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Donald Trump: US-Präsident zunehmend unberechenbar - selbst engsten Vertrauten wird's zu bunt

Donald Trump schürt mit seinem unberechenbaren Zickzack-Kurs im Iran-Krieg selbst in seinem engsten Umfeld ernsthafte Zweifel. Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Suzanne Plunkett

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  • Donald Trump weiter auf verstörendem Zickzack-Kurs im Iran-Krieg
  • US-Präsident schwenkt von Optimismus zu wüsten Drohungen binnen weniger Stunden um
  • Selbst enge Vertraute sind in Sorge: Verliert "The Don" endgültig den Verstand?

Donald Trumps Hoffnungen, binnen weniger Tage mit verheerenden Luftangriffen einen Regimewechsel im Iran herbeizuführen, haben sich in Wohlgefallen aufgelöst: Seit den Bombardierungen durch Israel und die USA Ende März eskaliert der Nahost-Konflikt immer weiter, ein Ende des Iran-Krieges ist auch in der achten Woche nicht absehbar. Der Iran hat weitere Friedensgespräche mit den USA vorerst auf Eis gelegt – und das ausgerechnet an dem Tag, an dem der Waffenstillstand zwischen beiden Ländern ausläuft. Für wachsende Unruhe sorgt zudem der verstörende Zickzack-Kurs, den der US-Präsident unbeirrt beibehält, wie bei"The Daily Beast"zu lesen ist.

Donald Trump verwickelt sich in Widersprüche zum Iran-Krieg - und gefährdet diplomatische Verhandlungen

Demnach wächst im engsten Umfeld von Präsident Donald Trump die Sorge über die vom US-Präsidenten getätigten widersprüchliche Äußerungen zum Konflikt mit Teheran. Der 79-Jährige hat in den vergangenen Tagen derart gegensätzliche Signale gesendet, dass seine eigenen Berater die Kommunikation als schädlich für die Verhandlungen bezeichnen. Laut "CNN" haben Trumps eigene Mitarbeiter inzwischen eingeräumt, dass die ständigen öffentlichen Kommentare des Präsidenten das Misstrauen der iranischen Seite gegenüber Washington massiv verstärkt haben.

Der Konflikt mit dem Iran dauert mittlerweile acht Wochen an. Eine für den 20. April geplante zweite Verhandlungsrunde in Islamabad kam nicht zustande.

Donald Trump schwenkt vom Deal-Optimismus zur Bombendrohung in nur 48 Stunden

Donald Trumps öffentliche Kommunikation zum Iran-Konflikt gleicht einer Achterbahnfahrt. Zuletzt erklärte der Präsident am 17. April gegenüber CBS, der Iran habe "allem zugestimmt" – einschließlich einer Zusammenarbeit bei der Entfernung von angereichertem Uran. Gegenüber Bloomberg verkündete Trump am gleichen Tag, Teheran habe sein Atomprogramm auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Ein Abkommen erwarte er "in ein oder zwei Tagen". Nur zwei Tage später schlug Trump jedoch völlig andere Töne an. Auf Truth Social drohte er am Morgen des 19. April damit, "jedes einzelne Kraftwerk und jede einzelne Brücke im Iran" zu zerstören, sollte Teheran das amerikanische Angebot nicht akzeptieren.

US-Präsident setzt Iran-Verhandlungen mit irritierendem Polter-Kurs aufs Spiel

Trumps eigene Mitarbeiter bewerten diese unberechenbare Medienkampagne als kontraproduktiv. "Die Iraner haben es nicht geschätzt, dass der Präsident über soziale Medien verhandelt", erklärte eine mit den Gesprächen vertraute Person gegenüber "CNN".

Teheran reagierte scharf auf Trumps Behauptungen. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, wies die Darstellung des US-Präsidenten entschieden zurück: "Angereichertes Uran ist uns so heilig wie iranischer Boden und wird unter keinen Umständen irgendwohin transferiert." Eine Übergabe an die Vereinigten Staaten sei "nie eine Option" gewesen. Auch Parlamentssprecher Mohammad-Bagher Ghalibaf bezeichnete Trumps Aussagen auf X als "falsch". Die iranische Führung fürchtet offenbar vor allem eines: schwach zu wirken. Eine mit den Verhandlungen vertraute Quelle erklärte gegenüber "CNN", Teheran sei "besonders besorgt" darüber, dass Trump öffentlich Zugeständnisse verkünde, die intern noch gar nicht vereinbart worden seien – und die bei der eigenen Bevölkerung unpopulär wären.

JD Vance bloßgestellt: Donald Trump widerspricht Vizepräsident in aller Öffentlichkeit

Die Verwirrung um Trumps Kommunikation erstreckt sich auch auf organisatorische Fragen. Am Sonntag (20.04.2026) erklärte Donald Trump noch gegenüber ABC, Vizepräsident JD Vance werde aus "Sicherheitsgründen" nicht an der geplanten zweiten Verhandlungsrunde in Islamabad teilnehmen. Nur einen Tag später verkündete Trump der "New York Post" das genaue Gegenteil: Vance sei bereits auf dem Weg nach Pakistan, "sie fliegen jetzt rüber". Kurz darauf wurde jedoch Vances Fahrzeugkonvoi bei der Ankunft am Weißen Haus gesichtet. Laut "Washington Post" versuchten Trumps Mitarbeiter anschließend, das Durcheinander zu bereinigen: Der Vizepräsident werde nun voraussichtlich am Dienstag (21. April) abreisen. Die Ölpreise steigen derweil weiter rasant an.

Weißes Haus in Erklärungsnot - und Donald Trump droht weiter mit Bombardierungen

Das Weiße Haus bemüht sich um Schadensbegrenzung. Pressesprecherin Karoline Leavitt bezeichnete Trump am Montagabend bei Fox News als "den stabilen Führer, den unser Land während dieses gesamten Unterfangens braucht". Dank seines "harten Verhandlungsstils" stünden die USA nun "kurz vor einem Deal" mit dem Iran. Wer Trumps Taktik nicht erkenne, sei "entweder dumm oder absichtlich ignorant", so Leavitt. Der Krieg habe begonnen, weil das iranische Regime die USA hingehalten und Angriffe auf amerikanische Stützpunkte in der Region vorbereitet habe. Trump selbst gab sich zuletzt weniger diplomatisch. Auf die Frage, was passiere, wenn der Waffenstillstand am Dienstag wie geplant auslaufe, antwortete er dem Sender PBS knapp: "Dann gehen viele Bomben los."

Weiterführenden Lesestoff rund um Donald Trump finden Sie hier:

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