Berlin: Tabak-Diebstahl aus fahrenden Zügen – Angeklagte schweigen
Täglich bestens informiert mit den aktuellen Nachrichten auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / AA+W
Erstellt von Sarah Knauth
05.06.2026 14.10
Nach einer Serie von Zigarettendiebstählen aus Güterzügen steht der mutmaßliche Kopf einer Bande vor dem Berliner Landgericht. Dem 48-Jährigen werden acht Taten zur Last gelegt. Mitangeklagt ist ein 32-Jähriger, der an Überfällen beteiligt gewesen sein soll. Mehr als drei Millionen Zigaretten seien erbeutet worden, heißt es in der Anklage. Zu Prozessbeginn schwiegen die beiden Männer zu den Vorwürfen.
Die Staatsanwaltschaft legt den Angeklagten schweren bandenmäßigen Diebstahl und Steuerhinterziehung zur Last. Überfälle seien zwischen 2020 und 2024 in wechselnder Tatbeteiligung mit gesondert verfolgten mutmaßlichen Mittätern verübt worden. Die betroffenen Güterzüge seien von Polen über Deutschland in Richtung Niederlande unterwegs gewesen. Einbrüche seien auf der Strecke Frankfurt (Oder) nach Berlin sowie im Raum Hannover verübt und Container teilweise während der Fahrt aufgeschnitten worden.
Zigarettentransporte ausgekundschaftet
Tatorte und Tatzeitpunkte wurden laut Anklage ausgekundschaftet. Mitglieder der Bande hätten dann "die jeweils mit hochwertigen, für den westeuropäischen Markt bestimmte, originalverpackte und unter Steueraussetzung transportierte Zigarettenladung angegriffen". Der Steuerschaden belaufe sich auf insgesamt rund 593.000 Euro. Der durch die Angriffe verursachte wirtschaftliche Schaden betrage rund 373.000 Euro.
Die Täter sollen jeweils mit Schneidwerkzeug ein Loch in die Stirnseite des Containers geschnitten haben. Anschließend sei die Beute in Transportfahrzeuge geladen und überwiegend an einen Abnehmer der Gruppierung geliefert worden.
Ermittlungen seit September 2022
Die deutschen Behörden ermittelten in dem Fall seit September 2022 mit der niederländischen und rumänischen Polizei sowie Europol. In einem ersten Prozess erhielten im Dezember 2025 fünf Männer Haftstrafen von bis zu fünf Jahren und zehn Monaten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Der seit November 2024 mit europäischem Haftbefehl gesuchte mutmaßliche Bandenchef wurde am 22. Dezember 2025 in Rumänien festgenommen und im Januar nach Deutschland ausgeliefert. Für den aktuellen Prozess sind 14 weitere Verhandlungstage bis zum 11. September terminiert.
Weitere aktuelle Nachrichten aus dem Ressort "Panorama":
- Münster: Organspende-Tattoo: 75 Klinikmitarbeiter setzen Zeichen
- Bahn: ICE "Knuffingen" startet zum Wunderland-Jubiläum
- Frankfurt/Main: Was zwischen Flügen im und am Flugzeug passiert
- Nürnberg: Rock im Park gestartet - Trübt das Wetter den Festivalspaß?
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++ kns/roj/news.de