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Donald Trump: Weißes Haus reagiert auf schlimmen Gestapo-Vergleich

Donald Trumps radikale Einwanderungspolitik geriet nach den tödlichen Schüssen eines ICE-Beamten weiter in die Kritik. Bild: dpa/Michael Brochstein

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  • ICE-Beamten in den USA mit Gestapo verglichen
  • Podcaster Joe Rogan gibt Rückendeckung
  • Einwanderungspolitik in den USA zu radikal?
  • So reagiert Washington auf die zunehmende Kritik

Der bekannte Podcaster Joe Rogan hat sich kritisch zu den Einsätzen der US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis geäußert. In seiner Sendung erklärte er, die Perspektive der Demonstranten nachvollziehen zu können, die Parallelen zur Gestapo des Nazi-Regimes ziehen.

Joe Rogan versteht Gestapo-Vergleich: Leute, die "herumlaufen und Menschen schnappen"

"Man will keine militarisierten Leute auf den Straßen, die einfach herumlaufen und Menschen schnappen", sagte Rogan. Viele der Festgenommenen seien amerikanische Staatsbürger, die lediglich keine Papiere bei sich trügen. "Werden wir wirklich zur Gestapo? 'Wo sind Ihre Papiere?' Ist es das, wohin wir gekommen sind?"

Besonders problematisch findet der 58-Jährige, dass die ICE-Beamten maskiert auftreten. Anders als bei regulären Polizisten hätten Festgenommene kein Recht, nach Namen oder Dienstnummer zu fragen.

Trump-Regierung reagiert: Heimatschutzbehörde weist Kritik zurück

Die stellvertretende Sekretärin des Heimatschutzministeriums, Tricia McLaughlin, reagierte am Mittwoch auf Rogans Äußerungen. Gegenüber "Fox News" erklärte sie: Die Trump-Regierung habe es auf 680 kriminelle illegale Einwanderer abgesehen – darunter Mörder, Vergewaltiger und Kinderschänder. "Menschen, die man als Republikaner oder Demokrat niemals in seinen Straßen oder in seiner Nachbarschaft haben möchte", so McLaughlin.

Da die örtlichen Behörden in Minneapolis nicht kooperierten, sei eine physische Präsenz der Einwanderungsbeamten vor Ort notwendig. Auf Rogans direkten Gestapo-Vergleich ging die Sprecherin allerdings nicht ein.

Tödlicher Schuss auf Mutter löste Debatte aus

Auslöser für Rogans Kritik war der Tod von Renee Nicole Good. Die 37-jährige Mutter von drei Kindern wurde am 7. Januar von ICE-Agent Jonathan Ross erschossen. Die Frau hatte während eines Protests Aufforderungen ignoriert, ihr Fahrzeug zu verlassen, setzte zurück und versuchte davonzufahren.

Rogan bezeichnete den Vorfall als "schreckliche Tragödie", die nicht hätte passieren dürfen. "Das sah für mich einfach entsetzlich aus", sagte er in seinem Podcast.

Rogan sieht auch konservative Argumente

Trotz seiner Kritik an den ICE-Methoden zeigte Rogan in seinem Gespräch mit dem republikanischen Senator Rand Paul auch Verständnis für die andere Seite. Er sprach von illegalen Programmen, die Menschen ins Land gebracht hätten, um Wählerstimmen und Kongresssitze zu gewinnen.

Die amerikanische Demokratie habe durch Masseneinwanderung Schaden genommen, argumentierte der Podcaster. "Wir müssen diese Leute, die reingekommen sind, zurückschicken oder etwas tun", sagte er. Andernfalls werde das demokratische System weiter untergraben.

Rogan forderte eine ausgewogene Lösung, gab jedoch zu, nicht zu wissen, wie diese aussehen könnte. "Es ist komplizierter, als die Leute zugeben wollen", räumte er ein. Der 58-Jährige hatte bei der letzten Präsidentschaftswahl Donald Trump unterstützt.

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/mlk/stg/news.de

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