Schneller Sieg, Dauerkrieg oder Eskalation?: So dramatisch könnte der Iran-Konflikt enden
Es sind Bilder, wie diese, die uns aktuell aus dem Kriegsgebiet im Nahem Osten erreichen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Hussein Malla
Erstellt von Sarah Baumann-Rüster
13.03.2026 13.52
- So könnte der Iran-Krieg enden - Analysten sehen drei mögliche Kriegsverläufe
- Irans neue Führung verschärft die Rhetorik und droht Nachbarstaaten mit Vergeltung
- Angriffe in der Golfregion treiben den Ölpreis weiter in die Höhe
Der Iran-Krieg könnte noch Wochen – oder Jahre – dauern. Sicherheitsexperten sehen derzeit nur drei realistische Wege, wie die Kämpfe enden könnten: einen schnellen militärischen Durchbruch, einen zermürbenden Dauerkrieg oder eine gefährliche Eskalation mit Bodenoffensiven.Das Risikoanalyse-Unternehmen Eigenrac hat verschiedene Szenarien untersucht, die zeigen, wie sich die Lage militärisch und politisch weiter zuspitzen könnte.
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Drei mögliche Szenarien für den Kriegsverlauf - So könnte der Iran-Krieg enden
Der "Mirror" hat die Analysen von Eigenrac ausgewertet. Demnach könnte sich der Krieg gegen den Iran in den kommenden Wochen in drei unterschiedliche Richtungen entwickeln – keine davon ohne weiteres Blutvergießen.
- Szenario eins: Den USA gelingt es, innerhalb weniger Wochen zentrale militärische Fähigkeiten Irans auszuschalten – insbesondere Raketenprogramme und nukleare Infrastruktur. Unter zunehmendem innenpolitischem Druck könnte Teheran in diesem Fall zu Verhandlungen über einen Waffenstillstand gezwungen sein. Allerdings gilt diese Entwicklung kurzfristig als wenig wahrscheinlich.
- Szenario zwei: Am plausibelsten erscheint derzeit ein langwieriger Abnutzungskrieg. In diesem Szenario setzt der Iran verstärkt auf asymmetrische Methoden – etwa Drohnenangriffe, Cyberoperationen oder Stellvertretermilizen in der Region. Gleichzeitig könnten die USA trotz militärischer Überlegenheit Schwierigkeiten haben, daraus klare politische Ergebnisse zu erzielen.
- Szenario drei: Am meisten Sorge bereitet Experten eine weitere Eskalation. Sollte Teheran eine Kapitulation ablehnen, könnten Bodenoperationen folgen. Ein solcher Schritt würde den Konflikt vermutlich über Jahre hinweg verlängern.
Neue Führung in Teheran verschärft den Ton
Zusätzliche Brisanz erhält die Situation durch die Rhetorik der neuen iranischen Führung. In seiner ersten Ansprache seit dem Tod seines Vaters kündigte der neue Machthaber Modschtaba Chamenei Vergeltung an und forderte "Rache" für Irans Märtyrer.
Seine Botschaft richtete sich dem "Mirror" zufolge auch direkt an Nachbarstaaten in der Region. Der Iran werde, so die Drohung, "von ihrem Eigentum nehmen" oder "ihre Vermögenswerte zerstören".
Damit deutete die Führung in Teheran an, dass sie von wohlhabenden Golfstaaten finanzielle Kompensation verlangen könnte. Gleichzeitig stellte sie klar, dass verbündete Milizen – etwa die Hisbollah – für weitere Angriffe eingesetzt werden könnten. Beobachtern fiel zudem auf, dass die Ansprache von einem Übersetzer verlesen wurde. Berichten zufolge könnte Chamenei bei einem Angriff verletzt worden sein.
Angriffe erschüttern die Golfregion
Parallel zu den politischen Drohungen hat sich die Sicherheitslage in der Region deutlich verschlechtert. Mehrere Angriffe trafen Ziele rund um den Persischen Golf. Ein Containerschiff vor Dubai wurde beschädigt, in der Nähe des Flughafens von Bahrain kam es zu einem Brand, und eine Drohne griff ein großes Ölfeld in Saudi-Arabien an. Im Oman sind einem Bericht zufolge zwei Menschen durch eine herabstürzende Drohne ums Leben gekommen, mehrere weitere wurden demnach verletzt. Eine zweite Drohne sei in offenes Gelände gestürzt, meldete die staatliche omanische Nachrichtenagentur unter Berufung auf Sicherheitskreise. Auch der Irak ist betroffen: Nach einem Angriff auf den Hafen von Basra mussten sämtliche Ölterminals vorübergehend geschlossen werden.
Ölpreis steigt – wichtige Handelsroute unter Druck
Die Angriffe wirken sich unmittelbar auf die Energiepreise aus. Die Angriffe wirken sich unmittelbar auf die Energiepreise aus. Der Preis für Brent-Öl überschritt erstmals seit längerer Zeit wieder die Marke von 100 Dollar pro Barrel. Besonders kritisch ist die Situation rund um die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt. Der Iran versucht nach Berichten, Schiffe aus den USA, Europa und Israel an der Passage zu hindern.
Waffenstillstand möglich – Kriegsende unwahrscheinlich
Irans Präsident Massud Peseschkian hat drei Bedingungen für ein Ende der Kampfhandlungen genannt: Kompensation für Kriegsschäden, Garantien gegen künftige Angriffe und Anerkennung der legitimen Rechte Irans.
US-Präsident Donald Trump sendet widersprüchliche Signale. Am 9. März sprach er von einem baldigen Ende, da es "praktisch nichts mehr" zu bombardieren gebe. Zwei Tage später forderte er die bedingungslose Kapitulation Teherans. "Wann immer ich will, dass es endet, wird es enden", behauptete Trump.
Experten bezweifeln diese Einschätzung. Wenn Israel die Hamas in Gaza seit zwei Jahren bekämpft, ohne Kapitulation zu erreichen – wie soll dann der Iran leicht aufgeben? Beobachter rechnen bestenfalls mit einem vorübergehenden Waffenstillstand, nicht mit einem echten Kriegsende.
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