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Wladimir Putin: Analyse enthüllt Kreml-Dilemma - so dauert der Ukraine-Krieg noch Jahrzehnte

Wladimir Putins Truppen kommen in der Ukraine nur minimal voran. Bild: picture alliance/dpa/Pool Reuters | Ramil Sitdikov

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  • Wladimir Putin fast gestoppt: Gebietsgewinne auf niedrigstem Stand seit 2023
  • Putin-Offensiven kommen nur mühsam voran
  • Moskau fordert Rückzug als Bedingung für Kriegsende

Im Ukraine-Krieg läuft die von den USA vermittelte dreitägige Waffenruhe aus. Der Kreml rechnet mit einer raschen Fortsetzung der Friedensgespräche. Die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner, Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, würden "schon ziemlich bald" erneut nach Moskau reisen, kündigte der Kremlbeauftragte Juri Uschakow an. Ein konkretes Datum nannte er nicht. Die beiden Vermittler haben bereits mehrfach zwischen den Kriegsparteien verhandelt. Einen Durchbruch erzielten die Gespräche bislang allerdings nicht.

Wladimir Putin fast gestoppt: Gebietsgewinne auf niedrigstem Stand seit 2023

Die russischen Streitkräfte konnten im April lediglich rund 94 Quadratkilometer Territorium hinzugewinnen. Dies geht aus Daten der "Black Bird Group" beim Social-Media-Dienst X hervor, einer unabhängigen, nicht staatlichen Organisation für Sicherheitsanalysen und Aufklärung. Die Gruppe arbeitet mit umfassenden Open-Source-Recherchen, Satellitenbildern und weitreichenden Netzwerken.

  • Das Vorrücken der russischen Armee erreichte damit die niedrigste Rate seit dem Jahr 2023. Die Nettogewinne bleiben deutlich hinter dem Tempo des Vorjahres zurück.
  • Bei diesem schleppenden Fortschritt würde die vollständige Besetzung des Donbass-Gebiets mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen.
  • Es handelt sich um dieselbe Region, die Russland ursprünglich ohne militärische Auseinandersetzungen unter seine Kontrolle bringen wollte.
  • Der operative Schwerpunkt der russischen Streitkräfte liegt weiterhin auf der Eroberung des Gebiets Donezk.

Putin-Offensiven kommen nur mühsam voran

Nach Einschätzung der Black Bird Group dürften die russischen Streitkräfte ihre militärischen Aktivitäten in den kommenden Sommermonaten verstärken. Allerdings: Die russischen Angriffsbemühungen stoßen weiterhin auf erhebliche Schwierigkeiten.

  • An der Südfront hat sich die Frontlinie weitgehend stabilisiert, nachdem im Februar und März Kämpfe um Huljajpole stattgefunden hatten.
  • Moskaus Truppen erzielten lediglich stückweise Fortschritte in den Sektoren Slowjansk, Pokrowsk und Kostjantyniwka und konnten einige verlorene Stellungen bei Huljajpole zurückerobern.

Die ukrainischen Streitkräfte ihrerseits verbuchten durch Gegenangriffe taktische Erfolge in den Bereichen Luhansk, Lyman und Saporischschja. In sämtlichen Frontabschnitten dehnen sich die Grauzonen aus.

  • Einen erheblichen Teil ihrer Geländegewinne erzielte die russische Seite durch Vorstöße an den Grenzen zu Charkiw und Sumy. Diese Operationen stellen jedoch aktuell keine großflächige operative Bedrohung für die Ukraine dar.
  • Sie dienen vermutlich vorrangig dazu, ukrainische Kräfte zu binden und Putins Versprechen einer Grenzsicherheitszone umzusetzen.

Moskau fordert Rückzug als Bedingung für Kriegsende

Russland knüpft ein Ende der Kampfhandlungen an eine zentrale Vorgabe: Die Ukraine müsse ihre Truppen aus dem Donbass abziehen. Dies unterstrich Kremlbeauftragter Juri Uschakow gegenüber dem Staatsfernsehen erneut.

  • "Sie wissen in der Ukraine, dass sie das tun müssen und sie werden es früher oder später ohnehin machen", erklärte er.

Im Zentrum der Forderung steht vor allem das Gebiet Donezk, das bereits zu großen Teilen unter russischer Kontrolle ist. Den Moskauer Einheiten ist es bislang jedoch nicht gelungen, in die strategisch bedeutsamen Städte Kramatorsk und Slowjansk einzudringen. Diese Ortschaften haben für Kiew erhebliche militärische Bedeutung.

Zur Einordnung: Die russische Seite verlangt faktisch die kampflose Übergabe dieser noch gehaltenen Städte. Damit würde die Ukraine auf wesentliche Teile des Donbass-Gebiets verzichten müssen.

Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj lehnt Aufgabe kategorisch ab

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die russische Bedingung für ein Kriegsende durchweg zurückgewiesen. Die Forderung Moskaus nach einem Truppenabzug aus dem Donbass lehnt er kategorisch ab. Selenskyj verweigert eine widerstandslose Preisgabe der noch unter ukrainischer Kontrolle stehenden Städte.

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/news.de/dpa/stg

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