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Markus Lanz: CDU-Politiker erschüttert selbst Markus Lanz - kein Ukraine-Frieden

Markus Lanz (rechts) im Gespräch mit Norbert Röttgen (links). Bild: ZDF/Markus Hertrich

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  • Thema bei Markus Lanz: Friedensverhandlungen in Abu Dhabi
  • Ukraine-Krieg geht unermüdlich weiter - trotz eisigen Winters
  • CDU-Politiker bestürzt selbst Markus Lanz - Putin will keinen Frieden

Bei Markus Lanz trafen sich am vergangenen Mittwoch unter anderem CDU-Politiker Norbert Röttgen, Kriegsreporter Ibrahim Naber, die beiden Journalisten Armin Coerper (ZDF-Auslandsstudio) undBojan Pancevski (Chefkorrespondent des "Wall Street Journal") sowie "Zeit"-Redakteurin Mariam Lau. Das Thema des Abends: Die Verhandlungen der Ukraine, Russland und den USA in Abu Dhabi in der Hoffnung auf einen baldigen Frieden in der Ukraine. Doch statt positive Aussichten auf ein Kriegsende malen die Experten ein Bild des Grauens - mit nur sehr wenig Hoffnung.

CDU-Politiker Norbert Röttgen kritisiert: Es mangelt an Realismus 

Allem voran CDU-Politiker Norbert Röttgen. Auf den Einwand von Journalistin Mariam Lau, die erklärte, dass Europa immer noch darauf hoffe, dass die Amerikaner uns zur Seite stehen, wenn es um Sicherheitsgarantien für Europa geht, widerspricht Röttgen deutlich: "Die Regierung Trump will mit Russland Geschäfte machen. Sie möchte nicht Krieg gegen Russland führen, sondern Ölgeschäfte machen." Der Politiker kritisiere, dass es hier an "Realismus" mangele. Und Moderator Markus Lanz wird noch einmal deutlich: "Das bedeutet dann in der Konsequenz gar keine Sicherheitsgarantien. Wenn es die Europäer nicht können und die Amerikaner nicht wollen, was machen wir dann?" Der CDU-Politiker ist sich sicher: Es wird zu keinem Waffenstillstand kommen. "Es kommt von Putins Seite nicht dazu." 

Markus Lanz: "Das ist ultimativ deprimierend"

Eine schockierende Vorstellung, die auch Moderator Markus Lanz sichtlich mitnimmt. "Das ist ultimativ deprimierend, was Herr Röttgen hier gerade vorträgt", konstatiert er. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Fraktion ist sich dennoch sicher: "Wir wollen das Ende dieses Krieges. (...) Ich glaube, dass Putin es nicht will."

Eiskalter Winter trifft Ukraine-Truppen hart - Putin bombardiert stetig weiter

Das zeigt sich auch darin, dass Russland trotz eisigem Winter keinen Gedanken an einen vorübergehenden Waffenstillstand in der Ukraine verliert. Derzeit machen die Truppen von Wladimir Putin stetig Fortschritte bei der Eroberung von Ukraine-Territorien - etwa 400 Quadratkilometer pro Monat - aber ein großer Frontdurchbruch ist nicht zu vermelden. Welt-Chefreporter Ibrahim Naber berichtet dennoch über ukrainische Teil-Erfolge: "Also den Ukrainern gelingt es weiterhin diesen Vormarsch der Russen zu verlangsamen." Allerdings: Stoppen können die Ukrainischen Truppen den Vormarsch Russlands nicht. 

Wie sich das auf die Moral der Soldaten auswirkt? "In der Armee gibt es weiterhin einen harten Kern an Soldaten, die schon seit vier Jahren dabei sind. (...) Die sagen, wir werden bis zum Ende kämpfen - egal, was dieses Ende bedeutet."

Ukraine-Verhandlungen in Abu Dhabi: Es geht um Gebietsabtretungen

In Abu Dhabi wird derzeit seit Langem einmal wieder verhandelt. Verhandlungen, welche die Soldaten teilweise ausblenden. Es geht dabei nicht weniger um mögliche Gebietsabtretungen. "Die rote Linie für Putin ist der Donbass" erklärt Journalist Bojan Pancevski. Putin werde nicht davon ablassen. Glaubt man CDU-Politiker Norbert Röttgen sei dies jedoch eher ein Machtpoker-Spiel - denn Frieden in der Ukraine habe der Kreml-Chef laut ihm keineswegs im Sinn.

Die ganze Sendung "Markus Lanz" sehen Sie auch in der ZDF-Mediathek.

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