Politik

Prozesse: Schüsse auf Jesus-Bild: Schweizer Politikerin verurteilt

Täglich bestens informiert mit den aktuellen Nachrichten auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / AA+W

  • Artikel teilen:

Die Schweizer Lokalpolitikerin Sanija Ameti ist nach Schüssen auf ein Bild von Jesus und Maria wegen Störung der Glaubensfreiheit zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Die 33-Jährige hatte das Bild bei einer privaten Schießübung mit einer Druckluftpistole als Zielscheibe benutzt und Fotos davon auf Instagram hochgeladen.

Das Bezirksgericht in Zürich wendete einen Paragrafen an, wonach bestraft wird, wer "in gemeiner Weise die Überzeugung anderer in Glaubenssachen, insbesondere den Glauben an Gott, beschimpft oder verspottet." Ameti soll 500 Franken (etwa 544 Euro) Buße zahlen. Eine Geldstrafe von 3.000 Franken (etwa 3.266 Euro) wurde zur Bewährung ausgesetzt. Sie kann gegen das Urteil noch Berufung einlegen.

Anwalt nennt Trauma und fordert Freispruch

Der Vorfall hatte im September 2024 Empörung ausgelöst. In einer repräsentativen Meinungsumfrage kreuzten 60 Prozent der Befragten Fassungslosigkeit und 51 Prozent Empörung über den Vorfall an. Die Juristin hatte den Instagram-Post nach wenigen Stunden gelöscht und sich bei Kirchenvertretern entschuldigt. Sie verlor ihre Arbeitsstelle und kam einem Ausschluss aus der grünliberalen Partei (GLP) durch Austritt zuvor.

Ihr Anwalt hatte Freispruch gefordert. Sie habe unter einem Trauma gelitten, das sie 30 Jahre lang nicht verarbeitet hatte. Ameti war als kleines Kind mit ihrer Familie aus dem ehemaligen Jugoslawien geflohen, nachdem ein Bruder erschossen worden war. Amati selbst äußerte sich vor Gericht nicht. Sie hatte vor dem Prozess gesagt, sie habe damals achtlos eine Seite aus einem Katalog gerissen und als Zielscheibe genutzt.

Vertreter des rechten Lagers als Nebenkläger

Ihr Anwalt sagte, Nebenkläger hätten den Fall für eigene Zwecke missbrauchen wollen. Ihnen sei es um das Thema "Remigration" gegangen. Das ist ein Begriff, mit dem die erzwungene Rückkehr von Migranten in ihre Heimat gemeint ist. Mehrere Vertreter aus dem rechten Lager waren als Nebenkläger anwesend, darunter Nicolas Rimoldi, Präsident des Vereins "Mass-Voll", den er aus Kritik an den Corona-Maßnahmen gegründet hatte. Er hatte auf der Plattform X unter anderem die Deportation von Ameti gefordert.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

Weitere aktuelle News im Ressort "Politik":

/roj/news.de

Themen

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.