Politik

Kim Jong-un: Nordkorea-Machthaber attackiert Trump - "schamlose Schurkentat"

Kim Jong-un verurteilt den US-israelischen Angriff auf den Iran. Bild: picture alliance/dpa/KCNA/KNS | Uncredited

  • Artikel teilen:
  • Nordkorea verurteilt die US- und Israel-Angriffe auf den Iran als "illegalen Aggressionsakt".
  • Beobachter sehen darin ein Zeichen wachsender Nervosität von Kim Jong-un.
  • Experten glauben: Die Eliminierung von Irans Führer habe den Diktator alarmiert.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat den militärischen Schlag der USA und Israels gegen den Iran scharf verurteilt. In einer offiziellen Stellungnahme seiner Regierung bezeichnete er die Raketen- und Drohnenangriffe als "schamlose Schurkentat" und "illegalen Aggressionsakt". Der Tonfall gegenüber Washington markiert einen deutlichen Wandel – bislang hatte sich der Diktator mit direkter Kritik an US-Präsident Trump eher zurückgehalten. Beobachter sehen in dieser Reaktion ein Zeichen dafür, dass Kim durch Trumps aggressive Vorgehensweise gegen den iranischen Führer Ayatollah Ali Khamenei sowie die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro aufgeschreckt wurde.

Atomverhandlungen schützten Iran nicht vor Angriff

Der Politikwissenschaftler Lim Eul-chul von der Kyungnam-Universität sieht Kim Jong Un durch die Eliminierung des iranischen Führers zutiefst beunruhigt. Gegenüber dem "Korea Herald" erklärte der Experte, dass Nordkorea besonders aufmerksam registriert habe, wie Iran trotz laufender Atomgespräche mit Washington letztlich angegriffen wurde. "Es besteht praktisch keine Chance, dass Pjöngjang der Aufrichtigkeit von Washingtons Angebot eines 'bedingungslosen Dialogs' vertraut", so der Professor. Die USA hatten Nordkorea ähnliche Verhandlungen ohne Vorbedingungen in Aussicht gestellt – ein Versprechen, das nach den Ereignissen im Iran aus Sicht Kims wertlos erscheinen dürfte.

US-Geheimdienste als existenzielle Bedrohung für Kim Jong-un

Lim zufolge bereitet Kim Jong Un vor allem die nachrichtendienstliche Präzision der Amerikaner große Sorgen. Der nordkoreanische Machthaber befürchte, dass er selbst auf ähnliche Weise überwacht werde wie zuvor Khamenei und der venezolanische Präsident Maduro. "Die jahrelange präzise Geheimdienstarbeit, die es den USA ermöglichte, Irans obersten Führer zu eliminieren, zusammen mit der schnellen Ausführung der 'Operation Epic Fury', stellen mehr als eine einfache Warnung für Kim Jong Un dar – sie bedeuten eine existenzielle Bedrohung", erklärte der Wissenschaftler. Nordkorea sei sich vollkommen bewusst, dass die amerikanischen Aufklärungsfähigkeiten und Angriffsmuster ebenso gegen Pjöngjang eingesetzt werden könnten.

Isolation statt Annäherung: Folgen des Trump-Angriffs auf den Iran für Nordkorea

Die aggressive Vorgehensweise Washingtons dürfte nach Einschätzung des Experten das Gegenteil des gewünschten Effekts erzielen. Statt Nordkorea zu Verhandlungen zu bewegen, werde Kim Jong Un sein Land voraussichtlich noch stärker abschotten, warnt Lim Eul-chul.

Der Politikwissenschaftler sieht in den jüngsten US-Aktionen einen Wendepunkt: Die Hoffnung auf einen diplomatischen Durchbruch mit Pjöngjang rückt damit in weite Ferne. Für den nordkoreanischen Diktator bestätigen die Ereignisse im Iran offenbar, dass Gespräche mit Washington keinen Schutz vor militärischen Angriffen bieten.

Weitere Meldungen rund um Kim Jong-un finden Sie hier:

/news.de/stg

Themen

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.