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Gräueltaten im Ukraine-Krieg aktuell: Gezielte Einschüchterung - Folterpraktiken an Putin-Soldaten aufgedeckt

Berichte sollen Folterpraktiken an russischen Deserteuren aus Putins Armee aufdecken. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin via AP | Vyacheslav Prokofyev

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  • Videos zeigen Gräueltaten: Russen-Soldaten an Bäume gebunden und gefoltert.
  • Putins brutale Soldaten-Taktik: Beschwerden über Gewalt an Deserteuren.
  • Angst als Einschüchterungsversuch in Russlands Militär.

Gräueltaten gegen die eigenen Soldaten gehören in Wladimir Putins Armee offenbar zur Tagesordnung. Neue Aufnahmen zeigen schwere Vergehen. Immer mehr Berichte sollen Folter, Aggressionen und andere Machenschaften gegen Streitkräfte des russischen Militärs offenlegen.

Folter im Ukraine-Krieg aufgedeckt: Putins Armee fesselt Deserteure an Bäume

In einem vom Schnee bedeckten Wald hängen Soldaten an Bäumen. Sie tragen kaum Kleidung am Körper. Vermutlich mit einem Klebeband sind sie an die Stämme gefesselt und werden dort gefoltert. Diese grausamen Szenen verbreiten sich Ende Januar 2026 auf Social-Media-Plattformen wie X und auf News-Portalen, nachdem russische Kriegsblogger sie auf Telegram-Kanälen veröffentlichten. Die gezeigten werden geschlagen, beschimpft oder müssen sexuelle Gewalt über sich ergehen lassen.

Die Aufnahmen sollen mutmaßlich Deserteure zeigen. Mit diesen Videos wollen sie Nachahmer offenbar davor warnen, was ihnen passiert, wenn sie das Regiment verlassen. Doch viele Soldaten halten es nicht mehr in der russischen Armee aus und flüchten. Nach Angaben von "iStories" lag die Zahl der Geflüchteten bei 50.000. Das geht aus einer Untersuchung hervor. Ob die Zahl mittlerweile noch höher ausfällt, lässt sich nicht genau sagen.

Putins brutale Soldaten-Taktik: Angst durch Einschüchterungsversuche

Lange Zeit blieben die Praktiken unbekannt. Immer mehr russische Soldaten beschweren sich. Die "New York Times" hat 6.000 Anschuldigungen überprüft. Die Schilderungen zeichnen ein von Angst geprägtes Klima. In den Berichten geht es um Missbrauch, Diebstahl, in Keller gesperrte Soldaten oder kranke Soldaten und Kriminelle, die an die Front geschickt werden. Das Militär soll auch die brutale Strategie "auf Null setzen" verfolgen. Demnach geht es um gezielte Todesdrohungen, um Soldaten einzuschüchtern. Einige Beschwerden wurden eingereicht. Juristische Folgen haben sie bislang noch nicht. Doch die Berichte geben den Gewalttaten Aufmerksamkeit. Wie weit verbreitet die Praktiken in der russischen Armee seien, das konnte die Zeitung nicht aufklären. Das russische Verteidigungsministerium hat sich dazu nicht geäußert.

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/bua/news.de

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