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Wladimir Putin: Droht Putin jetzt ein Energie-Kollaps? Drohnenserie trifft Ölindustrie hart

Mehrere Angriffe auf die Tuapse-Raffinerie erschüttern Wladimir Putin. Bild: picture alliance/dpa/Pool AP | Dmitri Lovetsky

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  • Vierter Drohnenangriff binnen zwei Wochen setzt Russlands wichtige Ölraffinerie in Tuapse erneut in Brand
  • Massive Schäden: 24 Tanks zerstört, Öl gelangt ins Schwarze Meer – Umweltkatastrophe droht
  • Russlands Raffinerieleistung fällt auf niedrigsten Stand seit 2009

Nur einen Tag nachdem russische Behörden die Brände in Tuapse für gelöscht erklärt hatten, steht die Ölraffinerie am Schwarzen Meer erneut in Flammen. Am frühen Freitagmorgen traf der vierte ukrainische Drohnenangriff innerhalb von zwei Wochen das Meeresterminal und die Raffinerie in der südrussischen Region Krasnodar. Über den jüngsten Ukraine-Erfolg berichtet aktuell die "Kyiv Post".

Weitere Nachrichten zu Putin und dem Ukraine-Krieg finden Sie am Ende des Artikels.

Tuapse brennt wieder: Vierter Drohnenangriff in zwei Wochen trifft Putins Ölsektor ins Mark

Nach Angaben des regionalen Krisenstabs gerieten mindestens zwei Lagertanks in Brand. Aufnahmen in sozialen Medien zeigen dichte schwarze Rauchschwaden über dem Gelände. Das Terminal verlor offenbar die Stromversorgung, während russische Militärblogger von einem umfassenderen Blackout und Internetausfall im Stadtzentrum berichten.

Rund 128 Einsatzkräfte und 41 Fahrzeuge kämpfen gegen die Flammen. Verletzte wurden bislang nicht gemeldet.

Nach einem Drohnenangriff auf die Ölraffinerie und das Ölterminal in Tuapse steigt dunkler schwarzer Rauch auf. Bild: picture alliance/dpa/Krasnodar regional governor Veniamin Kondratyev Telegram channel | Uncredited

Ölregen und Schwarzmeer-Katastrophe

Die Angriffswelle begann am 16. April und setzte sich am 20. und 28. April fort. Die Bilanz ist verheerend: 24 Lagertanks wurden vollständig zerstört, vier weitere beschädigt. Auch eine Rohölverarbeitungsanlage wurde getroffen.

Die Umweltfolgen sind dramatisch. Anwohner berichteten von "Ölregen" – die Konzentrationen von Benzol, Xylol und Ruß in der Luft überstiegen die Normalwerte um ein Vielfaches. Brennende Erdölprodukte ergossen sich aus beschädigten Tanks auf Straßen und beschädigten mehrere Fahrzeuge. Besonders gravierend: Aus den zerstörten Tanks ausgelaufenes Öl gelangte ins Schwarze Meer. Innerhalb einer Woche erstreckte sich der Ölteppich über bis zu 77 Kilometer entlang der Küste.

Russlands Ölsektor am Tiefpunkt

Die ukrainische Offensive gegen Russlands Energieinfrastruktur zeigt messbare Wirkung. Laut "Bloomberg" sank die durchschnittliche Raffineriekapazität des Landes auf 4,69 Millionen Barrel pro Tag – der niedrigste Wert seit Dezember 2009.

Allein im April verzeichnete der Nachrichtendienst mindestens 21 Angriffe auf russische Raffinerien, Pipelines und Ölanlagen auf See. Damit erreichte die Schlagzahl ein Vier-Monats-Hoch.

Die Raffinerie in Tuapse, die dem staatlichen Konzern Rosneft gehört und zu den zehn größten Russlands zählt, steht seit dem 16. April still. Jährlich verarbeitet die Anlage normalerweise rund 12 Millionen Tonnen Rohöl.

Putin schicktKatastrophenschutzminister Aleksandr Kurenkov nach Tuapse

Präsident Wladimir Putin entsandte Katastrophenschutzminister Aleksandr Kurenkov umgehend nach Tuapse. Die Regionalbehörden riefen den Ausnahmezustand für den Bezirk aus. Spezialisten begannen mit der Installation von Drainagesystemen und Schutzbarrieren, um weitere Öleinträge in Flüsse und das Schwarze Meer zu verhindern.

Ukraine-Berater spottet über Russland

Der ukrainische Berater Anton Gerashchenko kommentierte die Lage auf X mit trockenem Spott: "Gestern meldeten die russischen Behörden, dass ein weiterer Brand in Tuapse gelöscht wurde. Nun, keine Sorge – jetzt brennen das Meeresterminal und die Ölraffinerie in Tuapse wieder."

Die ukrainische Seite hat sich zum jüngsten Angriff bislang nicht offiziell geäußert.

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/news.de/stg

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