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Barack Obama: Trump stürzt Republikaner in Krise - Ex-US-Präsident warnt vor "unfairen Vorteil"

Barack Obama bittet Wähler in einer Videobotschaft, in Virginia wählen zu gehen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Matt Rourke

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  • Neuregelung der Wahlkreise: Barack Obama ruft zu Wahlen in Virginia auf
  • Ex-US-Präsident appelliert an Wähler: Republikanern keinen "unfairen Vorteil" verschaffen
  • Republikaner wegen Donald Trump in der Krise

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat sich in den Wahlkampf um ein wichtiges Referendum in Virginia eingeschaltet. In einer Videobotschaft, die er auf der Plattform X teilte, forderte er die Wähler des Bundesstaates auf, am 21. April mit "Ja" zu stimmen. Obamas Wahlaufruf könnte die Krise für Republikaner verschärfen.

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Barack Obama ruft zu Wahlen auf - Stimmen sollen Republikanern Vorteil vermiesen

Das Interesse an der Abstimmung ist bereits hoch: Mehr als eine Million Einwohner Virginias haben nach Angaben des Virginia Public Access Projects ihre Stimme vorzeitig abgegeben. Obama versucht, noch mehr Menschen an die Wahlurnen zu bringen. "Mit einem Ja habt ihr die Chance, etwas Wichtiges zu tun – nicht nur für den Commonwealth, sondern für unser ganzes Land", erklärte Obama in dem Video. Gleichzeitig können sie den Republikanern einen Vorteil bei den kommenden Zwischenwahlen im November vermiesen. "Sie können sich gegen die Republikaner wehren, die versuchen, sich bei den Zwischenwahlen einen unfairen Vorteil zu verschaffen", sagte der frühere US-Präsident. "Mit einem Ja könnt ihr vorübergehend für gleiche Bedingungen sorgen, und wir zählen auf euch", so der Ex-Präsident. Obama ist damit einer von vielen Demokraten, die auf der Landkarte ein neues Bild zeichnen wollen - mit mehr Rot statt Blau.

Bei dem Referendum geht es um eine Neuaufteilung der Kongresswahlkreise. Sollte der Vorschlag angenommen werden, könnten die Demokraten nach den Novemberwahlen vier zusätzliche Sitze im Repräsentantenhaus gewinnen.

Wichtige Ämter verloren - Republikaner wegen Donald Trump in der Krise

Die Abstimmung in Virginia findet vor dem Hintergrund wachsender Sorgen in der republikanischen Partei statt. Angesichts massiver Kritik an Donald Trumps zweiter Amtszeit rechnen Beobachter mit erheblichen Verlusten für die GOP bei den Zwischenwahlen im November. J. Miles Coleman, Politikexperte am Center for Politics der University of Virginia, ordnete die Lage gegenüber "ABC News" ein: "Aus republikanischer Sicht erscheint diese Abstimmung wohl eher existenziell." Er verwies darauf, dass die Partei im vergangenen Jahr bereits alle landesweiten Ämter in einer deutlichen Niederlage verloren habe. Nun drohe ihr auch der Verlust eines Großteils ihrer Vertretung auf Bundesebene.

Knappe Mehrheit für Neuaufteilung der Wahlkreise

Aktuelle Umfragen deuten auf ein enges Rennen hin. Eine Ende März durchgeführte Erhebung der "Washington Post" und der Schar School ergab, dass 52 Prozent der wahrscheinlichen Wähler die Neuzeichnung der Wahlkreise befürworten. 47 Prozent lehnen den Vorschlag ab.

Kampf um Wahlkreise

Das Referendum in Virginia ist Teil eines landesweiten Ringens um die Neuaufteilung von Wahlkreisen. Die Pläne dort gelten als Reaktion auf Gerrymandering-Bemühungen, die Präsident Trump in republikanisch regierten Staaten wie Texas und Florida vorangetrieben hat.

In Texas hofften die Republikaner auf fünf zusätzliche Sitze durch ihre Neuaufteilung. Allerdings verliert Trump derzeit rapide an Unterstützung unter lateinamerikanischen Wählern, was diese Gewinne gefährden könnte. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom startete seinerseits eine Kampagne zur Neuzeichnung der Wahlkreise, die den Demokraten ebenfalls fünf Sitze einbringen soll. In Florida streben die Republikaner bis zu fünf weitere Mandate an.

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