Alarmstufe Lila: Klimatologe warnt vor Wettergefahren - hier droht heute extreme Hitze
In Deutschland droht eine Rekord-Hitzewelle (Symbolfoto). Bild: Adobe Stock/ vladischern
Erstellt von Sabrina Böhme
23.06.2026 10.30
- Deutschland ächzt weiter unter der Hitze
- Klimatologe warnt vor Gesundheitsgefahren durch hohe Temperaturen für vulnerable Personengruppen
- Meteorologen wagen Prognose: Abkühlung möglich, aber Lage ist unsicher
Deutschland erlebt derzeit eine beispiellose Hitzewelle. Grund dafür ist eine Hitzeglocke, die sich über Deutschland gelegt hat und für Temperaturen sorgt, die weit über 30 Grad liegen. Seit nunmehr 15 Tagen klettert das Thermometer auf über 28 Grad – ein absoluter Rekord für den Monat Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Klimatologe Dr. Karsten Brandt ordnet die Situation gegenüber "Bild" ein: "Das ist die längste Hitzewelle der Geschichte im Juni."
Klimatologe warnt vor Hitze-Problem
Der Deutsche Wetterdienst stuft die aktuelle Lage bereits als "extreme Hitze" ein. Während viele Menschen den Bilderbuch-Sommer genießen, birgt das Extremwetter erhebliche Risiken. Dr. Brandt beschreibt die Situation als zweischneidig: "Die Wetterlage hat zwei Seiten." Die anhaltend hohen Temperaturen entwickeln sich zunehmend zum Problem.
Hitze-Dom aus Frankreich erfasst den Südwesten
Besonders angespannt ist die Lage derzeit in Baden-Württemberg, Hessen, dem Saarland, im südlichen Nordrhein-Westfalen sowie im Rheintal. Die extreme Wärme stammt aus dem Nachbarland: "Der Hitze-Dom aus Frankreich weitet sich auf den Südwesten Deutschlands aus", erläutert Dr. Brandt.
Hitze-Alarm des DWD: Warnstufe Lila in diesen Kreisen
Am Dienstag (23. Juni) erreichen die Temperaturen im Süden und in weiten Teilen der Mitte schwülheiße 30 bis 37 Grad. Der Norden und Osten bleiben vorerst verschont – dort sind noch angenehme 24 bis 30 Grad zu erwarten. Der DWD ruft für 15 Kreise die Warnstufe Lila aus:
Baden-Württemberg
- Stadt Mannheim
- Rhein-Neckar-Kreis und Stadt Heidelberg
- Kreis und Stadt Karlsruhe
- Kreis Rastatt
- Stadt Baden-Baden
- Ortenaukreis
- Kreis Emmendingen
- Kreis Breisgau-Hochschwarzwald und Stadt Freiburg
Rheinland-Pfalz
- Rhein-Pfalz-Kreis und Stadt Ludwigshafen
- Stadt Frankenthal (Pfalz)
- Stadt Speyer
- Stadt Neustadt an der Weinstraße
- Kreis Südliche Weinstraße
- Stadt Landau in der Pfalz
- Kreis Germersheim
Ab Mittwoch breitet sich die Hitze jedoch auch in den nördlichen Landesteilen aus. Dann sind selbst dort 30 Grad möglich. Für NRW gab der DWD eine Hitzewarnung heraus.
Wetterprognose im Juni aktuell: Siebenschläfer mit neuem Rekord
Der Deutsche Wetterdienst rechnet für die kommenden Tage mit einer weiteren Verschärfung. Im Südwesten könnten die Temperaturen auf bis zu 39 Grad steigen. Lokal seien sogar knapp 40 Grad nicht ausgeschlossen. Eine baldige Entspannung ist nicht in Sicht.
Der Samstag könnte einen historischen Höhepunkt markieren. Diplom-Meteorologe Dominik Jung prognostiziert: "Das wird der heißeste Siebenschläfer der Geschichte der Wetteraufzeichnungen." Die aktuellen Werte liegen 10 bis 15 Grad über dem für Ende Juni üblichen Durchschnitt. Zunächst erreicht die Hitzewelle am Freitag und Samstag ihren Peak, wobei Temperaturen von bis zu 40 Grad und extrem warme Tropennächte mit teils Tiefstwerten von bis zu 27 Grad möglich sind, berichtet Kachelmannwetter.
Andauernde Hitzewelle: Klima-Experte warnt vor Gesundheitsgefahren
Die anhaltende Hitze stellt vor allem für vulnerable Bevölkerungsgruppen eine ernste Bedrohung dar. Dr. Brandt warnt eindringlich: "Das ist eine gefährliche Lage für Leute, die krank sind. Das wird man später auch in der Sterbestatistik erkennen." Bei Menschen, die zum Beispiel an Herzerkrankungen oder Nierenbeschwerden leiden, können sich die Symptome verschlimmern, berichtet das Robert-Koch-Institut (RKI). Auch bei bestimmten Medikamenten ist Vorsicht geboten. Durch die Hitze kann es zu schweren Nebenwirkungen kommen.
Der Klimatologe richtet einen dringenden Appell an die Bevölkerung: "Achtet jetzt auf Eure Nachbarn. Schaut, ob ihr Betroffene in der Nachbarschaft habt, die ausreichend trinken." Gerade alleinstehende Senioren und chronisch Erkrankte benötigen in diesen Tagen besondere Aufmerksamkeit. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist bei den extremen Temperaturen überlebenswichtig.
Wann endet die Hitzewelle? Meteorologen wagen erste Prognose
Die Hitze bleibt uns in dieser Woche erhalten. Möglicherweise gehen die Temperaturen demnächst etwas runter. Das europäische Wettermodell berechnet für die kommende Woche eine Abkühlung auf unter 30 Grad. Diese Prognose ist laut Jung allerdings noch unsicher. Deutschland ist in den nächsten Wochen womöglich von kühleren Temperaturen entfernt. Da die blockierenden Wetterlagen dominieren, bleibt die Wahrscheinlichkeit für erneute große Hitzewellen hoch, analysiert Lars Dahlstrom von Kachelmannwetter auf YouTube. Selbst wenn der aktuelle extreme Hitze-Peak Anfang nächster Woche leicht nachlässt, könnten im Juli weitere "Ausgleichsbewegungen" mit hohen Temperaturen folgen.Besonders im Südwesten Deutschlands ist man weiterhin nah an den heißen Luftmassen aus dem Mittelmeerraum, während im Norden zumindest zeitweise etwas mehr Bewegung vom Atlantik möglich sein könnte.
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