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Donald Trump: Geheimdienst-Bericht warnte vor Kriegsdesaster - Präsident blieb stur

Offenbar warnten Experten im Vorfeld US-Präsident Donald Trump vor der Operation "Epic Fury. Das legt ein neuer Geheimdienstbericht nahe. Bild: dpa/AP/Alex Brandon

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  • Donald Trump vor Militärangriff im Iran gewarnt
  • Geheimdienstbericht legt offen - Naher Osten gegen militärische Angriffe gewappnet
  • Darum griff Donald Trump dennoch den Iran an
  • Experten sind sicher - Iran-Führung nicht durch Angriff zerstörbar

Donald Trump machte im Iran keine halben Sachen. Der Angriff gemeinsam mit Israel im Nahen Osten wurde von Militärexpert:innen vielfach kritisiert. Nun kommt heraus - ein Geheimdienst-Bericht warnte im Vorfeld vor der militärischen Operation - doch Donald Trump verharrte stur bei seiner Meinung.

Der vertrauliche Geheimdienstbericht hat laut Medienberichten die Erwartungen von US-Präsident Donald Trump an einen Regimewechsel im Iran offenbar deutlich gedämpft. Wie die "Washington Post" berichtet, wurde das klassifizierte Dokument des National Intelligence Council nur eine Woche vor der Genehmigung der Militäroperation "Epic Fury" am 28. Februar fertiggestellt.

Geheimdienst-Bericht warnte Donald Trump im Vorfeld vor Iran-Schlag

Drei Mitglieder der Regierung bestätigten der Zeitung die Existenz des Berichts. Die Analysten kamen demnach zu dem Schluss, dass Irans Führung selbst nach einer gezielten Tötung des Obersten Führers Ajatollah Ali Khamenei die Machtkontinuität wahren würde. US-Präsident Donald Trump genehmigte die Operation dennoch.

Was steht in dem Geheimdienst-Bericht zum Iran drin?

Der klassifizierte Bericht untersuchte zwei mögliche Militärszenarien: einen gezielten Angriff auf die iranische Führung sowie eine umfassendere Offensive gegen staatliche Institutionen. In beiden Fällen gelangten die Geheimdienstanalysten zum selben Ergebnis. "Irans klerikales und militärisches Establishment würde auf die Tötung des Obersten Führers Ajatollah Ali Khamenei reagieren, indem es Protokolle aktiviert, die zur Wahrung der Machtkontinuität entwickelt wurden", heißt es laut Personen, die mit den Erkenntnissen vertraut sind.

Der National Intelligence Council setzt sich aus erfahrenen Geheimdienstanalysten zusammen. Diese erstellen klassifizierte Einschätzungen, die das gemeinsame Urteil aller 18 US-Geheimdienste repräsentieren.

Weißes Haus weist Kritik zurück

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly, wies die Implikationen des Berichts gegenüber der "Washington Post" zurück. "Präsident Donald Trump und die Regierung haben ihre Ziele bezüglich der Operation Epic Fury klar dargelegt: Irans ballistische Raketen und Produktionskapazitäten zerstören, ihre Marine vernichten, ihre Fähigkeit zur Bewaffnung von Stellvertretern beenden und sie daran hindern, jemals eine Atomwaffe zu erlangen", erklärte sie. "Das iranische Regime wird absolut zerschlagen."

Suzanne Maloney, Iran-Expertin und Vizepräsidentin der Brookings Institution, bezeichnete die Einschätzung des National Intelligence Council hingegen als glaubwürdig. Es handle sich um "eine fundierte Bewertung des iranischen Systems und der Institutionen und Prozesse, die seit vielen Jahren etabliert sind". Dass Donald Trump trotz des Berichts stur auf seine Angriffspläne verharrte, könnte laut einigen Kritikern auch daran liegen, dass der US-Präsident vom Dauerthema Jeffrey Epstein ablenken wollte. Seit der Veröffentlichung der Epstein-Files fallen die Umfrage-Werte des Präsidenten in den USA schneller als man gucken kann.

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/stg/news.de

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