Donald Trump: Drohungen gegen den Vatikan - Papst lässt USA-Reise platzen
Papst Leo XIV. fand erneut kritische Worte für US-Präsident Donald Trump. Bild: picture alliance/dpa/AP | Gregorio Borgia
Erstellt von Martin Gottschling
09.04.2026 20.01
- US-Regierung bestellt Vatikan-Vertreter nach Papst-Rede ein
- Dabei kam es Berichten zufolge zu Drohungen gegen den Heiligen Stuhl
- Papst Leo XIV. kritisiert Donald Trump unbeeindruckt weiter und schlägt Einladung zum US-Unabhängigkeitstag am 4. Juli aus
Die Spannungen zwischen dem Vatikan und Washington haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Nachdem das Pentagon Anfang des Jahres einen Vatikan-Vertreter einbestellt und dabei offenbar Drohungen ausgesprochen hatten, strich Papst Leo XIV. seinen geplanten Besuch in den Vereinigten Staaten.
US-Regierung soll Vatikan nach Rede des Papsts gedroht haben
Wie "Focus Online" unter Berufung auf US-Medien berichtet, erfolgte das Gespräch wenige Tage nach der Papst-Rede zur Lage der Welt. Dabei hatte Leo XIV. unter anderem kritisiert, dass Krieg wieder "in Mode" sei. Er sagte zudem, dass "Diplomatie, die den Dialog fördert und einen Konsens zwischen allen Parteien anstrebt, durch eine auf Gewalt basierende Diplomatie ersetzt". Diese Passagen schmeckten der US-Regierung offenbar gar nicht. Elbridge Colby, Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik, soll Kardinal Christophe Pierre mit der militärischen Macht der Vereinigten Staaten gedroht haben. Dadurch könne man weltweit tun könne, was immer man möchte. "Die katholische Kirche tut gut daran, sich auf ihre Seite zu stellen", lautet eine weitere überlieferte Aussage des US-Regierungsvertreters.
Papst Leo XIV. kritisiert Donald Trump weiterhin für eskalierende Worte im Iran-Krieg
Ein weiterer US-Beamter verwies auf das "Avignoner Papsttum" – jene Phase im 14. Jahrhundert, als die französische Krone die Kirche unterwarf und einen Angriff auf Papst Bonifatius VIII. befahl, infolgedessen dieser gestürzt wurde.Im Vatikan deutete man dies als Androhung militärischer Gewalt gegen den Heiligen Stuhl, woraufhin Leo XIV. eine geplante USA-Reise platzen ließ. Doch statt sich einschüchtern zu lassen, kritisierte der Papst in dieser Woche erneut Donald Trump, nachdem dieser auf seiner Plattform Truth Social die Auslöschung einer ganzen Zivilisation im Iran-Krieg angekündigt hatte. Er bezeichnete die Worte des US-Präsidenten als "nicht akzeptabel" und erinnerte an all die unschuldigen Opfer des militärischen Konflikts.
Pontifex lehnt Reise in die USA zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli ab
Ein persönliches Treffen mit Trump schließt Papst Leo offenbar weiterhin aus. Denn er hat laut "Redaktionsnetzwerk Deutschland" die Einladung des Weißen Hauses zur 250-Jahr-Feier der amerikanischen Unabhängigkeit am 4. Juli 2026 dankend abgelehnt. Trump plant für diesen Tag die "größte Party aller Zeiten" – mit sich selbst als Hauptattraktion. Das päpstliche Alternativprogramm dürfte in Washington für Verstimmung sorgen: Statt in seine Heimat reist der Pontifex demonstrativ nach Lampedusa. Die italienische Mittelmeerinsel ist längst zum Symbol für die europäische Abschottungspolitik gegenüber Flüchtlingen geworden. Damit setzt der Papst einen Seitenhieb gegen Trumps rigide Einwanderungspolitik und dessen Abschiebebehörde ICE.
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