Donald Trump verliert die Geduld: Iran-Ultimatum läuft ab - wird die Drohung von "The Don" Wirklichkeit?
Donald Trump will mit einem knallharten Ultimatum und unflätigen Drohungen die Öffnung der Straße von Hormus erzwingen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
Erstellt von Claudia Löwe
07.04.2026 07.54
- Donald Trumps Ultimatum an den Iran läuft am 08.04.2026 um 02.00 Uhr (MESZ) ab
- US-Präsident droht mit verheerenden Konsequenzen, wenn Straße von Hormus nicht geöffnet wird
- "Das ganze Land könnte in einer Nacht ausgelöscht werden": Donald Trump reißt der Geduldsfaden
- UN und EU warnen vor Kriegsverbrechen - diese Szenarien sind nach Ablauf der US-Frist vorstellbar
In wenigen Stunden läuft das Ultimatum von US-Präsident Donald Trump an den Iran ab. Um 02.00 Uhr MESZ in der Nacht zu Mittwoch, dem 8. April 2026, endet die Frist, die Trump der Führung in Teheran zur Öffnung der Straße von Hormus gesetzt hat. Sollte der Iran nicht einlenken, droht der US-Präsident mit verheerenden Konsequenzen.
Donald Trump stellt Knallhart-Ultimatum an den Iran - Frist läuft in wenigen Stunden ab
"Wenn sie bis Dienstagabend nichts unternehmen, bleibt kein Kraftwerk und keine Brücke stehen", sagte Trump dem "Wall Street Journal". Die gesamte Zerstörung könne innerhalb von vier Stunden erfolgen, erklärte er bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Es ist bereits das dritte Mal, dass Trump sein Ultimatum verschiebt. Zuvor hatte er die Frist noch auf Montag (06.04.) gesetzt. Trotz der Fristverlängerungen verschärfte sich der Ton zuletzt dramatisch. Eine Einigung zeichnet sich kurz vor Ablauf der Deadline nicht ab.
Keine Einigung zwischen USA und Iran in Sicht - Donald Trump droht mit "Auslöschung in einer einzigen Nacht"
Trump zeichnete bei seiner jüngsten Pressekonferenz ein drastisches Bild der geplanten Angriffe. "Das ganze Land könnte in einer Nacht ausgelöscht werden, und diese Nacht könnte morgen sein", warnte der US-Präsident. Der Wiederaufbau würde ohne amerikanische Hilfe 100 Jahre dauern, fügte er hinzu.
Donald Trump platzt der Kragen - unflätige Drohung gegen Iran-Regime
Die Drohungen sind nicht nur Rhetorik. Bereits vor wenigen Tagen ließ Trump die größte Brücke des Landes, die "B1" nahe Teheran, bombardieren. Der Präsident bestätigte erstmals, dass er persönlich den Befehl für diesen Angriff gegeben hatte – als Druckmittel gegen iranische Verhandler. "Öffnet die verdammte Straße, ihr verrückten Mistkerle, oder ihr werdet in der Hölle landen", schrieb Trump am Ostersonntag auf seiner Plattform Truth Social. Zuvor hatte Trump angekündigt, den Iran zurück in die "Steinzeit" zu befördern.
Teheran unbeeindruckt von Trump-Drohungen - Iran stellt Gegenforderungen an "wahnhaften" US-Präsidenten
Der Iran zeigt sich von den Drohungen unbeeindruckt. Ein Sprecher der iranischen Militärführung bezeichnete Trumps Ankündigungen als "haltlose Drohungen" eines "wahnhaften" Präsidenten. Die Angriffe gegen die "amerikanischen und zionistischen Feinde" würden dadurch nicht gestoppt. Teheran lehnt eine Waffenruhe kategorisch ab. Stattdessen übergab die iranische Seite den Vermittlern ein Zehn-Punkte-Papier mit eigenen Forderungen. Darin verlangt der Iran unter anderem Kriegsreparationen, die vollständige Aufhebung aller Wirtschaftssanktionen sowie das Recht auf Urananreicherung.
Die Revolutionsgarden fordern zusätzlich den Abzug sämtlicher US-Stützpunkte aus dem Persischen Golf. Die strategisch wichtige Meerenge werde erst wieder geöffnet, "wenn die Schäden des aufgezwungenen Krieges vollständig aus einem Teil der Transitgebühren kompensiert werden", erklärte ein Sprecher des iranischen Präsidenten. Ein US-Beamter bezeichnete diese Antwort laut "Axios" als "maximalistisch".
Trump-Ultimatum läuft ab - Vermittler ringen um 45-Tage-Waffenstillstand
In letzter Minute versuchen mehrere Staaten, eine Eskalation abzuwenden. Pakistan, Ägypten und die Türkei haben beiden Seiten einen Entwurf für einen 45-tägigen Waffenstillstand vorgelegt. In diesem Zeitraum sollen Friedensgespräche geführt und ein Abkommen ausgehandelt werden. Auf amerikanischer Seite führte zuletzt Vizepräsident JD Vance die Verhandlungen. Er sprach laut "Bild" bis spät in die Nacht mit dem iranischen Außenminister Abbas Araqchi über eine mögliche Waffenruhe mit anschließender 20-tägiger Gesprächsphase. Die USA bestehen jedoch darauf, dass der Iran die Straße von Hormus vor jeder Waffenruhe öffnet – eine Bedingung, die Teheran zurückweist.
Die Aussichten auf eine Einigung sind düster. Quellen aus den USA, Israel und der Region schätzen die Chancen auf eine Teilvereinbarung innerhalb der nächsten Stunden als gering ein, berichtete das US-Portal "Axios".
UN und EU warnen vor Kriegsverbrechen bei Iran-Eskalation
Die internationale Gemeinschaft reagiert mit scharfer Kritik auf Trumps Drohungen. UN-Generalsekretär António Guterres forderte die USA und Israel auf, von Angriffen auf iranische Kraftwerke und zivile Infrastruktur abzusehen. Solche Angriffe würden gegen internationales Recht verstoßen, erklärte sein Sprecher. "Es ist höchste Zeit, dass der Krieg beendet wird." EU-Ratspräsident António Costa verurteilte mögliche Angriffe auf Energieanlagen als "illegal und inakzeptabel". Die iranische Zivilbevölkerung wäre das Hauptopfer einer militärischen Eskalation, warnte er. Nur eine diplomatische Lösung könne die Ursachen des Konflikts beseitigen. China und Russland kündigten an, im UN-Sicherheitsrat gemeinsam auf eine Deeskalation hinzuwirken. Außenminister Wang Yi betonte nach einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Lawrow, ein schnellstmöglicher Waffenstillstand sei zur Lösung der Schifffahrtsprobleme notwendig.
Was tut Trump, wenn das Ultimatum verstreicht? Diese drei Szenarien sind für die kommenden Stunden denkbar
Experten sehen drei mögliche Entwicklungen nach Ablauf der Frist. Erstens: Trump ordnet tatsächlich massive Angriffe auf Kraftwerke und Brücken an. Zweitens: Der US-Präsident verschiebt das Ultimatum erneut und verweist auf diplomatische Fortschritte. Drittens: Ein Durchbruch bei den Verhandlungen verhindert die Eskalation.
"Trump will mit diesen extremen Drohungen Iran an den Verhandlungstisch zwingen", sagte US-Politologe Scott Erb der "Bild". "Doch der Iran wird nicht einfach einknicken – vielmehr dürfte Teheran eher mit Gegenangriffen reagieren."
Iran-Experte Danny Citrinowicz warnte, Washington stehe vor einem Dilemma: entweder ein "unvollkommenes Abkommen akzeptieren" oder in eine Konfrontation "ohne klaren Ausweg abrutschen". Schwere Angriffe auf die Infrastruktur würden keine Kapitulation herbeiführen, sondern Vergeltungsschläge gegen Energie- und Entsalzungsanlagen in den Golfstaaten provozieren.
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