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Waffenlieferung an Serbien: China schickt Mega-Waffen - entbrennt ein weiterer Krieg?

Will Präsident Xi Wladimir Putin mit seinen Waffenlieferungen an Serbien im Ukraine-Kreig unterstützen? Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Ramil Sitdikov

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Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine ist die Beziehung zwischen Russland und China noch enger geworden. Laut Russlands Außenminister Sergej Lawrow sei die "chinesisch-russische Zusammenarbeit grenzenlos". Nun könnte die chinesische Regierung die westlichen Staaten in helle Aufregung versetzt haben. Am späten Freitagabend sollen sechs chinesische Frachtflugzeuge des Typs Y-20 ein hochentwickeltes Flugabwehrsystem nach Serbien geschickt haben. Will China damit Macht demonstrieren oder sogar einen erneuten Krieg anzetteln?

Während Ukraine-Krieg! China schickt Raketenabwehrsystem nach Serbien

Auf Twitter berichtete Amelia Smith zuerst über den Transport. Auf einer Karte war zu sehen, dass die Y-20 von Istanbul über Bulgarien nach Westen flog. Über die Sichtung äußerte sich auch Intel Evergreen gegenüber dem Online-Magazin "The Warzone". "Das war mein Stichwort, um sowohl Flightradar24 als auch meine selektive Datenbank ADSBexchange aufzurufen, die die bekannten Hex-Codes der Y-20A/U enthält. Tatsächlich zeigten die verschiedenen Apps andere Y-20 auf der gleichen Flugroute an, die sich in einem Abstand von etwa 100 km von Istanbul bis fast zur georgischen Grenze erstreckten." Andere Twitter-Nutzer teilten ebenfalls Bilder von den Flugzeugen.

"Dies war einzigartig, weil es in den frühen Morgenstunden war und so viele Y-20 zusammen waren, die alle MLAT (Multilateration) nutzten. In Anbetracht der Tatsache, dass es sich um eine geplante Waffenlieferung handeln soll, ergibt dies Sinn. Bei ähnlichen Nato-Lieferungen an Polen oder die Ukraine durch Militärtransporter wurde bereits MLAT verwendet." Die Flugzeuge landeten am Samstagauf dem Flughafen Nikola Tesla in Belgrad. Zuvor sorgten sie bei Experten auf Twitter für Aufsehen, weil sie nicht einzeln, sondern in einer Formation flogen. Der serbische PräsidentAleksandar Vucic bestätigte die Lieferung der Boden-Luft-Raketensysteme des Typs HQ-22. 

Macht-Demonstration oder Hilfe für Putin? Chinas-Waffenlieferung entdeckt

Das chinesische Raketensystem ähnelt dem amerikanischen Patriot- und russischen S-300-Boden-Luft-Raketensystemen. Anders als bei den S-300-Systemen ist die Reichweite deutlich geringer. US-Beamte warnten Belgrad im Jahr 2020 vor dem Kauf von HQ-22-Flugabwehrsystemen, deren Exportversion als FK-3 bekannt ist. Laut dem Magazin sei es "sehr wahrscheinlich", dass die Luftwaffe des chinesischen Militärs die Lieferung ausnutzte, um ihre Macht zu demonstrieren. Das betonte auch der serbische Militäranalyst Aleksandar Radic. Denn die Nato arbeitet gerade daran, die Ukraine mit weiteren Waffen und Material zu beliefern. 

Droht ein neuer Krieg im Kosovo?

Im Westen wird befürchtet, dass Serbien durch Waffenlieferungen Chinas und Russlands einen Angriffskrieg im Kosovo starten könnten, nachdem die Provinz 2008 seine Unabhängigkeit ausrief. Der Kosovo ist vorbelastet. Vom 28. Februar 1998 bis 11. Juni 1999 dauerte der Krieg an, bei dem die Ermordung und Verfolgung der albanischen Bevölkerung gestoppt werden sollte. Die Nato griff mit ein. Serbien, Russland und China haben - anders als die meisten westlichen Länder -  bis heute den Kosovo nicht als eigenen Staat anerkannt.

China will sich in Ukraine-Krieg nicht einmischen? USA warnen vor Waffenlieferungen an Russland

Hinzu kommt noch, dass China den Ukraine-Krieg bis heute nicht verurteilt hat und die Sanktionen gegen Russland verteidigte. Der Generaldirektor der Abteilung für europäische Angelegenheiten des chinesischen Außenministeriums, Wang Lutong, in Peking betonte, dass sich China nicht einmischen werde. "Der Schlüssel zu diesem Problem liegt nicht in den Händen Chinas, sondern in Washington und Brüssel", zitiert die "Tagesschau" Wang Lutong. Seiner Meinung nach müssen eine Nato-Erweiterung sowie weitere Waffenlieferungen an die Ukraine verhindert werden. So könnte sich "das Problem" vielleicht klären.

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Die stellvertretende US-Außenministerin Wendy Sherman warnte Präsident Xi vergangenen Mittwoch (06.04.2022) bei einer Anhörung des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des Repräsentantenhauses vor den Konsequenzen von Waffenlieferungen. "Ich denke, dass Präsident Xi dadurch sehr gut versteht, was auf ihn zukommen könnte, wenn er Putin tatsächlich materiell unterstützt", zitiert sie der britische "Express".

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