Wladimir Putin: Kremlchef öffentlich bloßgestellt von Zentralbank-Chefin
Die Zentralbank-Chefin hat Wladimir Putin öffentlich widersprochen. Bild: picture alliance:dpa:Pool Sputnik Kremlin:AP | Gavriil Grigorov
Von news.de-Redakteurin Franziska Kais
29.04.2026 13.41
- Wladimir Putin bloßgestellt von Elvira Nabiullina
- Zentralbank-Chefin widerspricht Kremlchef beim Thema Arbeitskräfte
- Wladimir Putin freut sich über sinkende Zahl an Arbeitslosen
- Nabiullina beklagt öffentlich Arbeitskräftemangel
Dass Probleme in Russland öffentlich thematisiert werden, passiert selten. Umso mehr verwundert es, dass die Chefin der russischen Zentralbank, Elvira Nabiullina, dies in den letzten Tagen vermehrt getan hat.
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Wladimir Putin bloßgestellt - Elvira Nabiullina beklagt Arbeitskräfteknappheit
Die russische Chefökonomin nahm kein Blatt vor den Mund und sprach zuletzt ungewohnt offen über die massive Arbeitskräfteknappheit, die hohe reale Inflation, die fehlende externe Finanzierung sowie über die strukturelle Überhitzung der Kriegswirtschaft. In einem Video, welches der frühere ukrainische Abgeordnete Anton Geraschenko bei X teilte, erklärt Nabiullina: "Das bestimmende Merkmal der aktuellen Lage ist der Arbeitsmarkt. Tatsächlich haben wir in der modernen Geschichte Russlands noch nie einen solchen Arbeitskräftemangel erlebt. So etwas haben wir noch nie zuvor gesehen, und es wirkt sich auf die gesamte wirtschaftliche Lage aus."
Zentralbank-Chefin widerspricht Putin, der sich über sinkende Zahl an Arbeitslosen freut
Damit widerspricht die Zentralbank-Chefin Wladimir Putin, der sich erst kürzlich während eines öffentlichen Auftritts über die sinkende Zahl an Arbeitslosen in Russland gefreut hatte. Das entsprechende Video dieses Auftritts ist ebenfalls auf dem X-Account von Anton Geraschenko zu finden. "Trotz der allgemeinen wirtschaftlichen Dynamik bleibt die Arbeitslosenquote niedrig. Sie liegt derzeit bei 2,1 %. Dies deutet auch darauf hin, dass sich unser Arbeitsmarkt im Wandel befindet. Es entwickeln sich flexible, plattformbasierte Beschäftigungsformen", erklärt der russische Präsident im Video.
Kremlchef Putin redet Arbeitslosenquote schön
Für seine blümerante Umschreibung der Arbeitsmarktsituation kassierte Wladimir Putin in den sozialen Netzwerken reichlich Spott. "Putin freut sich über die sinkende Zahl der Arbeitslosen in Russland. Er sagt, das liege an der Entwicklung von 'flexiblen, plattformbasierten Beschäftigungsformen'. Die Zahl der Arbeitslosen in Russland Februar 2022: 3.071.000 Personen, Februar 2026: 1.636.000 Personen, Verluste Russlands in der Ukraine: 1.400.000 Personen. Na, so ein Zufall aber auch", heißt es in einem spöttischen X-Kommentar.
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