Pete Hegseth: Donald Trumps Kriegsminister in eigenen Reihen verhöhnt
Unter US-Soldaten kursiert offenbar ein vernichtender Spitzname für das Pentagon unter der Führung von Verteidigungsminister Pete Hegseth. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
Erstellt von Claudia Löwe
04.04.2026 11.23
- Donald Trump macht Verteidigungsminister Hegseth zum "Kriegsminister"
- Spott in den eigenen Reihen: Pete Hegseth als "Minister für Kriegsverbrechen" verhöhnt
- Heftige Vorwürfe gegen die Trump-Regierung: Kriegsverbrechen im Iran und der Karibik befohlen?
Seitdem Donald Trump Ende Februar den nahost-Konflikt mit Luftangriffen auf den Iran eskalieren ließ, steht der US-Präsident ebenso wie sein Verteidigungsminister Pete Hegseth im Fokus der Kritik. Hegseth, der zuletzt von Donald Trump in "Kriegsminister" umgetauft wurde und sich unlängst mit verstörender Propaganda blamierte, bekommt jetzt neuen Gegenwind: Unter US-Soldaten kursiert offenbar ein vernichtender Spitzname für das Pentagon unter der Führung des Verteidigungsministers.
Pete Hegseth kassiert Spott aus den eigenen Reihen im "Ministerium für Kriegsverbrechen"
Wie "The Daily Beast" berichtet, bezeichnen Militärangehörige das Ministerium hinter vorgehaltener Hand als "Department of War Crimes" – zu Deutsch: Ministerium für Kriegsverbrechen. Der demokratische Abgeordnete Seth Moulton, selbst Veteran des Marine Corps, bestätigte diese Bezeichnung. "Ich kenne aktive Marines, die Pete Hegseths Ministerium jetzt als Ministerium für Kriegsverbrechen bezeichnen", erklärte er gegenüber Reportern. Der Grund sei das Vorgehen der Behörde, etwa die Zerstörung ziviler Infrastruktur. "Das ist, um es klar zu sagen, ein Kriegsverbrechen", so Moulton.
Donald Trump als Kriegsverbrecher angefeindet - Hegseth spricht Drohungen gegen iranische Zivilbevölkerung aus
Der Spitzname spielt auf eine Anordnung von Präsident Donald Trump an, der das Verteidigungsministerium per Dekret in "Department of War" umbenannte. Ohne Zustimmung des Kongresses hat diese Umbenennung allerdings keine rechtliche Wirkung.
Hintergrund der scharfen Kritik sind konkrete Vorwürfe gegen die Regierung. So drohte Hegseth selbst damit, die Stromversorgung des Iran zu zerstören. Nach internationalem Recht und dem Handbuch des US-Militärs stellt bereits die Androhung solcher Maßnahmen einen Verstoß dar. Der einzige Zweck solcher Aktionen wäre es, die Lebensbedingungen der iranischen Zivilbevölkerung zu verschlechtern – was als Kriegsverbrechen gilt.
Trumps Kriegsminister in der Schusslinie: Hat sich Pete Hegseth hier Kriegsverbrechen schuldig gemacht?
Rechtsexperten stellen auch die Verfassungsmäßigkeit der Angriffe auf iranische Atomanlagen infrage, die Trump im vergangenen Juni anordnete. Ebenso bestehen erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit mehrerer Einsätze gegen mutmaßliche Drogenschmuggler-Schiffe in der Karibik. Bei diesen Operationen soll Hegseth einen besonders brisanten Befehl erteilt haben: Laut dem Bericht wird ihm vorgeworfen, eine illegale Anweisung gegeben zu haben, keine Überlebenden zuzulassen. Sowohl nach amerikanischem als auch nach internationalem Recht werfen diese Vorgänge schwerwiegende juristische Fragen auf.
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