Donald Trump: "Baut Legion des Untergangs auf!" Belarus-Diktator tritt Trumps "Friedensrat" bei
Neben Wladimir Putin hat Donald Trump auch Alexander Lukaschenko zu seinem Friedensrat eingeladen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
Erstellt von Anika Bube
22.01.2026 07.02
- Trumps "Friedensrat" sorgt für Empörung: Autokraten und starke Männer als Mitglieder.
- Lukaschenko sagt zu: Belarus-Machthaber will "die ukrainische Führung beeinflussen".
- Milliarden-Hürde: Dauerhafte Mitgliedschaft kostet eine Milliarde Dollar.
Nach Plänen von Donald Trump soll ein "Friedensrat" die Übergangsregierung im Gazastreifen beaufsichtigen. Neben dem US-Präsident, der selbst den Vorsitz des internationalen Gremiums innehaben soll, sollen weitere Staatschefs den "Friedensrat" komplettieren. Unter anderem erhielten Wladimir Putin (Russland), Recep Tyyip Erdogan (Türkei), Abdel Fattah al-Sisi (Ägypten), Javier Milei (Argentinien) sowie Alexander Lukaschenko (Belarus) eine Einladung. Während der Kremlchef seinen Beitritt prüft, hat der Belarus-Machthaber seine Teilnahme bestätigt.
Alexander Lukaschenko erklärt Beitritt zu Trump Friedensrat
Am Dienstag (20.01.2026) hat Lukaschenko seinen Beitritt zum "Board of Peace" von Donald Trump besiegelt. In einem auf Telegram veröffentlichten Video ist zu sehen, wie der seit 1994 regierende Präsident das entsprechende Dokument unterzeichnet. Lukaschenko äußerte dabei die Hoffnung, zum Frieden in der Ukraine beitragen und "die ukrainische Führung beeinflussen" zu können. Der belarussische Machthaber freut sich eigenen Angaben zufolge darauf, "Gründungsmitglied" des Gremiums zu werden. Trump hatte Lukaschenko zuvor als "hoch angesehenen Präsidenten" gelobt, nachdem Belarus politische Gefangene freigelassen hatte. Die USA hatten im Gegenzug Sanktionen gegen das Land gelockert.
In den Kommentarspalten sorgen die Mitglieder von Trumps "Friedensrat" für reichlich Unmut:
- "Amerika ist an Russland gefallen", schreibt ein Instagram-Nutzer.
- "Ein Rat von Diktatoren gegen die NATO. Das ist schlecht", heißt es in einem Kommentar.
- "Kriegstreiber für den Frieden. Wie originell.", meint ein anderer Instagram-Nutzer.
- "Hätte es einfach 'Liga der Superschurken' nennen sollen", ist in einem weiteren Kommentar zu lesen.
- "Die Vereinigten Staaten von Russland sind fast fertiggestellt", schreibt ein Instagram-Nutzer.
- "Er baut tatsächlich die Legion des Untergangs auf", heißt es in einem Kommentar.
- "Gerade als man dachte, es könnte nicht noch lächerlicher werden", meint ein anderer Instagram-Nutzer.
- "Er schläft mit dem Feind. Ich habe diesen Film gesehen. Er endet nicht gut", ist in einem weiteren Kommentar zu lesen.
Alexander Lukaschenko hat seinen Beitritt zum "Friedensrat" von Donald Trump erklärt. Bild: picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire | Iranian Presidency
Internationale Koalition formiert sich
Belarus ist nicht das einzige Land, das Trumps Einladung angenommen hat. Die Vereinigten Arabischen Emirate, angeführt von Mohammed bin Zayed, erklärten am Montag ebenfalls ihre Teilnahme an dem Friedensgremium. Auch Ungarn und Vietnam gehören bereits zu den Mitgliedern des Boards. Am Dienstag verkündete zudem Armenien seinen Beitritt.
Das "Board of Peace" wurde ursprünglich als Teil von Trumps Friedensplan für Gaza vorgestellt. Die an Staatschefs verschickten Einladungen erweiterten den Aufgabenbereich des Gremiums jedoch auf die Beilegung von Konflikten weltweit. Nicht alle Staaten reagieren positiv auf Trumps Initiative. Das französische Außenministerium erklärte laut "Le Monde", man beabsichtige nicht, der Einladung zuzustimmen.
Milliarden-Beitrag als Hürde für dauerhafte Mitgliedschaft
Die Teilnahme am "Board of Peace" ist mit erheblichen finanziellen Verpflichtungen verbunden. Laut einem Entwurf der Satzung, den "Reuters" einsehen konnte, müssen Mitgliedsstaaten eine Milliarde Dollar einzahlen, wenn ihre Mitgliedschaft über drei Jahre hinaus Bestand haben soll. "Bloomberg" hatte vergangene Woche zuerst über diese Gebühr berichtet. Kanada zeigt sich von dieser Forderung wenig begeistert. Finanzminister François-Philippe Champagne erklärte beim Weltwirtschaftsforum in Davos, es gebe noch "viele Details zu klären". Gleichzeitig stellte er unmissverständlich klar, dass sein Land die geforderte Milliardensumme nicht entrichten werde. Die hohe Einstiegshürde könnte weitere Staaten von einem Beitritt abhalten.
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