Wladimir Putin: Geheimplan aus Moskau - Putin will Atomraketen auf dem Meeresgrund verstecken
Will Wladimir Putin Atomraketen unter Wasser stationieren? Bild: picture alliance/dpa/Pool Reuters | Maxim Shemetov
Erstellt von Tobias Rüster
22.05.2026 13.57
- Wladimir Putins geheimes Atomraketenprojekt fliegt auf
- Geheimer Putin-Plan: Atomraketen aus Hunderten Metern Tiefe abfeuern
- Wladimir Putin: Wie weit ist sein Atomplan fortgeschritten?
- Das macht Putins-Atomraketen so unberechenbar
- Woher die Putin-Idee eigentlich stammt
- Putin-Spezialrakete "Skif" bereits getestet - Reichweite mehrere tausend Kilometer
Westliche Nachrichtendienste verfolgen aufmerksam ein geheimes russisches Militärvorhaben auf dem Meeresgrund. Wie WDR und NDR in ihren Recherchen enthüllen, soll Wladimir Putin an der Stationierung von Atomraketen in speziellen Unterwasser-Silos arbeiten.
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Wladimir Putins geheimes Atomraketenprojekt fliegt auf
Im Zentrum der Untersuchungen steht die "Zvezdochka", was auf Deutsch "Sternchen" bedeutet. Das 96 Meter lange Spezialschiff liegt im nordrussischen Sewerodwinsk am Weißen Meer vor Anker. Der Standort gilt als wichtiges Zentrum für den russischen U-Boot-Bau. Geheimdienste westlicher Staaten vermuten, dass das Schiff zum Projekt "Skythen" gehört - einem geheimen Militärprogramm Russlands.
Die "Zvezdochka" könnte demnach eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und möglicherweise Installation von nuklearen Raketensystemen auf dem Meeresboden spielen. Das Projekt würde eine neue Dimension in der strategischen Raketenabwehr darstellen.
Geheimer Putin-Plan: Atomraketen aus Hunderten Metern Tiefe abfeuern
Nach Informationen aus Nato-Kreisen plant Russland die Lagerung nuklear bestückter Raketen mehrere hundert Meter unter der Meeresoberfläche. Die Waffen sollen in speziell konstruierten Containern oder Silos untergebracht werden. Von dort aus könnten sie unentdeckt über längere Zeiträume verharren.
Im Ernstfall ließe sich das System per Fernsteuerung aktivieren und die Raketen starten. Diese Technologie würde es ermöglichen, die Waffen praktisch unsichtbar zu positionieren. Neben dem Schiff "Zvezdochka" soll auch ein spezielles U-Boot zum Einsatz kommen.
- Die "Sarov" ist ein Spezial-U-Boot, das ebenfalls in das Programm eingebunden sein soll.
- Das Zusammenspiel beider Systeme könnte die Installation und Wartung der Unterwasser-Silos ermöglichen.
- Die langfristige Lagerung der Nuklearwaffen auf dem Meeresgrund stellt dabei eine zentrale Komponente des Konzepts dar.
Wladimir Putin: Wie weit ist sein Atomplan fortgeschritten?
Für ihre Untersuchungen analysierten WDR und NDR verschiedene Informationsquellen. Die Journalisten werteten Satellitenaufnahmen, russische Datenbanken und historische Unterlagen aus. Zusätzlich führten sie Gespräche mit Militärangehörigen und Fachleuten.
Die Recherchen legen nahe, dass Russland bereits seit mehreren Jahren an diesem System arbeiten könnte. Das Projekt befindet sich offenbar in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium. Die genaue Dauer der Arbeiten lässt sich jedoch nicht eindeutig bestimmen.
Eine offizielle Bestätigung des Programms "Skythen" gibt es bislang nicht.
Das macht Putins-Atomraketen so unberechenbar
Helge Adrians, Marineoffizier bei der Stiftung Wissenschaft und Politik, analysiert die strategischen Aspekte des Konzepts. Die Positionierung von Interkontinentalraketen auf dem Meeresboden habe zwei wesentliche Pluspunkte, erklärt der Experte.
- "Erstens erscheint es sehr aufwendig, sie zu neutralisieren. Zweitens bietet dieses Verfahren die Möglichkeit, U-Boote und deren Personal einzusparen", sagte er gegenüber den Medien.
Gleichzeitig weist Adrians auf massive technische Schwierigkeiten hin.
- Strömungen im Meer, die Versandung der Systeme sowie Probleme bei der Stromversorgung und Datenübertragung stellten erhebliche Hürden dar. Diese Faktoren würden die praktische Umsetzung stark erschweren.
- Die technischen Hindernisse seien so gravierend, dass ein umfassender Einsatz der Technologie zweifelhaft bleibe. Die theoretischen militärischen Vorteile könnten durch die praktischen Probleme möglicherweise aufgewogen werden.
Woher die Putin-Idee eigentlich stammt
Das Konzept nuklearer Waffensysteme auf dem Meeresgrund ist keine russische Neuerfindung. Bereits in der Zeit des Kalten Krieges experimentierten die Vereinigten Staaten mit vergleichbaren Überlegungen. Eine Untersuchung des Pentagon aus dem Jahr 1980 beschäftigte sich mit der Möglichkeit, Raketenplattformen am Ozeanboden zu verstecken.
Die amerikanischen Militärplaner verwarfen diese Pläne letztlich wieder. Die USA entschieden sich offenbar gegen eine Weiterentwicklung und Umsetzung des Systems. Welche genauen Gründe zudem Verzicht führten, sind nicht bekannt. Russland scheint den damals aufgegebenen Ansatz nun aufgegriffen und weiterverfolgt zu haben.
Putin-Spezialrakete "Skif" bereits getestet - Reichweite mehrere tausend Kilometer
Für das Unterwasser-Projekt entwickelte Russland nach Nato-Informationen eine eigene Rakete. Die Waffe trägt die Bezeichnung "Skif" und stellt eine modifizierte Version der bestehenden U-Boot-Rakete "Sineva" dar. Diese Anpassung ermöglicht vermutlich den Start von speziellen Silos am Meeresgrund statt von U-Booten aus.
Die Reichweite der Raketen beträgt mehrere tausend Kilometer. Damit könnten sie strategisch wichtige Ziele in großer Entfernung erreichen. Die Kombination aus versteckter Lagerung und hoher Reichweite würde diese Waffen zu einem schwer kalkulierbaren Faktor machen.
Erste Versuche mit dem System fanden laut Erkenntnissen bereits vor Jahren statt. Die Tests deuten darauf hin, dass das Projekt über das reine Planungsstadium hinaus ist. Ob jedoch bereits einsatzbereite Raketen auf dem Meeresgrund installiert wurden, lässt sich nicht abschließend klären.
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