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Pete Hegseth: Trumps Kriegsminister blamiert sich mit Iran-Krieg-Propaganda

Donald Trumps Verteidigungsminister Pete Hegseth hat sich bei dem Versuch, die Begeisterung für den Iran-Krieg zu schüren, gewaltig in die Nesseln gesetzt. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein

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  • Donald Trump verärgert US-Bevölkerung mit Iran-Krieg
  • US-Verteidigungsminister Pete Hegseth greift in die Propaganda-Kiste - und macht sich zum Gespött
  • Trumps "Kriegsminister" will Kriegsbegeisterung mit altem Video von Ex-Soldat schüren und fliegt prompt auf

Die Ende Februar 2026 von US-Präsident Donald Trump getroffene Entscheidung, die US-Armee an Israels Luftangriffen gegen den Iran zu beteiligen, hat nicht nur die weltweite Wirtschaft durcheinandergewirbelt, sondern auch in der US-Bevölkerung massive Empörung geschürt.

Donald Trump schürt Wählerwut mit entfesseltem US-Krieg gegen den Iran

Der Grund liegt auf der Hand: Als Donald Trump vor seiner Wiederwahl zum US-Präsidenten noch mitten im Wahlkampf steckte, verunglimpfte er seine demokratische Konkurrentin Kamala Harris und behauptete, sie würde im Falle eines Wahlsieges US-Soldaten in den Krieg und den sicheren Tod schicken - sich selbst inszenierte Trump jedoch als Friedenspräsident und versprach hoch und heilig, den Nahost-Konflikt nicht eskalieren zu lassen.

Miese Stimmung in den USA wegen Ölpreis-Rekord - ausgerechnet vor den Zwischenwahlen

Seit nunmehr drei Wochen, die der Iran-Krieg bereits tobt und in denen der Ölpreis aufgrund der Blockade der Straße von Hormus weiter in schwindelerregende Höhen klettert, steht Donald Trump offiziell als wortbrüchiger Lügner da - aktuelle Umfragen in der US-Bevölkerung verdeutlichen seitdem, dass Trumps Ansehen bei seinen potenziellen Wählern wegen des Iran-Krieges immer weiter in den Keller rauscht. Im Vorfeld der für Herbst 2026 anberaumten Zwischenwahlen in den USA ein Debakel sondergleichen für den Republikaner - und Trumps direktes Umfeld versucht offenbar mit aller Macht, das Ruder herumzureißen.

Verteidigungsminister Pete Hegseth versucht sich mit Kriegspropaganda - und tappt ins Fettnäpfchen

Einer, der bei Donald Trumps Iran-Krieg schon allein aufgrund seiner Position in der US-Regierung ganz vorne mitspielt, ist Pete Hegseth, der US-amerikanische Verteidigungsminister, den Donald Trump unlängst zum "Kriegsminister" umtaufte. Für die nicht abreißen wollenden Luftangriffe der US-Armee auf Teheran und die Drohungen, die sein Chef dem Mullah-Regime inklusive 48-Stunden-Polter-Drohung entgegenschleuderte, rührt Pete Hegseth nur zu gern die Werbetrommel. Allerdings griff Trumps Kriegsminister bei dem Versuch, in den sozialen Netzwerken die Begeisterung für den US-Krieg gegen den Iran anzufeuern, gewaltig daneben.

Hegseth teilt feurigen Aufruf zur Kampfbereitschaft - doch die Lüge fliegt prompt auf

Am 21. März, wenige Tage vor der Vollendung des ersten Kriegsmonats im Iran, teilte Pete Hegseth ein Selfie-Video eines US-Soldaten, der seine Kameraden mit markigen Worten dazu aufruft, kampfbereit und entschlossen zu sein, für die Vereinigten Staaten von Amerika in den Krieg zu ziehen. Die Aufnahme vermittelt den Eindruck, es handele sich um ein aktives Mitglied der US Army, das aktuell im Iran an den Gefechten beteiligt ist - doch Pete Hegseth bediente sich einiger Propaganda-Tricks, die im Handumdrehen entlarvt wurden.

Unehrenhaft entlassener Ex-Militär soll Kriegsbegeisterung entfachen

Den kollektiven Anmerkungen zum X-Post des Kriegsministers ist nämlich zu entnehmen, dass das Video einerseits mehr als einen Monat vor dem Kriegsbeginn im Iran aufgezeichnet wurde und andererseits eine Person zeigt, die nicht nur ihre aktive Militärzeit hinter sich hat, sondern auch mit Schimpf und Schande aus der US-Armee entlassen wurde. Im Detail ist bei "taskandpurpose.com", einer Plattform, die sich als Stimme der militärischen Community versteht, zu lesen, dass es sich bei dem im Video gezeigten Mann um Sergeant Major Christian Bull handelt, der 2021 aus der Army flog. Christian Bull wurde vorgeworfen, das Haus eines Untergebenen ohne Erlaubnis betreten und durchsucht zu haben - der Geschädigte legte als Beweis Videoaufnahmen einer Überwachungskamera vor. Die darauffolgende Entlassung Bulls aus dem Militärdienst wurde damit begründet, dass es dem Oberstabsfeldwebel an charakterlicher Eignung gebreche, die eine Führungspersönlichkeit seines Ranges auszeichne.

Trumps Kriegsminister gnadenlos bei Social Media ausgelacht

Pete Hegseth schien das abrupte Karriereende von Christian Bull bei den US-Streitkräften und der Umstand, dass der Ex-Sergeant Major seit fünf Jahren nicht mehr im aktiven Dienst ist, offenbar kein Hindernisgrund zu sein, dessen Video nicht zu teilen und als Plädoyer für Kriegsbegeisterung einzusetzen. Dass die Rechnung des Kriegsministers nicht aufging, zeigen etliche hämische Kommentare bei X, die Pete Hegseth hemmungslos verspotten.

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