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Benjamin Netanjahu: Israels Premier kündigt "schnelles Vorgehen" an – Konflikt erreicht neue Stufe

Benjamin Netanjahu: Militärschlag verteidigt – wächst jetzt die Kriegsgefahr? Bild: picture alliance/dpa | Michael Kappeler

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  • Benjamin Netanjahu spricht von "schneller und entschlossener" Aktion
  • Warnung vor wachsender Bedrohung durch Irans Raketenprogramm
  • Neue Angriffe und Drohnenattacken in der Nacht

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Erstmals seit Beginn der aktuellen Offensive hat sich Israels Ministerpräsident ausführlich öffentlich geäußert. Im US-Fernsehen stellte sich der 76-Jährige den Fragen von Moderator Sean Hannity in der Sendung von "Fox News". Dabei machte er deutlich, dass die Militäraktion gegen den Iran aus seiner Sicht zeitlich begrenzt bleiben soll. Sein Ziel sei kein langwieriger Konflikt. Stattdessen sprach er von einem "klaren und entschlossenen Vorgehen", das nicht über Jahre andauern werde.

Sorge vor Irans Atom- und Raketenprogramm

Nach Angaben des Regierungschefs habe Teheran zuletzt seine militärischen Kapazitäten massiv ausgebaut. Neue unterirdische Anlagen und verbunkerte Standorte seien entstanden. Wäre jetzt nicht gehandelt worden, hätten spätere Maßnahmen kaum noch Wirkung gezeigt, so seine Darstellung. Laut "Bild" warnte er zudem vor einer wachsenden Bedrohung über die Region hinaus. Sollten Raketenprogramme weiter voranschreiten, könnten künftig nicht nur Israel, sondern auch westliche Staaten ins Visier geraten. Der Premier sprach von einer grundlegenden Sicherheitsfrage für die internationale Gemeinschaft.

"Frieden durch Stärke" als Leitmotiv von Benjamin Netanjahu

Im Interview betonte der Regierungschef, militärische Entschlossenheit sei Voraussetzung für Stabilität. Stärke sei notwendig, um Freiheit und eigene Werte zu verteidigen. Die Offensive verstehe er daher als Schritt, um langfristig größere Eskalationen zu verhindern. Zugleich äußerte er die Hoffnung, die aktuelle Lage könne innenpolitische Veränderungen im Iran begünstigen. Das dortige Regime bezeichnete er als geschwächt. Ziel sei es, Bedingungen zu schaffen, unter denen die Bevölkerung selbst über ihre politische Zukunft entscheiden könne.

Unterstützung bekommt Benjamin Netanjahu aus Washington

Rückhalt sieht der israelische Premier auch in den USA. Er verwies auf Gespräche mit Präsident Donald Trump, der demnach bereits früh die Verhinderung iranischer Atomwaffen zur Priorität erklärt habe. Trump selbst kündigte unterdessen eine baldige Reaktion der US-Streitkräfte auf jüngste Angriffe an.

Neue Eskalation in der Nacht

In der dritten Nacht der Auseinandersetzung kam es zu weiteren Zwischenfällen. Die US-Botschaft in Riad wurde von Drohnen attackiert. Berichten zufolge entstand lediglich geringer Sachschaden, Verletzte gab es nicht. Israelische Streitkräfte griffen nach eigenen Angaben mehrere Ziele an, darunter auch Einrichtungen, die mit der Hisbollah in Verbindung stehen sollen. Der TV-Sender "Al-Manar" gilt als Sprachrohr der Miliz. Zuvor hatte die Hisbollah Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Hintergrund war die Tötung des iranischen Religionsführers Ali Chamenei. Seitdem spitzt sich die Lage weiter zu.

Die militärischen Spannungen zwischen Israel, dem Iran und verbündeten Gruppen haben sich damit deutlich verschärft. Während die israelische Regierung von einer raschen Beendigung ausgeht, bleibt offen, wie sich die Lage in den kommenden Tagen entwickeln wird.

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