Nach dem Drama um "Timmy": Rätseln um Bilder von neuem Buckelwal in Dänemark
Der einst bei Wismar und am Timmendorfer Strand gestrandete Buckelwal wird von Medien und Fans Timmy genannt. Bild: picture alliance/dpa | Jens Büttner
Erstellt von Sarah Knauth
23.06.2026 13.56
Nur kurze Zeit nach dem Drama um Wal "Timmy" soll erneut ein Buckelwal in dänischen Gewässern unterwegs sein. Die Dänin Linda Frølund Hansen filmte das Tier nach eigenen Angaben am Samstag von einer Brücke über den Kleinen Belt, einer Meerenge zwischen den Landesteilen Jütland und Fünen. Die Touristenführerin war gerade mit einer Gruppe beim "Bridgewalking" auf der Brücke unterwegs. "Wir haben ins Wasser unter uns geschaut - und plötzlich tauchte etwas Weißes und Spitzes auf und glitt langsam unter der Brücke hervor", sagte Hansen der Deutschen Presse-Agentur.
Erst dachte sie, es handle sich um die Spitze eines Kajaks oder Ruderbootes. "Doch schnell bemerkten wir, dass sich das, was wir sahen, im Wasser befand – nicht auf dem Wasser. Und dann gab es keinen Zweifel mehr: Es war ein Wal!" Es handle sich bei den Aufnahmen "ganz sicher" um einen Buckelwal, sagte der Wal-Experte Peter Teglberg Madsen der dpa. "Ich kann aber allein von den Bildern nicht beurteilen, ob er krank ist."
Immer mehr Buckelwal-Sichtungen in Dänemark
Der Buckelwal-Bestand im Nordatlantik wachse stetig, sagte der Biologe Carl Kinze vom Naturhistorischen Museum in Kopenhagen dem dänischen Rundfunk. "Deshalb kommen auch bei uns immer mehr Buckelwale vor. In den letzten Jahren gab es jedes Jahr einen – und manchmal sogar mehrere." Es könnte sich dabei etwa um junge Wale handeln, die auf Entdeckungsreise gingen. Bei der Suche nach neuen Nahrungs-Quellen könnten sie auch in dänische Gewässer gelangen. "Das ist wahrscheinlich das Phänomen, das wir hier beobachten."
Im Frühjahr war ein Buckelwal unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit immer wieder vor der deutschen Küste gestrandet. Eine private Initiative brachte ihn in einer aufwendigen Aktion in einem Transportkahn in die Nordsee und setzte ihn dort frei. Von Experten wurde das als Tierquälerei kritisiert. Der Wal überlebte nicht. Mitte Mai wurde er tot vor der dänischen Ostseeinsel Anholt entdeckt.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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