Wladimir Putin brüskiert: Kein russischer Strom mehr - Verbündeter wendet sich ab
Chinas Präsident Xi Jinping (l.) ist Wladimir Putins (r.) Strom offenbar zu teuer geworden. Bild: picture alliance/dpa/Planet Pix via ZUMA Press Wire | Kristina Kormilitsyna/Brics-Russ
Erstellt von Martin Gottschling
19.01.2026 10.55
- Laut Bericht: China nimmt keinen Strom mehr aus Russland an
- Hintergrund sind möglicherweise zu hohe Preise für russischen Strom
- Gespräche zwischen Moskau und Peking zur möglichen Wiederaufnahme der Lieferungen sollen laufen
Durch seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Wladimir Putin viele internationale Partner verloren. China zählt jedoch nach wie vor zu den engsten Verbündeten Russlands. Geht nun auch diese Freundschaft langsam zu Bruch? Zumindest wirtschaftlich könnte sich Peking laut aktuellen Berichten allmählich unabhängiger von Moskau machen.
Wladimir Putin in Not? China stoppt Stromimporte aus Russland
Denn China soll Anfang des Jahres die Stromimporte aus Russland gestoppt haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die Zeitung "Kommersant". Unklar blieb zunächst, von welcher Seite die Entscheidung ausging. Möglicherweise will China die hohen Preise für russischen Strom nicht mehr bezahlen, da der im eigenen Land erzeugte Strom mittlerweile billiger ist, heißt es weiter.
Putins Strom zu teuer? Peking soll Gespräche mit Moskau über künftige Lieferungen führen
Der Kreml habe sich laut mit der Situation vertrauten Quellen bereit erklärt, die Stromlieferungen nach China wieder aufzunehmen, "wenn es eine entsprechende Anfrage aus Peking erhält und für beide Seiten vorteilhafte Kooperationsbedingungen erzielt werden". Derzeit fänden laut dem verantwortlichen Stromlieferanten InterRAO Gespräche statt. Beide Seiten wollten den Vertrag demnach nicht kündigen. Das russische Energieministerium verwies gegenüber Reuters auf die derzeitige Priorität, Strom in den Fernen Osten des eigenen Landes zu liefern.Eine Stellungnahme der chinesischen Regierung lag zunächst nicht vor.
Zum Hintergrund: 2012 wurde laut Reuters ein Vertrag unterzeichnet, der die Lieferung von rund 100 Milliarden Kilowattstunden Strom über einen Zeitraum von 25 Jahren nach China vorsieht. Während es 2022 noch einen Exportrekord von 4,6 Milliarden Kilowattstunden gab, wurden die Lieferungen in den vergangenen Jahren stetig reduziert. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 erhielt China nur noch 0,3 Milliarden Kilowattstunden. Hintergrund sind Engpässe sowie ein erhöhter Strombedarf im Fernen Osten Russlands.
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