Politik

Kristi Noem in der Kritik: Trump-Ministerin spricht von "Führern an der Spitze des Landes"

US-Heimatschutzministerin Kristi Noem sorgt mit ihrer Wortwahl während einer Rede für Empörung. Bild: dpa/AP/Caitlin O'Hara

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  • Heimatschutzministerin mit antidemokratischer Rede
  • Kristi Noem spricht von Wahlbeeinflussung
  • Netz reagiert auf "Führer"-Ausdruck - "un-amerikanischer Mist"

Die US-Heimatschutzministerin Kristi Noem hat am Samstag bei einer Pressekonferenz für Empörung gesorgt. Die Politikerin erklärte, man sei "proaktiv" gewesen, um sicherzustellen, dass "die richtigen Leute wählen" und "die richtigen Führer" an die Spitze des Landes gewählt werden. Mit ihrer kruden Wortwahl erzürnt sie gleich in mehrerlei Hinsicht das Netz.

Antidemokratische Absichten - Sie spricht von "Führern" und von "Wahlen"

Ihre Äußerung verbreitete sich rasant in den sozialen Medien und löste eine heftige Netz-Kritik aus. Beobachter:innen werfen Noem vor, damit offen antidemokratische Absichten zu formulieren. Zudem sei der Ausdruck "führen" und "Führer" negativ behaftet und schüre ungewollt Nazi-Vergleiche. Jonathan Karl, Chefkorrespondent von "ABC News" in Washington, kommentierte die Aussage mit nur einem Wort: "Außergewöhnlich."

"Sie sagen den stillen Teil laut"

Die Reaktionen auf Noems Äußerung fielen vernichtend aus. Ein populärer Kommentator fasste zusammen: "Sie sagen den normalerweise stillen Teil ganz offen." Ein Sportanalyst warnte eindringlich: "Wenn wir diesen Leuten erlauben, unsere Demokratie zu zerstören, werden wir nicht sagen können, dass wir nicht genug Vorwarnung hatten."

Ein ehemaliger Obama-Berater sieht in der Aussage einen tieferen Zusammenhang. Noem werde trotz ihrer "flagranten, korrupten Misswirtschaft" im Heimatschutzministerium zumindest bis zu den Zwischenwahlen im Amt bleiben. Der Grund: Man wolle "einen loyalen Apparatschik an Ort und Stelle haben, der alles Notwendige tun wird, um sicherzustellen, dass 'die richtigen Führer' gewinnen."

Heimatschutzministerium für Wahlen gar nicht zuständig

Auch aus konservativen Kreisen kam scharfe Kritik an Noems Aussage. Ein Kommentator, der sich selbst als "verfassungstreuer Konservativer" bezeichnet, wies darauf hin, dass Wahlen überhaupt nicht in den Zuständigkeitsbereich des Heimatschutzministeriums fallen. "Wahlen sind keine 'kritische Infrastruktur', für die Kristi Noem verantwortlich ist", erklärte er.

Der Kritiker warf der Ministerin vor, schlicht Unwahrheiten über die Befugnisse ihrer Behörde zu verbreiten. Es sei "ungeheuerlich", dass Noem überhaupt glaube, in diesem Bereich irgendwelche Macht zu besitzen. Die Aussage offenbare ein grundlegendes Missverständnis ihrer eigenen Rolle – oder den bewussten Versuch, Kompetenzen zu beanspruchen, die ihr nicht zustehen.

Ex-Republikaner: "Un-amerikanischer Mist"

Besonders heftig fiel die Reaktion eines ehemaligen republikanischen Kongressabgeordneten aus, der einst gemeinsam mit Noem im Kongress saß. "Sicherstellen, dass 'die richtigen Leute' wählen? Wer zum Teufel sind 'die richtigen Leute'?", fragte er empört. Es sei nicht die Aufgabe der Regierung, die Führung des Landes auszuwählen – das sei Sache des amerikanischen Volkes. Es überrasche ihn nicht, dass Noem "diesen un-amerikanischen Mist" von sich gebe.

Ein demokratischer Kongressabgeordneter forderte unterdessen konkrete Konsequenzen: "Sie versuchen nicht einmal mehr zu verbergen, dass sie die Wahl stehlen wollen." Er verlangte, dem Heimatschutzministerium keinen weiteren Cent zu bewilligen, bis der Kongress freie und faire Wahlen garantiere.

Donald Trump weiter in der Kritik - Wahlbeben in Texas

Nicht nur Heimatschutzministerin Noem steht derzeit heftig in der Kritik. Auch Donald Trump selbst muss sich stetig mit wachsenden Widerstand auseinander setzen. Eine Sonderwahl im US-Bundesstaat Texas zeigt, wie schwer es Donald Trump und seine Partei derzeit haben. Trotz intensiver Wahlkampfbemühungen Trumps für die republikanische Kandidatin gewann in Texas überraschend der demokratische Gegenspieler - eine bittere Klatsche für Donald Trump.

/stg/news.de

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