Politik

JD Vance: Brisante Textnachrichten über Trump - "Potenzieller Hitler Amerikas"

Die ARD-Dokumentation "JD Vance - Der Mann nach Trump" zeichnet seinen Werdegang vom Kritiker zum Trump-Unterstützer. Bild: dpa/PA Wire/Aaron Schwartz

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  • ARD-Doku über JD Vance zeigt seinen Wandel vom Trump-Kritiker zum Vizepräsidenten
  • Alte Textnachrichten mit harter Kritik an Donald Trump enthüllt
  • Trotz starker Machtposition wächst Gegenwind aus dem rechten Lager

Einst bezeichnete er Donald Trump als gefährlichen Demagogen und schlechten Menschen – heute steht JD Vance als dessen Vizepräsident an der Spitze der amerikanischen Macht. Die ARD-Dokumentation "JD Vance – Der Mann nach Trump" zeichnet den bemerkenswerten Wandel des 41-Jährigen nach und fördert dabei brisantes Material zutage.

JD Vance - frühere Textnachrichten lassen kein gutes Haar an Donald Trump

Besonders aufsehenerregend: Eine frühere Freundin präsentiert in der Doku private Textnachrichten, in denen Vance den heutigen Präsidenten als "potenziellen Hitler Amerikas" und "moralisch verwerflich" bezeichnete. Der Film, der seit Dienstagabend im Ersten lief und in der ARD-Mediathek abrufbar ist, beleuchtet nicht nur diese radikale Kehrtwende, sondern wirft auch einen Blick auf Vances möglichen Weg ins Präsidentenamt.

"Potenzieller Hitler Amerikas" – denunzierende Aussage über Trump in Textnachricht

Sofia, eine ehemalige Kommilitonin aus Vances Zeit an der Yale-Universität, war zehn Jahre lang mit dem heutigen Vizepräsidenten befreundet. In der Dokumentation liest sie Textnachrichten vor, die Vance ihr einst schickte. Darin nannte er Trump einen "schlechten Menschen" und "moralisch verwerflich". Besonders drastisch: die Bezeichnung als "potenzieller Hitler Amerikas".

Sofia berichtet zudem, dass Vance damals keinerlei Vorbehalte gegenüber LGBTQ-Menschen zeigte. "Damals war ich offen queer und trans. Meine geschlechtsangleichende Operation war nie ein Thema. Er hat mich unterstützt, war freundlich", erinnert sie sich. Auch Vances Sorge um muslimische Bürger dokumentieren die Nachrichten: "Mich beunruhigt, dass sich muslimische Bürger im eigenen Land nicht willkommen fühlen."

JD Vance - mom Hillbilly zum "Software-Update" des Präsidenten

Der 1984 in der heruntergekommenen Stahlstadt Middletown, Ohio, geborene Vance wuchs in prekären Verhältnissen auf – seine Mutter war lange drogenabhängig. Mit seinem autobiografischen Bestseller "Hillbilly-Elegie" schaffte er 2016 den Durchbruch. Ein Wendepunkt wurde der Kontakt zu Tech-Milliardär Peter Thiel, den Vance später als eine der prägendsten Begegnungen seines Lebens beschrieb. Thiel führte ihn ins Silicon Valley ein und wurde zu einer Art Vaterfigur.

Der Moment, als Vance vom Kritiker zum Trump-Unterstützer wurde

Mit seiner Kandidatur für den US-Senat 2022 vollzog Vance die öffentliche Kehrtwende und zog seine Trump-Kritik zurück. "Wired"-Journalist Jake Lahut beschreibt ihn als "jüngere Version" des Präsidenten: "das Software-Update". Bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2025 sorgte Vance mit Vorwürfen gegen Europa für Aufsehen.

Auf dem Weg ins Oval Office – mit einem "Handicap"

Viele Experten sind sich einig: Vance wird eines Tages Präsident. "Kann JD Vance der 48., 49., oder 50. Präsident werden? Auch wenn er nicht beim ersten Mal gewinnt, eines Tages wird er Präsident", prognostiziert Journalist Jake Lahut. Der 41-Jährige gilt bereits jetzt als Favorit für die republikanische Präsidentschaftskandidatur 2028.

Radikalrechte gegen Vance - aus diesem Grund

Doch ausgerechnet aus dem ultrarechten Lager droht Gegenwind. Seine indischstämmige Ehefrau Usha und die nach Ansicht des Radikalrechten Nick Fuentes "gemischtrassigen Kinder" könnten zum Problem werden. Autor Rod Dreher sieht die Gefahr: "Doch wenn sich die Wirtschaft nicht erholt und er die Bedrohung von ganz rechts nicht in den Griff bekommt, hat er keine Chance." Im Sommer erwartet das Paar sein viertes Kind.

Während JD Vance an der Seite von Donald Trump seinen eigenen Weg geht, hat der US-Präsident indes mit sowohl innerparteilichen Konflikten als auch mit einer schwindenden Unterstützung der Bevölkerung zu kämpfen. Bleibt nur die Frage, wann JD Vance den US-Präsidenten überholt.

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/gom/news.de/stg

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