Wladimir Putin: Neue Kreml-Provokation? Russen-Propaganda ruft "Volksrepublik" in Nato-Staat aus
Plant Wladimir Putin einen Angriff auf Estland? Bild: picture alliance/dpa/Pool AP | Pavel Bednyakov
Erstellt von Anika Bube
16.03.2026 08.29
- Propaganda-Offensive: Russische Social-Media-Kanäle verbreiten Forderungen nach einer "Volksrepublik Narva".
- Geheimdienst-Warnung: Estnische Behörden sehen Parallelen zur russischen Strategie vor dem Krieg in der Ukraine 2014.
- Nato-Bedeutung: Estland ist Mitglied der Nato – eine Eskalation hätte internationale Folgen.
Eine beunruhigende Propaganda-Offensive richtet sich derzeit gegen Nato-Mitglied Estland. Seit Anfang März verbreiten russische Kanäle in sozialen Netzwerken Forderungen nach der Gründung einer sogenannten "Volksrepublik Narva". Die estnische Grenzstadt zählt rund 50.000 Bewohner, von denen etwa 90 Prozent Russisch als Muttersprache sprechen. Estnische Nachrichtendienste beobachten die Entwicklung mit großer Sorge. Sie erkennen in der Kampagne Muster, die an die Anfänge der russischen Aggression gegen die Ukraine im Jahr 2014 erinnern. Damals dienten ähnliche Narrative als Vorspiel für militärische Operationen in den Regionen Donezk und Luhansk.
Aufrufe zu Sabotage und bewaffnetem Widerstand
Die Propaganda-Botschaften erscheinen vorwiegend auf den Plattformen Telegram und VKontakte. Darin werden russischsprachige Bewohner aufgefordert, Flugblätter zu verteilen, Sabotageakte durchzuführen und sich mit Waffen auszurüsten. Das erklärte Ziel: Die Ausrufung einer "Volksrepublik Narva" gegen die estnische Regierung und deren Verteidigung mit militärischer Unterstützung aus Russland.
Die Kampagne nutzt Parolen wie "Russen, wir sind nicht allein!" sowie territoriale Ansprüche, die sich bis zur Stadt Püssi im Nordosten Estlands erstrecken sollen. In den Beiträgen werden Landkarten und grün-schwarz-weiße Flaggen der fiktiven Republik verbreitet. Vermummte Personen rufen in Videos dazu auf, "gemeinsam aktiv" zu werden.
Parallelen zur Ukraine-Invasion 2014
Estnische Geheimdienstkreise ziehen besorgniserregende Vergleiche zur Situation in der Ukraine vor acht Jahren. Damals riefen russische Agenten gemeinsam mit lokalen Unterstützern in mehreren russischsprachigen Gebieten der Ukraine sogenannte Volksrepubliken aus. Nur in Donezk und Luhansk gelang dieses Vorhaben – durch massives militärisches Eingreifen Russlands und einen monatelangen Konflikt mit über 12.000 Todesopfern.
Eine Quelle aus estnischen Geheimdienstkreisen erklärte gegenüber "Bild", der Zeitpunkt der Kampagne sei kein Zufall, "da die Welt in Richtung Iran schaut". Die Warnung lautet: "Wir können nicht ausschließen, dass damit ein russischer Einmarsch nach ukrainischem Vorbild von 2014 vorbereitet werden soll."
Estnische Sicherheitsbehörden warnen vor Desinformation
Die estnische Sicherheitspolizei Kapo ordnet die Social-Media-Aktivitäten als gezielte Falschinformationskampagne ein. Sprecherin Marta Tuule erläuterte, das Ziel sei es, "Verwirrung zu stiften und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu spalten". Derartige Methoden seien bereits früher in Estland und anderen Staaten zum Einsatz gekommen.
Tuule bezeichnete die Vorgehensweise als "einfache und kostengünstige Methode, die Gesellschaft zu verunsichern und einzuschüchtern". Die Behörden stellten zudem klar, dass es sich um eine Provokation handele. Wer sich an derartigen Aktionen beteilige, müsse mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen.
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