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Wladimir Putin: Kurz hinter der Nato-Grenze - Kremlchef probt Atomwaffen-Einsatz

Wladimir Putin (rechts) und Alexander Lukaschenko gelten als treue Verbündete. Bild: picture alliance/dpa/Pool AP | Pavel Bednyakov

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  • Wladimir Putin lässt Truppen Atomwaffen-Einsatz trainieren
  • Moskau und Minsk sprechen von Abschreckung
  • Kiew warnt vor Eskalation wegen Putin-Militärübung
  • Strategische Spannung an der Nato-Außengrenze

Russland und Belarus haben nach eigenen Angaben mit Übungen begonnen, bei denen der Einsatz nuklearer Waffen in Grenznähe zur Nato trainiert wird. Die Streitkräfte beider Länder proben dabei Szenarien, in denen atomwaffenfähige Systeme kurzfristig eingesetzt werden könnten.

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Wladimir Putin lässt Truppen Atomwaffen-Einsatz trainieren

In Belarus trainieren Raketen- und Luftwaffeneinheiten den Umgang mit Systemen, die für den Einsatz nuklearer Sprengköpfe ausgelegt sind. Ob dabei echte Sprengköpfe verwendet oder lediglich Abläufe simuliert werden, ist unklar. Parallel dazu führt Russland laut "Bild" auf eigenem Territorium Manöver mit Waffensystemen durch, die atomare Gefechtsköpfe tragen können. Dazu gehören ballistische Raketen und Marschflugkörper, die technisch für den Transport von Nuklearsprengköpfen ausgelegt sind.

Putin-Truppen üben Atomwaffen-Einsatz: Moskau und Minsk sprechen von Abschreckung

Das Verteidigungsministerium in Minsk bezeichnet die Übungen als geplante Trainingsmaßnahmen ohne externe Zielrichtung. Auch die russische Seite betont, es handle sich um defensive Manöver im Rahmen der nuklearen Abschreckung. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tass gehe es darum, die Einsatzbereitschaft von Wladimir Putins Nuklearstreitkräften im Falle einer (Nato-)Bedrohung sicherzustellen. Aus welcher Richtung diese angeblich kommen soll, scheint mit Blick auf den gewählten Standort klar.

Kiew warnt vor Eskalation wegen Putin-Militärübung

Die Ukraine reagiert mit scharfer Kritik auf die gemeinsamen Übungen. Das Verteidigungsministerium in Kiew warnt vor einer gefährlichen Entwicklung für die internationale Sicherheitsordnung. In einer Stellungnahme heißt es, die Stationierung russischer taktischer Atomwaffen in Belarus sowie die gemeinsamen Übungen stellten eine erhebliche Herausforderung für die globale Stabilität dar. Die ukrainische Führung sieht darin eine weitere Eskalation des Konflikts und warnt vor einer zunehmenden Militarisierung der Region.

Wladimir Putins Machtdemonstration: Strategische Spannung an der Nato-Außengrenze

Die Lage in Belarus hat besondere geopolitische Bedeutung: Das Land grenzt an die Nato-Mitglieder Polen, Litauen und Lettland. Die Übungen finden damit in unmittelbarer Nähe zum westlichen Verteidigungsbündnis statt. Der russische Präsident Wladimir Putin nutzt die militärische Kooperation mit Belarus auch zur Machtdemonstration gegenüber Europa. Unterstützt wird er dabei vom belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko. Die beiden Staatsoberhäupter gelten seit Jahrzehnten als enge Verbündete.

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