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Donald Trump: Wirtschafts-Prahlerei des US-Präsidenten entlarvt

US-Präsident Donald Trump schwärmt bei vielen Gelegenheiten von der Wirtschaft in seinem Land. Bild: picture alliance/dpa/AP | Evan Vucci

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  • Trumps Wirtschafts-Prahlerei entpuppt sich als Scheinbild
  • Experte erklärt, was wirklich hinter dem Wirtschaftswachstum steckt
  • Verbraucher zunehmend frustriert: US-Präsident in Umfragen abgestraft

Die amerikanische Wirtschaft wuchs im vierten Quartal um 4,3 Prozent – annualisiert gerechnet. Präsident Donald Trump sonnt sich gerne in diesen Zahlen. Doch Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz dämpft die Euphorie erheblich.

Trump prahlt mit der Wirtschaft: Experte enthüllt Scheinwelt

"Das Wachstum kommt ganz klar trotz der Politik des Präsidenten zustande", erklärte Stiglitz dem "Handelsblatt". Der Ökonom sieht den Aufschwung vor allem im Boom der Künstlichen Intelligenz und dem massiven Ausbau von Rechenzentren begründet. "Trump hatte schlicht Glück, während dieses Booms Präsident zu sein", so sein nüchternes Urteil. Stiglitz geht noch weiter: Die USA seien keine echte Marktwirtschaft mehr, sondern zunehmend von Monopolgewinnen weniger Konzerne geprägt – zulasten der Allgemeinheit. Langfristig könne das nicht funktionieren.

Ein Sektor treibt US-Wirtschaft voran

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In den ersten drei Quartalen 2025 gingen rund 40 Prozent des gesamten Wirtschaftswachstums auf Investitionen in Künstliche Intelligenz zurück, schreibt "Focus Online". Ohne diese massiven Ausgaben hätte die US-Ökonomie praktisch auf der Stelle getreten. Die Berenberg Bank warnt in einer aktuellen Analyse vor dieser einseitigen Abhängigkeit. Das amerikanische Wachstum spiegele derzeit vor allem Investitionen in KI wider – nicht etwa Produktivitätssteigerungen durch deren tatsächliche Anwendung. Ob all diese Milliardensummen jemals angemessene Renditen abwerfen werden, sei keineswegs sicher. Damit steht der vermeintliche Wirtschaftsboom auf wackligen Beinen. Ein Nachlassen des KI-Hypes könnte die gesamte Wachstumsstory zum Einsturz bringen.

Arm und Reich driften auseinander wie nie zuvor

Die amerikanische Wirtschaft entwickelt sich zunehmend K-förmig: Während es für die einen steil nach oben geht, zeigt die Kurve für andere nach unten. Mittlerweile entfällt fast die Hälfte des gesamten Konsums auf die einkommensstärksten zehn Prozent der Bevölkerung. Menschen mit geringem Einkommen kämpfen hingegen mit explodierenden Preisen und schrumpfenden Rücklagen. Auch das Haushaltseinkommen sank zuletzt.

Die sogenannte Erschwinglichkeitskrise trifft Amerikaner beim täglichen Einkauf hart. Eier kosten inzwischen 83 Prozent mehr als noch vor wenigen Jahren, Kaffee hat sich im Preis verdoppelt, Rinderhackfleisch ist um 69 Prozent teurer geworden. Trump hatte im Wahlkampf versprochen, gegen diese Preissteigerungen vorzugehen. Das schlägt sich in seinen deutlich gesunkenen Zustimmungswerten nieder.

Umfrage-Niederlage für Trump: Wirtschaft hat sich verschlechtert

In Umfragen bekam er zuletzt schlechte Werte für die Lage der Wirtschaft. In einer aktuellen Umfrage von CNN gaben 55 Prozent an, dass sich die Wirtschaftslage unter dem US-Präsidenten verschlechtert hat, während 32 Prozent eine Verbesserung sehen. Die Kluft nimmt zu und der Pessimismus unter den Wählern wächst. Selbst MAGA-Anhänger ("Make America Great Again") und Republikaner fordern, dass Trump mehr machen muss. Diese Sicht zeigt sich in einer Umfrage der "New York Times" und der Universität von Siena. "Weniger als ein Drittel der Wähler glaubt, dass es dem Land besser geht als vor einem Jahr, als Präsident Trump ins Weiße Haus zurückkehrte", schreibt die Zeitung. Als Grund für die Ablehnung von Trumps Politik nennen sie neben der Einwanderungspolitik die Wirtschaft.

Trumps Wirtschaft steht auf brüchigem Fundament

Das amerikanische Haushaltsdefizit liegt bei knapp sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts – Tendenz steigend. Auch der Staat pumpt also kräftig Geld in die Wirtschaft und verzichtet auf Einnahmen. Ohne diese massiven Staatsausgaben und den KI-Boom hätte das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr Berechnungen zufolge lediglich bei gut 0,5 Prozent gelegen statt bei zwei Prozent.

Fazit: Der Bericht bringt es auf den Punkt: Das aktuelle Wachstum entbehrt eines stabilen Fundaments. Es handelt sich um eine glänzende Fassade, die von staatlichen Defiziten und einem einzelnen Technologie-Hype getragen wird. Auch zwischen Tech-Branche und dem Rest der Wirtschaft klafft eine wachsende Lücke: Während Großkonzerne expandieren, müssen kleine Unternehmen Personal abbauen - und der Frust in der Bevölkerung wächst.

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/loc/news.de/dpa/stg

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