Friedrich Merz: Kanzler-Knall nach BaWü-Beben - AfD verdoppelt sich trotz Skandalen
Das BaWü-Beben wird für Friedrich Merz zum Desaster. Bild: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
Erstellt von Franziska Kais
09.03.2026 08.53
- Friedrich Merz unter Druck nach Wahlschlappe in Baden-Württemberg
- Kanzler-Ärger trotz Zugewinnen bei der CDU
- AfD verdoppelt sich trotz Skandalen, Weidel festigt Machtposition
Nach dem Wahlbeben in Baden-Württemberg kommen heute die Spitzen der schwarz-roten Koalition in Berlin zu einem Krisengespräch zusammen. Das Ergebnis vom Sonntag (8. März) hat Sprengkraft für die gesamte Bundespolitik: Obwohl die CDU mehr als fünf Prozentpunkte hinzugewann, konnte sie ihren Vorsprung vor den Grünen nicht verteidigen. Der erwartete Triumph blieb aus.
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Friedrich Merz und Koalition kassieren Wahlschlappe in Baden-Württemberg
Für die SPD endete der Wahlabend in einem Desaster. Sie erreichte nur 5,5 Prozent. Gleichzeitig gingen AfD (18,8 Prozent) und Grüne (30,2 Prozent) gestärkt aus der Abstimmung hervor. Für Kanzler Friedrich Merz wurde der Wahlsonntag damit zu einem peinlichen Fehlstart ins Wahljahr. Trotz deutlicher Zugewinne seiner Partei, schrammte die CDU an einem Sieg knapp vorbei. Das Wackel-Ergebnis (29,7 Prozent) von Spitzenkandidat Manuel Hagel wird nun auch dem Kurs des Regierungschefs angelastet.
Kanzler-Ärger nach BaWü-Beben trotz Zugewinnen bei der CDU
Analysen zeigen: Die ablehnende Haltung der Wähler im Südwesten gegenüber der Berliner Politik beeinflusste das Ergebnis erheblich. Hagel selbst sendete am Wahlabend deutliche Signale Richtung Hauptstadt. In allen Umfragen habe man zwei bis fünf Prozent über dem Bundestrend gelegen, betonte er. Sollte in zwei Wochen auch Rheinland-Pfalz verloren gehen, muss Kanzler Friedrich Merz handeln - sowohl personell als auch inhaltlich.
SPD-Chef Lars Klingbeil lässt Bärbel Bas den Kopf hinhalten
Und bei der SPD? Parteichef Lars Klingbeil überließ seiner Co-Vorsitzenden Bärbel Bas am Wahlsonntag die undankbare Aufgabe, das Wahldesaster zu erklären. Die Zahlen sind verheerend: 59 Prozent der Befragten bemängelten in einer ARD-Umfrage, die Sozialdemokraten kümmerten sich zu sehr ums Bürgergeld und zu wenig um die arbeitende Mitte. "Wir sind mit unseren Themen nicht durchgedrungen – Bildung, Wirtschaft und Arbeitsplatzsicherung", räumte Bas ein.
AfD verdoppelt sich trotz Skandalen, Weidel festigt Machtposition
Während die Regierungsparteien ihre Wunden lecken, feiert die Opposition. Die AfD konnte ihren Stimmenanteil in Baden-Württemberg verdoppeln - trotz der Skandale um einen umstrittenen Kandidaten und Vorwürfen des Familien-Filzes. Parteichefin Alice Weidel, deren politische Heimat im Südwesten liegt, baut damit ihre Machtposition im Bund weiter aus. Auch bei den Grünen herrscht Aufbruchstimmung. Die Aufholjagd von Cem Özdemir stärkt vor allem den Realo-Flügel um Co-Chefin Franziska Brantner. Sollte Özdemir tatsächlich Ministerpräsident werden, wäre er künftig der einflussreichste Grüne Deutschlands.
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