Zahnarztbesuche privat bezahlen: "Einfach nur noch frech" - CDU-Forderung sorgt für Entsetzen
Der CDU-Wirtschaftsrat will kostenlose Zahnarztbesuche aus dem Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung streichen. Bild: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd
Erstellt von Martin Gottschling
01.02.2026 09.22
- CDU-Wirtschaftsrat fordert: Zahnarztbesuche sollen künftig privat bezahlt werden
- Pläne für umfassende Streichungen von Sozialleistungen in "Agenda für Arbeitnehmer" präsentiert
- Vorstoß sorgt für Fassungslosigkeit in den sozialen Medien
Es wäre ein gravierender Einschnitt für alle gesetzlich Krankenversicherten: Zahnarztbesuche sollen künftig immer aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Das fordert der Wirtschaftsrat der CDU in einem aktuellen Papier, das der "Bild" vorliegt. Der Vorstoß sorgt für Entsetzen in den sozialen Medien.
CDU-Wirtschaftsrat fordert Kürzung von Sozialleistungen in "Agenda für Arbeitnehmer"
Mit seiner "Agenda für Arbeitnehmer" fordert der Unternehmerverband mit mehr als 13.000 Mitgliedern Reformen von Bundeskanzler Friedrich Merz und dem Koalitionspartner SPD. Ziel sei es laut Generalsekretär Wolfgang Steiger, bessere Aufstiegschancen zu bieten und "Wachstumskräfte zu entfesseln". Kritik übt er an einer "überbordenden Steuer- und Abgabenlast" sowie ander SPD, die zu "einer Partei für die Belange der Transferempfänger mutiert" sei.
Eine zentrale Rolle bei den CDU-Vorschlägen spielt die Streichung von Sozialleistungen. So soll zum Beispiel Arbeitslosengeld künftig nur noch für ein Jahr ausgezahlt werden. Darüber hinaus soll es keine Rente mehr ab 63 sowie keine Aufstockung für Geringverdiener (Grundrente) geben. Bürokratieabbau, Steuersenkungen für Unternehmen sowie ein späteres Einsetzen des Spitzensteuersatzes (derzeit rund 70.000 Euro) werden ebenfalls angestrebt.
Versicherte sollen Zahnarztbesuche privat bezahlen - Empörung über CDU-Vorschlag
Im Zusammenhang mit den Zahnarztbesuchen will der Wirtschaftsrat den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen überprüfen lassen. Konkret heißt es dazu:
- "Verschiedene Leistungen, etwa Zahnarztbehandlungen, lassen sich generell gut privat absichern und sollten nicht länger im Umlageverfahren den Beitragszahlern zur Last fallen."
Kritik an der Forderung gibt es auf X (vormals Twitter). Kommentare zu dem "Bild"-Bericht lauten:
- "Ich bin einfach nur noch sprachlos. Wozu zahle ich diesen riesigen KV-Beitrag monatlich, wenn ich mittlerweile sowieso bald alles zahlen oder zuzahlen muss? Es ist einfach nur noch frech", so ein Nutzer.
- "1. Der CDU Wirtschaftsrat (13000 Mitglieder!) hat wohl den letzten Schuss nicht gehört! 2. Nicht alle Zahnbehandlung werden werden bezahlt!", regt sich ein anderer auf.
- "Damit kündigt die CDU das Solidarprinzip auf. Unfassbar. Anstatt an die Ursachen zu gehen, macht die CDU nur noch alles schlimmer", heißt es außerdem.
- "Also immer mehr bezahlen für immer weniger Leistung ohne austreten zu können (Versicherungspflicht).
Freu mich (nicht)!", so ein weiterer Kommentar. - "Jeden Tag eine neue Idee statt grundlegender Reformen überholter Systeme. Warum muss nicht jede/r KK Beiträge zahlen? Auch die Staatsdiener?", fragt eine andere Nutzerin.