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Dmitri Medwedew : Es geht um 3000 Atomsprengköpfe - Putin-Vertrauter spricht Nuklearwarnung aus

Dmitri Medwedew hat eine beunruhigende Nuklear-Vorhersage getroffen. Bild: picture alliance/dpa/Sputnik Pool/AP | Ekaterina Shtukina

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  • Dmitri Medwedew: Putin-Vertrauter warnt vor Atom-Entscheidung
  • Trump und Putin besitzen 90 Prozent der weltweiten Atomsprengköpfe
  • Putin kündigte Atomvertrag zuerst: Suspendierung zum Verhandlungsangebot
  • Medwedew wettert immer wieder gegen den Westen im Ukraine-Krieg

Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, hat vor einer Ausweitung des weltweiten Atomwaffenbesitzes gewarnt. In einem Interview mit der Zeitung "Kommersant" äußerte der frühere russische Präsident, dass weitere Staaten den Erwerb nuklearer Waffen in Erwägung ziehen könnten, falls der New START-Vertrag am 5. Februar ausläuft.

Dmitri Medwedew: Putin-Vertrauter warnt vor Atom-Entscheidung

Moskau warte noch immer auf eine Antwort aus Washington zu Präsident Wladimir Putins Initiative, den Abrüstungsvertrag zu verlängern. Medwedew erklärte, dass Russland möglicherweise bis zum Ablaufdatum des Abkommens auf eine amerikanische Stellungnahme warten müsse.

  • "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass einige Länder die optimale Option darin sehen werden, Atomwaffen zu erwerben. Ich glaube, dass sich der 'Atomclub' in Zukunft weiter ausweiten wird", ließ Medwedew wissen.
  • Die globale Instabilität treibe Nationen dazu, über nukleare Bewaffnung nachzudenken, so Medwedew weiter.

Trump und Putin besitzen 90 Prozent der weltweiten Atomsprengköpfe

Der im Jahr 2010 abgeschlossene New START-Vertrag reguliert die nuklearen Arsenale der beiden größten Atommächte der Welt. Washington und Moskau verfügen gemeinsam über neun Zehntel aller weltweiten Atomwaffenbestände.

  • Das Abkommen setzt eine Obergrenze für beide Seiten fest. Jede Nation darf maximal 1.550 einsatzbereite nukleare Sprengköpfe stationieren.
  • Zusätzlich begrenzt der Vertrag die Anzahl der Trägersysteme auf 700 Langstreckenraketen und schwere Bomber pro Land.
  • Diese Beschränkungen sollen einen unkontrollierten atomaren Wettlauf verhindern.

Das Abkommen ermöglicht zudem den Austausch von Daten zwischen beiden Ländern.

  • Überwachungsmaßnahmen und Inspektionen dienen der Überprüfung, ob sich beide Seiten an die vereinbarten Limits halten.

Medwedew betonte gegenüber "Kommersant", dass der New START-Vertrag eine positive Rolle bei der Eindämmung des nuklearen Wettrüstens gespielt habe und beide Nationen die Hauptbeschränkungen eingehalten hätten.

Putin kündigte Atomvertrag zuerst: Suspendierung zum Verhandlungsangebot

Im Februar 2023 verkündete Putin die Aussetzung der russischen Beteiligung am New START-Vertrag. Als Begründung nannte er die Unterstützung Washingtons für die Ukraine im Konflikt mit Moskau. Die Biden-Administration reagierte daraufhin mit einem entsprechenden Schritt und setzte ebenfalls die Umsetzung aus.

Nach der Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus im Januar 2025 änderte sich die russische Haltung. Putin schlug nun bilaterale Gespräche zur Rüstungskontrolle vor, ohne ein Ende der amerikanischen Waffenlieferungen an Kiew als Vorbedingung zu nennen. Medwedew merkte jedoch an, dass Trumps Äußerungen über eine mögliche Wiederaufnahme von Atomwaffentests sowie sein mögliches "Golden Dome"-Projekt einen strategischen Dialog zwischen beiden Atommächten erschweren würden.

Medwedew wettert immer wieder gegen den Westen im Ukraine-Krieg

Dmitri Medwedew hat eine bemerkenswerte politische Wandlung durchlaufen. Einst galt er als liberaler Hoffnungsträger und Modernisierer in der russischen Politik. Seit Beginn des Ukraine-Konflikts zählt er jedoch zu den schärfsten Verfechtern einer harten Linie im Kreml. Der ehemalige Staatschef positioniert sich heute als einer der aggressivsten Wortführer der russischen Führung. Regelmäßig wettert er gegen den Westen.

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