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Donald Trump: Drohung gegen den Iran ein Scherz? Wut-Tirade des US-Präsidenten entschlüsselt

Eine Sprachexpertin hat Donald Trumps jüngste Drohung gegen den Iran näher unter die Lupe genommen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jose Luis Magana

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  • Sprachexpertin analysiert üble Drohung von Donald Trump gegen den Iran auf Truth Social
  • Post des US-Präsidenten wirkt laut Judi James auf den ersten Blick wie ein "Scherz"
  • Trumps wahre Absicht hinter den wüsten Beschimpfungen bleibe unklar

Donald Trump veröffentlichte am Ostersonntag eine explosive Drohung gegen den Iran auf seiner Plattform Truth Social. Der US-Präsident beleidigte das Mullah-Regime mit üblen Schimpfworten. Er forderte zudem erneut die Öffnung der Straße von Hormus, andernfalls würden die USA nach Ablauf eines Ultimatums Teherans Kraftwerke und Brücken angreifen. Die Ölpreise stiegen nach der Drohung erneut an. Trumps Ausdrucksweise sorgte in den sozialen Medien sowie bei seinen politischen Gegnern für heftige Empörung. Eine Körper- und Sprachexpertin hat sich den umstrittenen Post nun noch einmal näher angeschaut. Für Judi James wirkt er beinahe wie eine Fälschung.

Donald Trump irriert mit Drohung gegen den Iran eine Sprachexpertin

Ihre Erkenntnisse teilte sie dem Boulevardblatt"Mirror" mit. An der Wut-Tirade, die in ihrem Original nur 45 Wörter umfasste, fielen ihr gleich mehrere ungewöhnliche Aspekte auf:

  • "Der erste Gedanke ist, dass es sich um einen Scherz handelt. Trump ist zwar ein Meister der wirren Rede, aber das hier ist wirklich der Gipfel", so die Analystin.

Verwirrt zeigte sie sich unter anderem über den "unpassenden" Gebrauch von drei Kommas in einem Satz mit nur 16 Wörtern. Ein Schimpfwort schrieb Trump zudem ohne ersichtlichen Grund mit großem "F" statt mit kleinem "f". Außerdem nutzte er einen heutzutage überholten Ausdruck, der früher für ein unehelich geborenes Kind verwendet wurde. Dazu sagte Judi James: "Das B-Wort ist aus der modernen und gemäßigteren Kommunikation verschwunden." Auch Trumps ironische Lobpreisung für Allah (der Name Gottes im Islam) am Ende des Posts "würde schon genügen, um den Eindruck zu erwecken, der Beitrag sei gefälscht".

Welche Absicht verfolgt der US-Präsident mit seiner wüsten Wut-Tirade?

Das Fazit der Expertin:

  • "Dieser Text zeugt eindeutig von Wut und klingt so heftig, dass jegliche Zeichensetzung und elegante Sprache außer Acht gelassen wurden. Dabei geht es in der Politik doch eher um die besonnene, kalkulierte und selbstbeherrschte Kommunikation, die an die Macht der Eltern erinnert. Eine solche Nachricht mag zwar mit einer bestimmten Reaktion im Sinn verfasst worden sein, doch wie diese Reaktion aussehen soll, bleibt unklar. Soll damit Angst geschürt werden? Es ist eine so direkte und persönliche Drohung."

Laut Irans UN-Mission kündigt Donald Trump Kriegsverbrechen an

Irans UN-Mission reagierte scharf auf die Drohungen. Die offenen Ankündigungen, zivile Infrastruktur anzugreifen, seien "eine direkte und öffentliche Anstiftung, Zivilisten zu terrorisieren, und ein klarer Beweis für die Absicht, Kriegsverbrechen zu begehen", erklärte die Mission auf X. Die internationale Gemeinschaft müsse sofort handeln – "morgen ist es zu spät".

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