Justiz: "Mit Vollgas durch" - Polizist schildert Auto-Anschlag
Ein Polizeieinsatz in Bochum eskalierte. Bild: Adobe Stock / DABLJU (Symbolbild)
Erstellt von Sarah Knauth
19.01.2026 11.05
Vor dem Oberlandesgericht (OLG) München hat ein Polizist den tödlichen Anschlag auf eine Verdi-Demonstration geschildert. "Der Angeklagte scherte vor uns ein und beschleunigte", sagte der Beamte, der in einem Begleitfahrzeug am Ende des Demonstrationszuges mitgefahren war. "Mit Vollgas durch." Der Mann habe sein Auto "ungebremst in die Menschenmenge, in das Ende des Demonstrationszuges" gefahren. Es sei eine "kerzengerade und zielgerichtete Fahrtrichtung" gewesen.
Der 25 Jahre alte Afghane, der unter Terror-Verdacht und wegen zweifachen Mordes und 44-fachen versuchten Mordes vor Gericht steht, hatte zum Prozessauftakt Aussagen zur Tat und auch zu seiner Person verweigert.
Angeklagter zeigte deutliche Geste
Dafür äußerte er sich ohne Worte: Er hob für die Kameras den rechten Zeigefinger nach oben - eine verbreitete Geste unter Muslimen weltweit, die den Glauben an den einen und einzigartigen Gott symbolisieren soll und die zuweilen auch als Erkennungszeichen unter Islamisten gilt.
Der Angeklagte war vor knapp einem Jahr, am 13. Februar 2025, noch am Tatort festgenommen worden, nachdem er mit seinem Kleinwagen in die Menschenmenge gerast war. In wenigen Wochen jährt sich der Anschlag zum ersten Mal. Auch am Jahrestag will das Gericht verhandeln - allerdings ohne Betroffene als Zeugen zu laden, damit diese an den Gedenkveranstaltungen teilnehmen können.
Mutter und Tochter starben
Er soll das Auto gezielt in einen Demonstrationszug der Gewerkschaft Verdi mit rund 1.400 Teilnehmern gelenkt haben. Eine Mutter und ihre erst zwei Jahre alte Tochter starben, 44 weitere Menschen wurden verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich.
Um den Tathergang zu rekonstruieren, sollen zunächst Polizeibeamte als Zeugen vor Gericht aussagen, erst zu einem späteren Zeitpunkt sollen dann die Betroffenen gehört werden.
Bis in den Sommer hinein sind Verhandlungstermine am OLG München angesetzt, das Urteil könnte am 25. Juni fallen.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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