Schüsse beim Trump-Dinner: Bericht deckt massive Sicherheitspanne auf - Angreifer hatte leichtes Spiel
Nach dem Angriff beim Trump-Dinner gibt es Wirbel um die Sicherheitsvorkehrungen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jose Luis Magana
Erstellt von Tobias Rüster
26.04.2026 12.14
- Schüsse bei Dinner mit Donald Trump: Kritik an Sicherheitsvorkehrungen
- Hotel-Normalbetrieb während Trump-Dinner
- Trump-Angreifer überwindet zwei Sicherheitschecks
Bei einem der bedeutendsten politischen Events der USA kam es zu einem schweren Sicherheitsvorfall. Während der Gala der Vereinigung der Korrespondenten des Weißen Hauses gelang es dem bewaffneten Angreifer Cole Tomas Allen (31), mehrere Sicherheitsbarrieren zu überwinden.
Der Mann verletzte bei seinem Vorstoß einen Polizisten mit Schüssen. Anwesend waren neben US-Präsident Donald Trump (79) auch zahlreiche Regierungsmitglieder und prominente Vertreter der Washingtoner Politik, die evakuiert werden mussten.
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Schüsse bei Dinner mit Donald Trump: Kritik an Sicherheitsvorkehrungen
Nach dem Vorfall melden sich jetzt Teilnehmer der Veranstaltung zu Wort und üben deutliche Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen. Die Zugangskontrollen zum Event erwiesen sich laut "Bild"-Bericht als erschreckend mangelhaft.
- Geladene Gäste mussten lediglich einen Screenshot ihrer Einladung vorweisen, um auf das Hotelgelände und in das Gebäude zu gelangen. Eine Prüfung von Ausweisdokumenten fand nicht statt.
- Selbst das Ablegen von Jacken sei bei den Kontrollen nicht verlangt worden.
- Ein Foto zeigt einen zerknitterten Zettel, der als Einlassdokument diente - ohne QR-Code oder andere Identifikationsmerkmale.
Die Situation vor dem von aggressiven Trump-Gegnern belagerten Hotel eskalierte demnach zeitweise so stark, dass sogar Demonstranten bis auf den roten Teppich vordrangen. Gäste mussten die letzten 500 Meter zu Fuß zurücklegen, schreibt das Blatt.
Hotel-Normalbetrieb während Trump-Dinner
Eine besonders brisante Sicherheitslücke: Das Hotel führte während der hochkarätigen Gala seinen regulären Hotelbetrieb fort.
- Wie Reporter der Nachrichtenagentur AP berichten, blieb das Haus für gewöhnliche Übernachtungsgäste zugänglich. Die Sicherheitsvorkehrungen beschränkten sich hauptsächlich auf den Veranstaltungssaal.
Personen ohne Einladung zu dem Event wurden im Hotel nicht überprüft. Dies ermöglichte es Cole Tomas Allen offenbar, sich als normaler Hotelgast anzumelden und sich so dem engsten Schutzbereich des Präsidenten zu nähern. Ein von Donald Trump veröffentlichtes Video dokumentiert, wie der Angreifer schließlich eine Sicherheitsschleuse gewaltsam durchbrach.
Die Tatsache, dass nicht alle Hotelbereiche für das Präsidenten-Event gesperrt wurden, gilt als schwerwiegende Schwachstelle im Sicherheitskonzept.
Trump-Angreifer überwindet zwei Sicherheitschecks
Der bewaffnete Angreifer schaffte es trotz mehrfacher Kontrollen, bis in unmittelbare Nähe des Präsidenten vorzudringen. Wie ein Sprecher des Secret Service mitteilte, durchlief Cole Tomas Allen zwei separate Sicherheitsprüfungen, ehe er gestoppt werden konnte. Die Schussabgabe ereignete sich im Bereich der zentralen Zugangskontrolle.
Besonders brisant: Obwohl Allen eine Waffe bei sich führte und erkennbar auf dem Weg zum Staatsoberhaupt war, machten die Sicherheitskräfte nach Angaben des Secret Service keinen Gebrauch von ihren Schusswaffen gegen ihn. Der Angreifer wurde schließlich überwältigt, ohne dass auf ihn gefeuert wurde.
Ob die getroffenen Vorkehrungen angemessen waren, soll nun offiziell überprüft werden. Eine entsprechende Untersuchung wurde angekündigt.
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