Donald Trump: Rückzieher im Grönland-Konflikt - das sollte die EU daraus lernen
Europa sollte auch künftig Härte gegenüber Donald Trump zeigen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Evan Vucci
Von news.de-Redakteur Martin Gottschling
23.01.2026 08.27
- Donald Trump zog im Grönland-Konflikt nach Gesprächen beim Weltwirtschaftsforum in Davos seine Zolldrohungen zurück
- Laut Medienbericht half eine geschlossene Reaktion der EU gegen Trump sowie die Androhung von Gegenmaßnahmen
- Lehre für Europa: Auch in Zukunft sollte man in Konflikten klare Kante gegen Trump zeigen, damit man in der Partnerschaft auf demselben Niveau bleibt
Noch vor wenigen Tagen hatte Donald Trump eine gewaltsame Übernahme Grönlands angedroht. Westliche Partner, die sich seinen Plänen widersetzten, sollten mit neuen Strafzöllen die Quittung bekommen. Doch beim Weltwirtschaftsforum in Davos machte der US-Präsident eine überraschende Kehrtwende. Trump ist nun offenbar bereit, auf eine Annexion Grönlands zu verzichten, und zog auch seine Zolldrohungen zurück. Neueste Enthüllungen zeigen, wie man in Europa künftig mit dem Republikaner umgehen sollte.
Donald Trump macht Rückzieher im Grönland-Konflikt: Druck der EU offenbar zu groß
Wie die "Bild" aus Regierungskreisen erfahren haben will, war ein Schlüssel für den Erfolg in Davos eine entschlossene Reaktion der EU. Die kurzfristige Einberufung eines Europäischen Sonderrats, bei dem über sofortige Gegenmaßnahmen beraten werden sollte, sei schließlich ausschlaggebend für Trumps Sinneswandel gewesen. Denn Zölle auf US-Produkte wie Whiskey und Soja hätten die Preise in den Vereinigten Staaten weiter in die Höhe getrieben. Eine ohnehin angespannte wirtschaftliche Situation im eigenen Land mit Inflation und hohen Lebenshaltungskosten für Verbraucher wäre für Trump wohl auch politisch brandgefährlich geworden. Schließlich stehen im November dieses Jahres noch die Zwischenwahlen in den USA an. Hinzu kam für Trump offenbar noch Druck aus den eigenen Reihen: Republikaner stellten sich gegen seine Grönland-Pläne.
Europa muss auch in Zukunft bei Konflikten klare Kante gegen Donald Trump zeigen
Während Anfang des Jahres noch keine klare Kante gegen Trump gezeigt wurde, als er Venezuela angriff und den Präsidenten eines souveränen Staates entführte, zeigte die EU nun im Grönland-Konflikt Geschlossenheit: Deutliche Kritik am Vorhaben des US-Präsidenten und das Signal, dass er damit nicht ohne irgendeinen Preis zu zahlen durchkommt. Offenbar reagiert Trump nur, wenn man Härte gegen ihn zeigt. Als Geschäftsmann handelt er zudem nach Kalkül: Er wird eher dazu bereit sein, ein Vorhaben aufzugeben, wenn es sich für ihn nicht lohnt.
Kritik am US-Präsidenten ist erlaubt
Die aktuellen Entwicklungen sollten westlichen Regierungschefs eine Lehre für die Zukunft sein: Statt bei Staatsbesuchen im Weißen Haus Trump nur zu umschmeicheln, darf man ruhig auch einmal Kritik üben, wenn der US-Präsident zu weit geht. Selbstverständlich macht der Ton dabei die Musik. Beleidigungen und Ausfälligkeiten sind tabu. Sonst würde man sich auf dasselbe Niveau wie Trump begeben. Die USA sind zudem weiterhin ein wichtiger Partner. Komplett verscherzen sollte man es sich mit Trump nicht. Er darf jedoch auch nicht zu einer Art "Diktator des Westens" werden. Das würde die Demokratie weltweit gefährden. Europa hat im Grönland-Fall richtig reagiert und hoffentlich die richtigen Lehren daraus gezogen.
Auch diese News aus den USA könnten Sie interessieren:
- "Wie ein Zeichen Gottes" - Trump-Sohn soll Frau das Leben gerettet haben
- Eine Milliarde für Grönland? Kremlchef erteilt Donald Trump eine Lektion
- Angeber-Rede in Davos - Lügen des US-Präsidenten entlarvt
- Brandrede gegen Trump? Kanadas Premier sorgt für Aufsehen
- Gefahr neuer Kriege - darum darf er Grönland auf keinen Fall bekommen