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Donald Trump: US-Schwachstellen entlarvt – Europa kann USA empfindlich treffen

Donald Trump: Studie deckt brisante US-Schwachstellen auf Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson

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  • Deutsche Turbinen sichern US-Datenzentren
  • Uran-Lieferungen für Atompläne von Donald Trump entscheidend
  • Pharma-Exporte gelten als besonders sensibel

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Die USA gelten als stärkste Volkswirtschaft der Welt. Doch neue Analysen europäischer Wirtschaftsexperten legen nahe, dass Washington in mehreren Schlüsselbereichen stärker von Europa abhängig ist als bisher angenommen. Gerade im Falle eines neuen Handelskonflikts mit Präsident Donald Trump könnte das für Brisanz sorgen. Die Ökonomin Philippa Sigl-Glöckner von der Denkfabrik Dezernat Zukunft hat gemeinsam mit Kollegen kritische Abhängigkeiten identifiziert.

Energie für KI: Ohne deutsche Turbinen läuft wenig bei Donald Trump

Ein zentraler Punkt betrifft laut "Bild" Gasturbinen aus Deutschland. Diese Hochleistungssysteme sind entscheidend für die Stromversorgung großer Rechenzentren. Genau dort entsteht die Rechenpower, die moderne KI-Anwendungen benötigen. Die Herstellung solcher Turbinen ist technisch komplex. Gleichzeitig wächst in den USA der Energiebedarf durch neue Datencenter rasant. Ein kurzfristiger Produktionsaufbau im eigenen Land wäre für Donald Trump kaum realisierbar. Ein Exportstopp aus Europa könnte laut Berechnungen Schäden in Milliardenhöhe verursachen.

Atompläne und Uran-Engpass

Überraschend deutlich fällt die Abhängigkeit auch im Nuklearbereich aus. Niedrig angereichertes Uran, essenziell für den Betrieb von Atomkraftwerken, stammt zu großen Teilen aus Europa. Zwar existiert in den USA eine eigene Produktionsanlage, doch diese gehört einem europäischen Unternehmen und deckt nur einen Bruchteil des Bedarfs ab. Für Trumps ambitionierte Pläne einer Renaissance der Kernenergie wäre ein Lieferstopp problematisch.

Heikler Bereich: Medikamente

Als besonders sensibel gilt der Pharmasektor. Bestimmte Spezialprodukte werden aus Europa in die USA geliefert und sind kurzfristig schwer zu ersetzen. Zwar könnten Alternativen mittelfristig aufgebaut werden, doch bei lebenswichtigen Arzneimitteln hätte selbst ein einjähriger Engpass gravierende Folgen. Experten warnen daher ausdrücklich davor, Medikamente als Druckmittel in Handelskonflikten einzusetzen.

Angst vor dem "Kill Switch"

Doch auch Europa ist "Bild" zufolge verwundbar. Ein mögliches Druckmittel der USA liegt im Technologiesektor. Viele europäische Unternehmen nutzen Cloud-Dienste amerikanischer Konzerne wie Microsoft oder Google. Sollte Washington den Zugriff beschränken oder Dienste blockieren, wären die wirtschaftlichen Folgen erheblich. Die Studie zeigt damit: In einem eskalierenden Handelsstreit besitzen beide Seiten empfindliche Hebel und das mit Risiken für die globale Wirtschaft.

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