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Putin-Krieg erreicht EU-Territorium: Nato schlägt Alarm nach Drohnenangriff auf Wohngebiet

Rumänische Gendarmerie sperrt eine Straße in einem Wohngebiet ab, nachdem es in einem Wohnblock zu einer starken Explosion gekommen ist. Bild: Uncredited/AP/dpa/dpa

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  • Russische Drohne schlägt in Wohnhochhaus in der rumänischen Grenzstadt Galați ein
  • Mutter und Kind verletzt – Brand im obersten Stockwerk ausgebrochen
  • Nato und EU reagieren mit scharfen Warnungen und neuen Maßnahmen gegen Moskau

In der rumänischen Grenzstadt Galati hat eine russische Drohne in der Nacht ein zehnstöckiges Wohngebäude getroffen. Bei dem Einschlag auf dem Dach des Hochhauses wurden eine Mutter und ihr Kind verletzt – beide kamen mit leichten Blessuren ins Krankenhaus. Die komplette Sprengladung der Drohne detonierte und löste im obersten Stockwerk einen Brand aus.

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Feuerwehr und Rettungskräfte waren die gesamte Nacht in der rund 220.000 Einwohner zählenden Stadt im Einsatz. Etwa 70 Bewohner mussten in Sicherheit gebracht werden. Zwei weitere Personen wurden wegen Panikattacken vor Ort behandelt. Der Brand konnte inzwischen gelöscht werden, zwei Treppenhäuser und fünf Fahrzeuge wurden beschädigt. Laut Vize-Innenminister Raed Arafat handelt es sich um den ersten Drohneneinschlag in einem dicht besiedelten Gebiet Rumäniens.

Bukarest wirft Moskau "schwere Eskalation" vor

Das rumänische Außenministerium reagierte umgehend mit scharfer Kritik. "Die Russische Föderation trägt die direkte Verantwortung für diese schlimme und verantwortungslose Aktion", hieß es in einer Stellungnahme. Man werde diplomatische Schritte einleiten, um auf die Verletzung des Luftraums zu reagieren. Rumänien kündigte an, sich mit "maximaler Entschlossenheit" für verstärkten internationalen Druck auf Russland einzusetzen.

Die rumänische Luftwaffe ließ zwei F-16-Kampfjets sowie einen Militärhubschrauber aufsteigen, um mögliche weitere Drohnen abfangen zu können. Die Bevölkerung in den Grenzregionen Braila, Galati und Tulcea wurde aufgefordert, Schutz zu suchen. Gegenüber seinen Nato-Verbündeten forderte Bukarest eine beschleunigte Lieferung von Drohnenabwehrsystemen.

Nato sichert Bündnispartner Rumänien volle Unterstützung zu

Das westliche Verteidigungsbündnis verurteilte den Vorfall scharf. Nato-Sprecherin Allison Hart bezeichnete Russlands Verhalten als "rücksichtslos" und kündigte an, die Verteidigung gegen sämtliche Bedrohungen weiter auszubauen – einschließlich der Abwehr von Drohnen. Generalsekretär Mark Rutte nahm unmittelbar Kontakt zu den rumänischen Behörden auf.

Nach einem Telefonat mit dem rumänischen Präsidenten versicherte Rutte "absolute Solidarität" mit dem Bündnispartner. Die Nato sei bereit, "jeden Zentimeter des Bündnisgebiets zu verteidigen", betonte er. Russlands rücksichtsloses Handeln stelle eine Gefahr für alle dar. Der Kreml greife weiterhin Zivilisten und zivile Infrastruktur in der Ukraine an – und die Ereignisse der vergangenen Nacht hätten erneut gezeigt, dass die Auswirkungen des illegalen Angriffskriegs nicht an der Grenze haltmachten.

Von der Leyen kündigt neues Sanktionspaket an

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen reagierte mit deutlichen Worten auf den Vorfall. "Russlands Angriffskrieg hat eine weitere Grenze überschritten", erklärte sie auf der Plattform X. Eine russische Drohne habe ein dicht besiedeltes Gebiet in Rumänien getroffen und Zivilisten verletzt – auf EU-Territorium. Die Kommissionspräsidentin betonte die uneingeschränkte Solidarität mit Rumänien und seiner Bevölkerung. Während die EU ihre Sicherheit und Abschreckung weiter stärke, insbesondere an der östlichen Grenze, werde man den Druck auf Russland erhöhen. Von der Leyen kündigte an, dass bereits ein 21. Sanktionspaket gegen Russland vorbereitet werde.

Bereits 28 Luftraumverletzungen durch russische Drohnen

Der Einschlag ereignete sich während eines russischen Angriffs auf den ukrainischen Hafen Ismajil in der Oblast Odessa. Die Hafenstadt liegt nur etwa 90 Kilometer von Galati entfernt und gilt als größter ukrainischer Donauhafen mit hoher strategischer Bedeutung. Eine weitere Drohne ohne Sprengladung mit rund drei Metern Spannweite wurde im Nordwesten Rumäniens entdeckt.

Seit Beginn der russischen Attacken auf die ukrainischen Donau-Häfen haben Drohnen aus Russland nach Angaben des Verteidigungsministeriums insgesamt 28 Mal den rumänischen Luftraum verletzt. Bereits im April war Galati betroffen, als eine Drohne einen Strommast beschädigte – damals blieb es jedoch bei Sachschäden ohne Verletzte. Galati liegt an der Donau, nur wenige Kilometer von den Grenzen zur Ukraine und zur Republik Moldau entfernt.

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/fka/news.de/dpa/stg

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