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Wladimir Putin: Unruhe im eigenen Lager – Kreml-Chef steuert auf Desaster zu

Wladimir Putin: Zahlen zeigen wirtschaftliche Schwachpunkte auf. Bild: dpa/EPA Pool via AP/Sergei Ilnitsky

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  • Wladimir Putin: Wirtschaftselite wendet sich gegen ihn
  • Finanzielles Desaster: Zahlen offenbaren Kreml-Zwickmühle
  • Erinnerungen an dunkelste Zeiten russischer Geschichte

Wladimir Putin sieht sich einem wachsenden Aufstand aus den Reihen der russischen Wirtschaftselite gegenüber. Die Verkaufszahlen großer Industrieunternehmen sind auf den tiefsten Stand seit der Finanzkrise von 1998 abgestürzt. "Die Geduld ist erschöpft", heißt es laut "Express" aus Kreisen der Großindustrie. Aber was genau bedeutet das?

Wladimir Putin steht vor finanziellen Desaster

Führungskräfte bedeutender russischer Industriekonzerne bezeichnen die Absatzzahlen im Jahr 2025 als die schlechtesten seit dem Rubel-Desaster vor 27 Jahren. Die damalige Währungskrise hatte einen Zusammenbruch des Bankensystems, eine Hyperinflation von 84 Prozent und drastisch sinkende Realeinkommen zur Folge.

Russische Wirtschaft wendet sich ab - tödlicher Mix aus Sanktionen und Zinsen

Eine verheerende Kombination mehrerer Faktoren treibt die russische Wirtschaft auch aktuell an den Rand des Zusammenbruchs. Verschärfte internationale Sanktionen, steigende Zinssätze und eine deutliche konjunkturelle Abkühlung setzen der Industrie massiv zu. Die Lage hat sich derart zugespitzt, dass von einer drohenden Katastrophe für den gesamten Industriesektor die Rede ist.

Die jüngsten Wirtschaftsdaten der staatlichen Statistikbehörde Rosstat vom November verdeutlichen das Ausmaß der Krise. Sie offenbaren tiefgreifende Schwierigkeiten sowohl für die russische Industrie als auch für die Gesamtwirtschaft des Landes.

Alarmbereitschaft in Russland - Putin droht ein dramatisches Szenario

Nach Angaben von Top-Managern sind die Verkaufszahlen im Jahr 2025 so niedrig wie seit der Rubel-Abwertung vor 27 Jahren nicht mehr.Die Daten zeigen deutlich, wie schwerwiegend die Probleme für den russischen Industriesektor und die Volkswirtschaft insgesamt geworden sind.

Demnach sank die Produktionsmenge in Russland im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent.Die Metallurgie ging um 4,1 Prozent, die Chemieindustrie um 1,7 Prozent und der Maschinenbau um 5,4 Prozent zurück, berichtet der britische "Express". Erstaunlich: Erstmals seit 15 Jahren sank auch die Lebensmittelproduktion um 0,8 Prozent.

Amstärksten betroffen seien jedoch die Fahrzeug- und Landmaschinenhersteller. Die Produktion von Pkw brach um 34 Prozent, von Lkw um 43 Prozent, von Traktoren um 61 Prozent und von Bussen um 28 Prozent ein.

Wladimir Putin selbst gab in jüngster Vergangenheit zu, in einigen Wirtschaftssektoren Probleme zu haben.

Die Kombination aus internationalem Sanktionsdruck, hohen Leitzinsen und der wirtschaftlichen Talfahrt hat jedoch eine Lage geschaffen, die selbst erfahrene Industriemanager an die dunkelsten Zeiten der jüngeren russischen Wirtschaftsgeschichte erinnert. 

Ökonomin Alexandra Prokopenko erklärte gegenüber den Medien: Russland durchlaufe derzeit eine "umgekehrte Deindustrialisierung". "Die Hightech-Sektoren weichen arbeitsintensiven, wenig produktiven Branchen, während die zivile Wirtschaft stagniert und die Militärproduktion Priorität hat", so die Expertin. Laut ihrer Meinung sei die russische Wirtschaft "eingefroren" und "instabil". Sie bewege sich zwar ähnlich wie ein Auto, das im Leerlauf läuft, der Motor sei jedoch überhitzt.

Während die russische Wirtschaftselite Alarm schlägt, trifft sich indes Donald Trump mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Florida, um ein baldiges Kriegsende zu verhandeln. Doch auch wenn Russland unter dem anhaltenden Ukraine-Krieg enorme Einbußen erleidet, zeigte sich Wladimir Putin zuvor keineswegs optimistisch, was einen baldigen Frieden angeht. Er ließ kurz zuvor lieber die Waffen sprechen und erklärte, "militärisch" weiter gegen die Ukraine vorgehen zu wollen.

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