nicht mehr tragbar, lautet die alarmierende Botschaft aus dem Finanzressort und der Zentralbank.
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Machtkampf um Milliarden im Kreml: Putin-Krieg bald unbezahlbar?
Berater haben dem 73-jährigen Staatschef bereits nahegelegt, die Militärausgaben zu drosseln. Doch das Verteidigungsministerium stemmt sich vehement dagegen und verlangt sogar zusätzliche Mittel. Diese Konfrontation offenbart tiefe Risse an der Spitze der russischen Macht. Putin selbst ordnete an, zunächst andere Haushaltsbereiche zu beschneiden – die Rüstung bleibt unangetastet.
Die Haushaltslage ist verheerend: Allein zwischen Januar und April 2026 klafft ein Loch von 5,9 Billionen Rubel in der Staatskasse – umgerechnet etwa 70,5 Milliarden Euro. Das Verteidigungsministerium kalkuliert für das laufende Jahr mit einem zusätzlichen Fehlbetrag von bis zu 3 Billionen Rubel, rund 36 Milliarden Euro.
Statt Einsparungen fordert das Militärressort jedoch weitere Gelder. Finanzminister Anton Siluanov mahnte im Mai unmissverständlich: "Reserven sind nicht endlos. Schwäche in den Finanzen können wir in diesem Kontext nicht tolerieren." Er forderte "eine gewisse Sparsamkeit" bei den Staatsausgaben.
Russische Wirtschaft bricht erstmals seit drei Jahren ein
Putins Kriegsmaschinerie hinterlässt tiefe Spuren in der russischen Ökonomie. Die Wachstumsprognose für 2026 musste drastisch nach unten korrigiert werden: Statt der ursprünglich geplanten 1,3 Prozent rechnen Experten nur noch mit mageren 0,4 Prozent. Noch gravierender: Im ersten Quartal schrumpfte die russische Wirtschaft zum ersten Mal seit drei Jahren. Die Inflation verharrt auf hartnäckig hohem Niveau und setzt Verbraucher wie Unternehmen unter Druck. Auch der Bankensektor zeigt deutliche Überlastungserscheinungen. Die wirtschaftlichen Fundamente des Landes geraten durch die anhaltenden Kriegsausgaben zunehmend ins Wanken.
Russische Finanzreserven um 40 Prozent geschrumpft
Die westlichen Sanktionen entfalten ihre volle Wirkung auf Russlands Staatsfinanzen. Als Putin 2022 den Einmarsch in die Ukraine befahl, verfügte das Land noch über beträchtliche finanzielle Polster. Inzwischen sind diese Rücklagen um 40 Prozent zusammengeschmolzen. Die Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft sind massiv eingebrochen. Selbst Ölpreise von über 100 Dollar pro Barrel können die strukturellen Wirtschaftsprobleme des Landes nicht mehr beheben, wie "Bild" berichtet. Die Kombination aus schwindenden Reserven, sinkenden Energieerlösen und steigenden Kriegskosten treibt Russland in eine finanzielle Sackgasse.
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